105. Folge Apokalypse des Johannes

Von Dr. Wolfgang Peter

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  • Vielen Dank an Ghislaine und Susanne_Stand 2. Mai 2022

Datum des Vortrags:

Zusammenfassung

Von Mithörer Ghislaine und Susanne

Apokalypse des Johannes - 105. Vortrag von Wolfgang Peter

    1 Apokalypse des Johannes 105. Vortrag als Film
    2 Schlüsselwörter
    3 Transkription des 105. Vortrags 
        3.1 Begrüßung und 1. Wochenspruch am 19.4.2022
        3.2 Wendung des Menschen nach außen und nach innen
        3.3 Das Ich des Menschen auf der Erde im Bewusstseinszeitalter
        3.4 Der Mensch im Wechselspiel mit seiner Umwelt
        3.5 Überwinden der Blutsverwandtschaft
        3.6 Die aktuellen Herausforderungen durch Luzifer und Ahriman
        3.7 Der Mensch und die ahrimanische Technik - Chancen und Fallen
        3.8 Der Mensch auf dem Weg zu Individualität und Schöpfertum
        3.9 Wirkliche Imaginationen und luziferische Trugbilder
        3.10 Auf dem Weg zum Ich und dem Erkennen meiner Einzigartigkeit
        3.11 Die Reichen und Mächtigen in den Fängen Ahrimans
        3.12 Die wirkliche Ich-Erfahrung ist möglich
        3.13 Die Gefahren der geistigen Trägheit
        3.14 Das wirkliche Ich-Bewusstsein kann heilen
        3.15 Wie Ahriman erkennen und ihn von wahrer Geistigkeit unterscheiden?
        3.16 Über Ahriman zum Neuen Jerusalem
        3.17 Ahriman, Luzifer und die großen Herausforderungen und Gefahren der Gegenwart
        3.18 Falsche Impulse durch unheilige Beziehungen
        3.19 Übertragung karmischer Verfehlungen von Verstorbenen auf die Lebenden
        3.20 Die Gefahren der 8. Sphäre
        3.21 Wir brauchen heute die voll bewusste Verbindung zum Christus
        3.22 Von der Naturwissenschaft zum Erleben des Geistigen
        3.23 Die Ablenkungsmanöver und der Abgrund - Wir müssen handeln 
        3.24 Ausklang

	
Schlüsselwörter

1. Wochenspruch zum Ostersonntag - der Mensch in seiner Beziehung zu Erdenwelt und Kosmos - was ermöglicht uns die Freiheit? - eigene schöpferische Impulse finden - das Wesen des Menschen an seinen Taten erkennen - Bewusstseinsseelenzeitalter und Ich-Bewusstsein - Luzifer und Ahriman in der Gegenwart und in unserem Bewusstseinsseelenzeitalter - der Christus-Impuls, die Christuskraft und die Ich-Kraft - Blutsverwandtschaft und Menschlichkeit - der Menschheitsrepräsentant - Transhumanismus und physische Unsterblichkeit - Technik ist weder gut noch böse - wirkliche Imaginationen und luziferische Trugbilder - freie Entscheidungen - ahrimanische-technische schöpferische Intelligenz - das Kapital und die Reichen und Mächtigen - die Angst vor dem Tod - die Begegnung mit sich selbst - Alfons Petzold, Wolfgang Pauli und Teilhard de Chardin - zum Neuen Jerusalem kommen - unheilige Beziehungen zwischen Lebenden und Verstorbenen - niedere Astralkräfte überlappen mit hohen Ätherkräften - Übertragung karmischer Verfehlungen - 8. Sphäre und das Sorat-Prinzip - der Geist in der Materie - Ich lebe, aber nicht ich, sondern der Christus in mir - die Gesetze der Zukunft
Transkription des 105. Vortrags (von Ghislaine und Susanne am 2. Mai 2022)

Begrüßung und 1. Wochenspruch am 19.4.2022

Ich begrüße euch ganz herzlich zum 105. Vortrag der Apokalypse und endlich- nach langer Durststrecke - landen wir beim ersten Wochenspruch. Wir haben den Ostersonntag hinter uns gebracht und mit dem Ostersonntag startet die neue Runde. Es hat den schönen Titel «Frühling». Mmm, beim Wetter merkt man noch nicht so viel davon, aber es wird sicher besser und es ist vor allem Osterstimmung.

    Wenn aus den Weltenweiten
    Die Sonne spricht zum Menschensinn
    Und Freude aus den Seelentiefen
    Dem Licht sich eint im Schauen,
    Dann ziehen aus der Selbstheit Hülle
    Gedanken in die Raumesfernen
    Und binden dumpf
    Des Menschen Wesen an des Geistes Sein.

Das heißt, es ist eine große Umdrehung da zum letzten Wochenspruch, zum 52. Es war immer die Betonung primär auf dem Geistigen, das hereinkommt, aber jetzt kommt etwas dazu. Wir sind soweit, aus dem Geistigen, das wir in uns rege gemacht haben - oder vielleicht ein bisschen ins Bewusstsein gebracht haben - dass wir etwas davon der geistigen Welt entgegen tragen können. Also, zu der gehören wir ja selber auch - zu der geistigen Welt - aber so, dass wir hier von unserer irdischen Welt aus etwas in die kosmische weitertragen können. Gedanken, nämlich vor allem Gedanken.
Wendung des Menschen nach außen und nach innen

Wir natürlich als Menschen hier auf Erden haben - über das haben wir schon öfter gesprochen - ganz besondere Erfahrungen, worüber die anderen geistigen Wesen in der Form nicht verfügen, von Christus jetzt abgesehen, weil Christus ist Mensch geworden und hat dadurch sich alles das erworben, was der Mensch als einziges geistiges Wesen im Kosmos hat: Diese Beziehung zur Erdenwelt, zur äußeren Erdenwelt, zur gegenständlichen Welt, zur Welt der festen Gegenstände, die uns einerseits trennt ein bisschen von der Welt - was heißt ein bisschen, ganz stark trennt es uns, weil wir stehen ihr gegenüber - aber andererseits durch diese andere Art des Erlebens uns auch die Freiheit ermöglicht. Wir können uns in uns zurückziehen und sagen, okay, das ist da draußen, das geht mich im Moment nichts an, ich beschäftige mich mit meinem Inneren - oder ich kann auch sagen, ich wende mein Inneres ganz der Welt draußen zu und verbinde mich damit. In dem Wechselschlag leben wir eigentlich ununterbrochen. Der kann weitergehen, das heißt tiefer hinein in die Welt draußen, in die Wesen, die uns umgeben, Pflanzenwesen, Tierwesen, Menschenwesen, aber auch das Wesen des Mineralischen. Wir haben schon davon gesprochen, dass gerade diese Mineralisierung der Erde das Besondere unserer Erdenverkörperung, also der Erde als Ganzes, ist. Dieses mineralische Element - das Kristalline - tritt zutage und es hängt sehr stark mit unserer Ich-Kraft zusammen. Das heißt, die Erdenwelt, der ganze Kosmos der damit verbunden ist, ist von Haus aus auf das menschliche Ich ausgerichtet.

Das liegt von Haus aus in diesem Kristallinen: die Möglichkeit, sich ja in gegenständlicher Form abzuschließen von der Welt. Dies gab es so in dieser starken Form eigentlich noch nie. Wir sind immer noch mit unserem menschlichen Körper sehr viel verbunden mit der Welt, auch rein stofflich, schon durch die Atmung, aber auch durch das Licht, das wir aufnehmen, durch die Töne, die wir hören. Also, ganz isoliert in uns sind wir eigentlich in Wahrheit trotzdem nicht, aber wir haben oft das Gefühl, wir stecken da drinnen irgendwo - und unter Umständen kann man es wie ein Gefängnis, wie eine Einsamkeit empfinden. Das ist sogar ein Erlebnis, das auf dem geistigen Entwicklungsweg ganz wichtig ist, diese Einsamkeit zu erleben, zu sagen: "So, da bin ich ganz allein mit mir und ich muss schauen wie ich zu Rande komme." Eben um die eigenen geistigen Kräfte zu wecken. Nicht gleich rufen: "Bitte, Intuition von da oben, Inspiration sag mir, was passieren soll", sondern sozusagen ich muss meine ganz eigenen Entscheidungen treffen, meine eigenen schöpferischen Impulse finden - und gerade aus dem heraus kann ich dann die große Geistige Welt bereichern, aus dem heraus kann ich etwas geben, nicht nur es bloß zurückspiegeln, sondern wirklich es versehen mit einem ganz neuen Einschlag. Das können die Engelwesenheiten über uns in dieser Art nicht. Wenn sie sich nach dem Inneren wenden, dann erleben sie Geisterfüllung, das heißt, sie sind erfüllt von den geistigen Kräften, die durch die ganzen Hierarchien, die über ihnen stehen, zu ihnen herunterkommen. Ein Engel kann sich nicht zurückziehen und sagen: "Es interessiert mich nicht, was um mich herum ist, sondern ich beschäftige mich mit mir selber." Das geht für einen Engel nicht. Ein Engel fühlt sich am stärksten dann, wenn er sich ausgießt in die Welt und an den Taten, die dadurch entstehen, an dem erkennt er sich, im Prinzip. Er erlebt sich daran, dass die Welt sich durch seinen Einfluss verändert. Das heißt, er ist also ganz hingegeben an die Welt zugleich. Bei uns ist da eben dieser ganz starken Bruch. Einerseits können wir uns ganz in uns zurückziehen, ganz bei uns sein, wir können uns aber auch vollkommen an die Welt hingeben, sodass wir im Extremfall uns selber gar nicht mehr spüren. Wir können uns auch an die Welt verlieren. Ein Engel verliert sich nie an die Welt, obwohl er sich mit ihr verbindet, aber er fühlt sich gerade darin sehr stark in seinem Selbstbewusstsein. Er spiegelt sich sozusagen in den Taten, die er in die Welt setzt. Können wir auch. Können wir auch.
Das Ich des Menschen auf der Erde im Bewusstseinszeitalter

Man erkennt an einem Menschen sein wirkliches Wesen gerade an seine Taten, weniger an den gescheiten Ideen, die er uns mitteilt - das kann auch hoch gescheit sein - aber es bringt auch nicht so viel, aber wenn es Tat wird. Dann, wenn es die Welt wirklich verändert. Das kann im äußeren Sinn sein, es kann auch so sein, dass es die Menschen verändert, mit denen er spricht, denen er sich zuwendet, weil die Menschen seine Impulse aufgreifen und sie in sich wirken lassen - hoffentlich aus Freiheit heraus. Das ist heute ganz wichtig, sonst wäre es ganz schlecht, wenn ein Mensch suggestiv auf die anderen wirkt, was aber sehr viel zum Beispiel durch die Medien gemacht wird heute, was durch Politik gemacht wird. Die Schulung der Politiker beruht gerade darauf, wie beeinflusse ich die Leute möglichst so, dass sie das tun, was ich haben möchte. Umgekehrt sind sie genauso unter dem Zwang, was die Masse will: "Mit dem muss ich mich auseinandersetzen, denn wenn zu viele etwas wollen, dann kann ich das auch nicht so gut verweigern, weil dann werde ich Schwierigkeiten kriegen." Aber es wäre für einen Politiker auch sehr wichtig, mal ganz zu sich finden zu können und dann wieder ganz zu den Menschen draußen finden zu können, aber ohne sich vollkommen zu verlieren, wach zu bleiben.

Unser wichtigstes Instrument, das wir jetzt gerade in unserem Bewusstseinsseelenzeitalter haben und entwickeln können, ist das Ich-Bewusstsein, mit dem wir uns ins Innere wenden können, ohne dass es da vom Egoismus zu stark ergriffen wird. Das heißt, mit dem, was in uns wirkt namentlich durch Luzifer - der macht sehr stark den Egoismus - und dahinter lauert aber auch schon der Ahriman. Und der Luzifer hilft ihm dann so, dass wir unbedingt haben wollen das, was uns der Ahriman suggeriert. Da arbeiten sie gezwungenermaßen sehr gut zusammen. Das ist das Charakteristikum unserer Zeit, dass man oft gar nicht weiß: "Ist das der Luzifer oder der Ahriman?"  Ja, beide. Der eine zieht so, der andere so und damit schaffen sie es oft, unser Ich ganz aus dem Gleichgewicht zu bringen. Oder es schläft dann am besten: "Weiß ich nicht, es ist zu verwirrend, ich lass mich ziehen, wohin es mich treibt." Dann glaubt man, es ist vielleicht Intuition, aber… Ja, vielleicht schon, aber von der falschen Seite zumindest. Diese Dinge sind heute wahnsinnig gefährlich. Und darum höre ich ja so oft: "Wie weiß ich jetzt, ob ich das wirklich bin oder ob das mein Ego ist?" Naja, es gibt da keine Patentantwort darauf, aber genau diese Frage individuell, in jedem Moment wieder zu lösen, ist eine der Hauptaufgaben unserer Zeit. Ich kann für etwas voller Enthusiasmus sein und da ist doch nur der Luzifer, der dahinter steckt - und ich glaube, ich bin es, aber der Luzifer flüstert mir genau ein, was es ist. Das heißt, das gilt es zu erkennen, was schon wieder das Paradoxon braucht, voll in der Begeisterung leben zu können - aber Begeisterung ist etwas anderes als Fanatismus zum Beispiel. Das Luziferische hat immer etwas von Fanatismus: «"Ah, ich habe erkannt, wie die Welt funktioniert, und wenn wir alle das so machen, dann wird alles gut werden." Da kann ich hundertprozentig sicher sein, dass dort der Luzifer mir das einflüstert und dahinter der Ahriman wartet, um uns in irgendeine Maschinerie einzuspannen. Das ist eigentlich zum Greifen nah. Das heißt, wir sollen Begeisterung, wirkliche Begeisterung, Freude, Enthusiasmus, ja Emotionen - aber in diesem Sinne gute Emotionen - entwickeln, aber dabei immer wachsam sein: "Ist das Fanatismus oder lasse ich die andern frei dabei?" Ich kann erzählen davon, was ich daran erlebe, was ich darin sehe, ich kann es anderen Menschen erklären, ich kann auch ihre Begeisterung wecken dadurch, ohne weiteres, aber ich muss sie immer vollkommen frei lassen. Nicht sagen: "Ach, was wir durch die Anthroposophie bekommen haben, ach, bitte alle Menschen, werdet Anthroposophen - und wenn ihr es nicht wollt, dann wird die Welt untergehen, und wenn ihr es nicht wollt, dann werden wir euch dazu hinbringen, werden euch erziehen dazu." Dann ist es total daneben.

Ich meine, wir müssen das Beispiel des Christus nehmen, der sich vollkommen in die Hände der Menschen gegeben hat und die vollkommene Ohnmacht entwickelt hat, sich in die vollkommene Ohnmacht begeben hat, aber das ist zugleich die größte Macht über sich selbst. Das ist die einzige Macht, die wir heute in Wahrheit in gesunder Weise ausüben dürfen.  Die Macht über uns selbst. Zu tun, was ich mir selbst befehle - und dem aber mit aller Strenge zu folgen. Wenn ich aus dem Ich heraus einen Entschluss fasse und dann nach zehn Tage drauf komme: "Naja, das ist aber anstrengend, nein, eigentlich mag ich es nicht." Dann widerlege ich mich selbst, dann arbeite ich daran, meine Ich-Kraft - ich will nicht gleich sagen zu zerstören - aber zu verkleinern, abzubauen. Und da stürzen sich ganz gewaltig darauf die Widersachermächte, da fördern sie uns in jeder Hinsicht und flüstern uns: "Nein, ändere die Idee ein bisschen, da lang geht’s leichter." Da lässt sich schon wieder sehr leicht finden: "Naja, dann habe ich jetzt einen besseren Weg gefunden", bedeutet nämlich, den bequemeren Weg. Und damit umgehe ich viele Probleme, die ich eigentlich lösen müsste, damit es fruchtbar werden könnte, und erzeuge aber gerade damit die Katastrophe.

Es ist also namentlich seit Beginn des Bewusstseinsseelenzeitalters das größte durch Menschen, die sehr idealistisch, aber fanatisch-idealistisch gesonnen waren, von einer Idee tief überzeugt waren, dass das allein die Menschheit, die Welt oder sonst etwas rettet, aber in Wahrheit tief unmenschlich waren. Sie merken es aber nicht. Diese Ideen leben heute nach wie vor. Es lebt zum Beispiel in allen Anschauungen der Pragmatismus, wenn man sagt: "Na gut, wenn ich 10 Millionen retten kann und dafür einen opfern muss, dann ist es eben so." So einfach ist die Entscheidung nicht. Wenn ich anfange so zu rechnen, dann ist es völlig unmenschlich. Es ist völlig unmenschlich. Die Entscheidung kann man nicht aus der Ratio heraus treffen, damit die Rechnung aufgeht. Unter Umständen muss ich den Einen retten - und man wird dann sehen, was mit den andern wirklich passiert. Das ist nicht immer so ausgerechnet, dass dann wirklich das, was man vermutet oder sich ausrechnet, auch wirklich passiert. Vielleicht passiert es dann gerade ganz anders. Heute wird sehr viel in der Philosophie, in der Ethik, solche Modelle diskutiert: Wie ist es, also da ist ein Zug, der rast auf eine Gruppe von Menschen zu, ich könnte jetzt noch gerade die Weichen umstellen und dann rast er nur über einen drüber. Was machst du in der Situation? Und die meiste Entscheidung ist dann: Ich opfere den Einen für die Vielen. Aber das ist völlig geistfern, in Wahrheit, ein völlig praxisfernes Spiel, das ist rein aus Gedanken ausgedacht. Es kann sehr viel anderes passieren. Ich kann nur intuitiv, in dem Moment, wo es passiert, eine Entscheidung finden - und die hat keine Norm. Der Mensch, der vielleicht dann an der Weiche oder wo immer dort steht, der hat in dem Moment die Intuition und wenn er sie hat, dann wird er das Richtige machen, was insgesamt die Welt am besten weiter bringt. Das heißt, da gibt es nicht irgendeine einmalige Lösung dafür, wo jetzt die Ethik schreiben könnte: So musst du in der Situation handeln. Weil sich das einfach durch das Verstandesdenken gar nicht ausschöpfen lässt, sondern da, wo Menschen beteiligt sind an einer Aktion - und wir sind im Grunde an allem, was in der Welt passiert beteiligt, wir sind mit beteiligt.

Der Mensch im Wechselspiel mit seiner Umwelt

Über das haben wir schon gesprochen - also das heißt, bei allem, was in der Natur passiert, ist auch immer ein Einschlag durch die Menschen drinnen, es bringt etwas über die bloße Naturgesetzlichkeit, die aus der Vergangenheit nachwirkt, hinein und bringt in die ganze Sache ganz neue überraschende Aspekte hinein. Genau das ist das, was ich in der Intuition erfassen kann. Wirklich in dem Moment, in der Situation - und ich weiß es erst in dem Moment, wo ich es tue: "Das muss ich jetzt tun." Und ich sehe dann nachher auch: "Aha, ich weiß jetzt, warum ich das tun musste." Egal wie die Sache ausgeht. Es ist vielleicht nicht möglich, dass ich alle Beteiligten retten kann. Vielleicht sterben die zehn oder die hundert. Kann sein - und vielleicht ist es trotzdem die richtige Entscheidung gewesen. Es ist nicht einfach so jedenfalls, dass prinzipiell die Entscheidung einer gegen hundert ganz klar ist. Da fängt genau das Unmenschliche an - und vieles in dieser Art der Überlegungen spielt heute in der Politik, in den Entscheidungen, die getroffen werden, eine große Rolle. Wenn ich einen sehe, der unbequem ist, der andere gefährdet, wenn er ein Diktator oder so etwas ist, der wird dann ganz klar einfach abgeschossen. Ich gebe es irgendeinem professionellen Attentäter weiter, der dann versucht ihn aus dem Weg zu schaffen. Das muss nicht immer die richtige Lösung sein. Das kann sein - aber das muss es nicht grundsätzlich sein. Das heißt, wie soll ich sagen, wenn man in der Theorie eine gute Lösung findet, dann sollte es schon sehr verdächtig sein, dann sollte man sehr aufmerksam sein, dann wird das sicher nicht eine Lösung sein, die sich irgendwie verallgemeinern könnte. Das ist eine Milchmädchenrechnung. Aber genau mit dem packen uns die Widersacher. Genau mit diesen Dingen packen sie uns.

Genau dieser Punkt, nämlich aus der Intuition und aus der Freiheit heraus zu entscheiden. Die Intuition zwingt uns zu nichts, denn die Intuition ist ganz auf unsere Individualität zugeschnitten. Ein anderer, der daneben steht, kriegt eine andere Intuition, damit er seinen Teil richtig tun kann - und er tut was anderes, er leistet einen anderen Beitrag zu der ganzen Geschichte. Es ist daher das Schlimmste heute zu sagen, ich finde Regeln, die für alle in einer bestimmten Situation gültig sind. Wir leben in einer Übergangszeit drinnen, die zumindest das ganze Bewusstseinsseelenzeitalter dauert - und das sind immerhin insgesamt über 2000 Jahre; 2160 Jahren wird es dauern - eine Kulturepoche ungefähr, es ist auch nicht so auf die Millimeter genau zu nehmen oder auf die Sekunde genau, sondern es gibt Übergangszeiten dazu. Aber bis dahin sollten wir so weit kommen, dass unser ethisches, unser moralisches Verhalten - also, Moral heißt die Anwendung der Ethik in der Praxis, im Grunde - eben nicht auf ein ethisches System, auf eine ethische Norm sich begründet, sondern intuitiv, grundsätzlich intuitiv in der Situation getroffen wird. Da gibt es keine Regeln mehr von oben. Das heißt, es wird sich alles ändern. Es wird auch die Zeit aufhören, wo es Gesetze gibt, die von oben kommen. Das sollte dann in der nächsten Kulturepoche, im Laufe der nächsten Kulturepoche, das Allgemeine werden. Da heißt es also, die Gemeinde von Philadelphia, wie sie in der Apokalypse genannt wird, also die Epoche der Bruderliebe.
Überwinden der Blutsverwandtschaft

Ich bin drauf angesprochen worden, ja, Brüderlichkeit, Bruderliebe, ist das überhaupt der richtige Ausdruck heute, wie schaut es aus mit den Schwestern. Gut, ich sage, man könnte es aus heutiger Sicht sogar wirklich weiter fassen, weil vor allem auch das Wort Bruderliebe - oder auch Schwesterliebe oder Geschwisterliebe, könnte man auch sagen, dann wäre es neutral, denn im Deutschen versteht man unter Geschwister beides - aber dann ist immer noch drinnen das Primat der Blutsverwandtschaft. Der Bruder ist der Blutsverwandte und die Schwester ist die Blutsverwandte. Es geht aber darum, dass es keinen, nicht den geringsten Unterschied mehr gibt dazu, ob der Mensch blutsverwandt ist mit mir oder nicht. Das christliche Element geht ja genau dahin - und der Ausdruck dafür ist die Hochzeit von Kana, eigentlich - dass dort der Schritt getan wird über die Blutsverwandtschaft hinaus. Also die Ablösung dessen, wo im jüdischen Volk, also bei den Israeliten und im engeren Sinn dann beim jüdischen Volk - also der Stamm Juda ist ein ganz bestimmter Stamm aus den zwölf Stämmen Israels, das ist noch etwas Engeres, irgendwo - aber gerade dabei ist das Prinzip der Blutsverwandtschaft ganz wichtig. Du bist eigentlich Jude, weil du jüdischer Abstammung bist - und zwar interessanterweise mütterlicherseits. Es zählt die Abstammung mütterlicherseits. Dann bist du auf jeden Fall Jude. Väterlicherseits ist es nicht so wichtig. Man kann heute natürlich auch konvertieren zum Judentum, wenn man es nicht ist von der Blutsabstammung her - da hat sich auch etwas geändert.  Aber es ist eher ungewöhnlich. Der große Schritt, der mit dem Christus-Impuls gekommen ist, dass das nicht mehr das Entscheidende ist, sondern dass jeder Mensch hier mein Bruder im Geiste sein kann, mein Mitmensch eben sein kann, also es ist an die Stelle der Brüderlichkeit oder Schwesterlichkeit, an die Stelle der Blutsverwandtschaft überhaupt, in Wahrheit, die Menschlichkeit getreten. Die Beziehung von Mensch zu Mensch ohne Ansehung dessen, aus welcher Abstammung er kommt, ob er Mann oder Frau ist, welcher Religion er zugehört. Welcher Religion er zugehört! Das heißt, das Christentum muss in sich die Toleranz und die Offenheit für alle Religionen haben, weil das Christentum ist eigentlich keine Religion, in Wahrheit. Das ist etwas anderes. Das ist was darüber Stehendes. Es ist am allerwenigsten ein Gebäude von bestimmten Regeln, die man einhält, sondern es beruht im Grunde einfach auf der Überzeugung, auf der einzigen Überzeugung, der Christus, also das höchste Göttliche - ob man es Christus nennt oder wie immer man es nennt, ganz egal, aber das höchste Göttliche, das unseren ganzen Kosmos geschaffen hat - hat sich in menschlicher Gestalt verkörpert auf der Erde. Damit ist ein Impuls entstanden, dass in jedem Menschen bewusst das Göttliche anwesend sein kann im Laufe der Zeit - aber der Startimpuls wurde damit gelegt. Das heißt, wenn man das Göttliche irgendwo sucht, ist es in jedem Menschen zu finden, weil jeder Mensch über ein Ich verfügt, sonst ist er eigentlich kein Mensch, sonst ist er vielleicht ein Erscheinungsbild eines Menschen, aber nicht wirklich Mensch, zumindest nicht inkarniert.
Die aktuellen Herausforderungen durch Luzifer und Ahriman

Wir haben schon über die Problematik gesprochen, ich will es jetzt nicht ausdehnen - vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt. Aber das ist die Perspektive, die wir brauchen, um standzuhalten den Widersacherkräften jetzt in dem Abgrund, in dem wir stehen mit unserem Thema. Wir stehen jetzt eigentlich irgendwo mitten drinnen im Abgrund - oder schweben da irgendwo oder segeln langsam hinunter, irgendwo, und das Wichtige ist immer, dass wir uns mit den Kräften rüsten, die uns helfen, diese Kräften Paroli zu bieten: Dass sie erstens nicht in uns tätig werden können, jedenfalls nicht über das Maß hinaus, über das sie tätig werden sollen, denn wir brauchen sie auch. Wir haben so schön am Freitag gesehen: Wir haben gelesen die Osterimagination von Rudolf Steiner, und da ist sehr schön geschildert dieses Gleichgewicht zwischen den luziferischen und ahrimanischen Mächten, das notwendig ist. Das ist in der Natur draußen notwendig, aber auch in uns notwendig. Dass der Mensch sein Ich ja im Grunde dort am besten finden kann, sein freies Ich überhaupt nur dort finden kann, wo er immer in diesem Spannungsfeld zwischen luziferischen und ahrimanischen Kräften drinnen steht. Und das sogar doppelt: So schön gezeigt in dieser Statue des Menschheitsrepräsentanten, in dieser großen Holzskulptur, die Rudolf Steiner gemeinsam mit Edith Maryon geschaffen hat. Es wird da gezeigt der Menschheitsrepräsentant - also der Christus im Prinzip - aber jeder Mensch ist Repräsentant der ganzen Menschheit, wenn er diese Christus-Kraft in sich trägt. Und jeder nimmt immer mehr diese Christus-Qualität an, das heißt, umso mehr er von dieser unerschöpflichen schöpferischen Kraft nutzbar macht, je mehr er lernt fertig zu werden mit diesen luziferischen Kräften, die einerseits in ihm sind und die andererseits um ihn sind in der Natur draußen. Also sie wirken gleich doppelt!

Wenn ihr euch diese Statue anschaut - wer sie nicht kennt, bitte schaut auf AnthroWiki nach der "Menschheitsrepräsentant". "Menschheitsrepräsentant", ich glaube, das genügt, wenn man das eingibt, und man sieht es dort abgebildet. Man sieht, dass zwei Luzifer und zwei Ahriman dort sind! Das eine Paar bezieht sich auf unser Inneres und das andere bezieht sich auf das Äußere in der Natur. Wir als Menschen haben die Aufgabe, diese Kräfte in uns ins Gleichgewicht zu bringen und in der Natur ins Gleichgewicht zu bringen. Zum Beispiel bei dieser Osterimagination ist es so deutlich, wie der Luzifer versucht, ja eigentlich dieses ausgeatmete Kohlendioxid, das der Mensch ausatmet, die Kohlensäure, die er ausatmet, das immer mehr anzureichern in der Atmosphäre, sodass eigentlich die Menschheit und alles drum herum, was vom Sauerstoff abhängig ist, ersticken würde. Der Mensch wäre dann in einer Sphäre, wo er ein bisschen über der Erde schweben würde. Da wäre der Luzifer ganz glücklich: Der Mensch, eigentlich nicht verkörpert in seinem ahrimanischen Körper dort unten, sondern in etwas Ätherischerem, aber ganz offen natürlich für das Glück und die Weisheit Luzifers. Ja, Glück und Weisheit könnte er uns bieten, aber auf luziferische Art. Damit würden wir ganz vorbeigehen: Wir könnten uns ins Glück eintauchen, wir könnten das Ganze noch als Weisheit interpretieren - und es wäre trotzdem der völlig falsche Weg. Er würde uns völlig von der Freiheit wegführen - und es würde sehr schnell dazu führen, dass dann der Ahriman seine Kräfte wirksam macht und uns dann erst recht wieder hinunterreißt und dann versucht, dieses Tolle, was sich jetzt bildet, was scheinbar so toll ist, und von dem der Luzifer begeistert wäre, dass er das alles hinunterholt in sein ahrimanisches Reich. Man könnte sagen "materialisiert": Also Glück und Weisheit im Grunde in Form rein materieller Gestaltungen zu verwirklichen. Das heißt, den Menschen so ummodeln, dass Krankheit überwunden ist, Tod überwunden ist. Das wäre das Ideal. Der Ahriman ist zwar der Herrscher der Todeskräfte, aber es sollte seiner Meinung nach so wirken, dass der Mensch eigentlich ein ahrimanisches Wesen wird, das unsterblich ist, physisch unsterblich ist. Physisch unsterblich ist!
Der Mensch und die ahrimanische Technik - Chancen und Fallen

Wenn man schaut, was heute in der Welt an Ideen herumgeistert - Stichwort Transhumanismus, also ein Hinausgehen über den Menschen, wie er jetzt ist, aber auf dem technischen Weg. Das ist die große technisch-philosophisch-ethische Strömung, die aus dem Westen zu uns kommt - immer mehr, immer mehr sich breitmacht und weit auch in den Osten hineindringt. Zum Beispiel, alles was damit verbunden ist: Der Mensch, der sich mit der Computertechnik verbindet, der Eins wird mit - was weiß ich - dem ganzen Netzwerk von Servern, die überall in der Welt stehen und die er alle zur Verfügung hätte und die er alle in sein Bewusstsein abrufen könnte. Das ist noch alles komplette Illusion, muss man dazu sagen. So wie es sich die Technik erträumt, und dass wir kurz davor stünden, dass es möglich ist, dass der Mensch sich wirklich voll mit seinem Bewusstsein damit verbinden kann, das ist noch relativ weit weg. Aber was möglich ist, ist immerhin, dass man Ausgaben, die der Computer macht, dass man die direkt in den Hirnkasten einspeisen kann. Das geht. Das geht mittlerweile - und umgekehrt auch, dass der Mensch über seine Nervenimpulse Computer steuern kann. Das gibt es auch ansatzweise. Das ist in manchen Fällen durchaus nicht etwas, was man verteufeln muss weil, es gibt Menschen, die vollkommen gelähmt sind, die Möglichkeit zu sprechen, vielleicht sogar den Computer zu bedienen, ohne dass er irgendeinen Finger rührt dabei, sondern direkt nur durch seine Nervenimpulse, und ihm natürlich hier im Erdenleben andere Möglichkeiten gibt. Nur, das sollte natürlich nicht das Ideale werden, dass wir alle so werden. Das ist nur in bestimmten Sachen, in bestimmten Situationen, sicher ein Mittel um Zerstörungen, die im Körper sind, auszugleichen, ein Gegengewicht zu machen und dem Menschen dadurch zu ermöglichen, eine Aufgabe, die er vielleicht hier in der Erdenwelt hat, zu realisieren. Und zwar so, dass er tätig eingreift in die Erdenwelt, um das zu ermöglichen, was sonst nicht möglich wäre. Sonst würde er vielleicht auch einfach im Wachkoma da liegen. So weit könnte es gehen. Man kann heute bereits einiges tun bei Patienten, die im Koma liegen, wo man aber nicht unterscheiden kann durch äußere Kriterien, ob er im Wachkoma ist - er kann sich jetzt überhaupt nicht rühren, er kann nicht mal blinzeln mit den Augen unter Umständen - und trotzdem gibt es die Möglichkeit, dass er bewusst ist. Man kann heute mittels Gehirnscans - mit der Tomographie - unterscheiden, welche Zentren zum Beispiel aktiv sind, wenn sich der Mensch etwas vorstellt. Man versucht dann den Menschen so anzusprechen: "Stell dir vor, wenn du ja sagen willst, stell dir zum Beispiel deine Wohnung, wo du dich wohl gefühlt hast, vor. Und wenn du nein sagen willst, stell dir etwas anderes vor." Und tatsächlich werden dadurch im Gehirn andere Nervenzentren aktiviert. Wenn der Mensch drauf reagiert, auf Fragen, die man ihm stellt, gibt er die Antwort ja oder nein. Natürlich, sinnvolle Antworten durch "ja" und "nein" ist immer kompliziert und macht die Unterhaltung langwierig, aber es geht. Man konnte bis dahin mit keinem technischen Mittel feststellen, ob der Mensch bei Bewusstsein ist oder nicht. Er kann vollkommen bewusst sein, man nennt es das Log-in-Zentrum, wo er vollkommen in sich eingesperrt ist. Wir haben vorhin darüber gesprochen, es gibt die Möglichkeit, ganz in sich sich zurückzuziehen, sodass nicht mal mehr der Körper noch irgendwie funkt - außer die Nerven da oben, die gehen mit.

Daher muss man sehen: Es ist nicht grundsätzlich das Böse, dass eine solche Technik entwickelt wird. Das Böse ist, wenn wir die ganze Welt danach einrichten wollen und die Menschen dazu bringen wollen, dass sie sich mit dem Zeug verbinden und das Leben nur noch so geht. Das ist das Problem. Man kann heute sagen, die schrecklichsten Dinge können in manchen Situationen nützlich sein, aber wenn sie allgemein angewendet werden, wo sie nicht passen, sind sie fürchterlich und zerstören eigentlich die Menschheit und schneiden sie vom Geistigen ab. In einzelnen Fällen kann es nützlich sein - ich betone in einzelnen Fällen - nicht als allgemeines Prinzip. Es ist so wichtig, es zu bedenken heute, weil diese Dinge sind im Kommen, sind ansatzweise schon da und werden stärker kommen - und das sehr, sehr schnell. Man unterschätzt nämlich immer, wie rapide das Wachstum der Veränderung ist, die durch die Technik in die Welt hineinkommt. Wir müssen ganz brutal sagen, dass das Zeitalter, in dem wir drin stehen, diese Bewusstseinsseelenentwicklung, heißt einmal Bewusstsein entwickeln, Bewusstsein für das Geistige entwickeln, Bewusstsein aber auch gerade für die tote materielle Welt entwickeln - und aus dem heraus entspringt aber die ganze Technik. Die größte Kulturleistung, die wir bis jetzt erbracht haben, ist einerseits die Technik, die wir hervorbringen - und ungemein geistige Kräfte gehen da hinein, das sind wirklich geistige Kräfte, die da hineingehen. Wir müssen nur aufpassen, dass die Widersacher sich nicht derer bedienen und uns verführen, damit etwas Verkehrtes zu machen, dass wir das Heft in die Hand bekommen, obwohl wir die wesentlichen Intuitionen - Intuitionen für die Technik - gerade von Herrn Ahriman bekommen, weil er weiß, wie die tote Welt funktioniert. Er ist Meister darin! Der Techniker braucht seine Inspirationen, seine Intuitionen. Er sollte aber lernen zu erkennen, woher sie wirklich kommen. Nicht dass dann etwas von diesem ganzen technischen Denken hineingeht zum Beispiel in seine ethisch-moralischen Überzeugungen! Das ist die ganz große Gefahr, die drinnen ist heute. Wir haben eben heute gerade das Problem, dass wir immer mehr in die Ethik, in die Moral Impulse, die von dieser ahrimanischen Seite hineinkommen, haben und dass die verkauft werden als das Wünschenswerte - und die Menschen glauben es. Denn der Luzifer hilft mit, dass sogar eine Begeisterung - aber eine luziferische Begeisterung - dafür entsteht. Je nachdem - man kann verschiedene Menschentypen mit verschiedenen Kräften besser fangen: Die einen, weil der Ahriman so stark wirkt, dass sie Angst haben, sagen: "Okay, ja wenn diese Regel da ist, dann habe ich weniger Angst." Da bin ich im Griff von Ahriman, da stört mich der Ahriman. Für diejenigen, für die es nicht genügt, kommt dann der Luzifer dazu und sagt: "Nein, das ist doch eine brillante Idee, das ist so einsichtig, dass nur das das moralisch Gute sein kann. Ich bin so begeistert davon! Und das muss ich gerade zu der ganzen Menschheit bringen." Solche Prediger laufen heute - ich will ja nicht sagen dutzendweise sondern - millionenweise herum auf der Welt, da die Logik dahinter bestechend ist. Bei den einen ist es die Logik, dann ist der Ahriman mehr dahinter, bei den anderen die Begeisterung, das Feuer, das Licht, das sprüht dabei, dann ist der Luzifer dahinter.
Der Mensch auf dem Weg zu Individualität und Schöpfertum

Es ist noch ganz, ganz wenig, was wirklich aus der Freiheit des Individuums gefunden ist, wo man die Kraft in sich entwickelt zu sagen: "Nein, ich sehe für mich in dieser Situation einen anderen Weg und den gehe ich auch, weil ich weiß, dass das das individuell Richtige ist." Das ist der große Punkt. Wir stehen heute davor, endlich immer eine Entscheidung zu treffen, jetzt nicht aus Prinzip heraus, aus Bosheit heraus, "ja, ich mache alles anders", aber trotzdem, aus innerem Wesen heraus ist es geradezu notwendig: Wir müssen es anders machen als alle andern, denn alles, was wir tun, ist unsere ganze individuelle Handschrift. Es kann bis auf ein Haar der Tat eines anderen gleichen, trotzdem ist da ein wesentlicher Unterschied drinnen. Das macht die Individualität aus. Das Große ist, wenn wir wirklich aus der geistigen Welt schöpfen - schöpfen heißt, wir holen die ganze geistige Welt herein, nicht alles bewusst, aber so wie es ist, wird es als Ganzes in uns hereingeholt - dann leuchtet etwas auf in uns und wir tun aber jetzt etwas damit und bringen ein neues Element hinein. Also, wir nehmen nicht einfach was Fertiges aus der geistigen Welt. Wir vermehren die geistige Welt durch unsere individuelle geistige Tat - und um das geht’s. Wenn wir von Ahriman die Inspiration bekommen oder von Luzifer die Inspiration bekommen, dann lehrt es uns, was wir hereinnehmen sollen. Für uns ist es ganz neu - vielleicht - aber der Ahriman oder der Luzifer hat es gemacht. Wir geben etwas dazu. Wir führen wirklich die Schöpfung weiter damit. Das haben wir ja im letzten Vortrag besprochen, dass es darum geht, dass alles, was noch an Schöpferischem jetzt passiert in der Welt, auf der Erde, letztlich im ganzen Kosmos drin - wenn ich die ganz große Perspektive dazu rechne - was jetzt noch schöpferisch passiert, muss durch Menschen passieren, Menschen, die in Verbindung sind in ihrem Ich mit dem Christus - das wohl gemerkt dazu. Weil der Christus gibt letztlich die Kraft dazu, dass das im ganzen Kosmos wirken kann. Aber was passiert, bestimmen wir. Und der Christus stellt sich sozusagen völlig selbstlos in den Dienst des Menschen, um seinen Impuls zu verwirklichen. "Du Mensch, musst sagen, wo es langgeht. Nicht ich, der Christus, sagt dir, du solltest jetzt eigentlich das machen." Sondern der Christus wartet auf die Impulse, die von uns kommen.  Er wartet natürlich nicht auf die egoistischen Impulse! Den Unterschied kennt er schon. Wenn wir unserem Ego heraus sagen, "ja, ich muss es unbedingt machen, unbedingt, die ganze Welt muss es haben", aber es ist nur aus meinem Egoismus heraus, da würde der Christ dann sagen: "Tja, dann schau, wie du zu Rande kommst, aber ich werde es sicher nicht verstärken".

Aber dann sind die Widersacherkräfte da, die halt natürlich auf ihre Art das verstärken und froh sind. Um das zu verhindern, da müssen wir wieder aus unserem Ich, mit dem Christus verbunden, agieren, um das unterbinden zu können. Die Widersacher kassieren uns sehr, sehr leicht, sehr, sehr leicht. Ich habe es eh vor einigen Vorträgen gelesen bei dieser Szene mit der Theodora, irgendwo sagt sie so deutlich… oder der Luzifer… nein, die Theodora sagt: "Na klar, was die Widersacher wollen, wird sich nicht in das Gesicht des Bösen kleiden." Also, das Böse, wo man auf den ersten Blick sieht: "Das ist ein Monster, das da mich jetzt inspiriert." Nein!  Es wird sich in der schönsten Gestalt, in der heiligsten Gestalt offenbaren, ja sogar, und das ganz besonders, in der Gestalt des Christus. Das heißt, weil wir ja auch davon gesprochen haben, in Zukunft, und zwar in der allernächsten Zukunft eigentlich - das hat schon im 20. Jahrhundert begonnen - die Möglichkeit, wirklich den Christus zu schauen, das heißt, sich in Wahrheit bewusst zu werden der Christuskraft, die in mir wirkt, aber dass ich mich ihrer so bewusst werden kann, dass ich sie mir gegenüberstellen kann. Man muss bedenken, wenn der Christus erscheint, dann ist es nicht so ein sehr verdünnter Nebel, der da unten ist, und der formt sich jetzt zum Christus-Bild und er kommt mir jetzt entgegen und sagt "Hallo". Das Bild forme ich, aber die Kraft, die in diesem Bild lebt, ist die Christuskraft. Aus der Intuition, aus der intuitiven Verbindung mit dem Christus heraus, erschaffe ich diese Imagination. Und ich erkenne sie als Wirklichkeit. Als Wirklichkeit heißt nicht unbedingt als äußere Realität, obwohl es bis dahin gehen kann sogar.  Das Erlebnis kann so stark werden, dass - es gibt die Schilderung in der Bibel mit dem ungläubigem Thomas, der seine Hände sogar in die Wunden legen will, ja sogar den Christus betasten will - dieses Bild, das  im Grunde der Thomas selber schafft, kann so stark werden, dass er es berühren kann. Der Christus ist als geistig-übersinnliche Gestalt da. Aber dass ich ihn sichtbar mache, sozusagen, für mein Schauen, dieses Bild muss ich malen. Wenn ich es nicht male, dann erlebe ich es nicht. Dazu muss ich aber innerlich in meinem Ich eben wirklich das Bewusstsein für die in mir wirkende Christuskraft gefunden haben, irgendwo, halbbewusst zumindest. Es muss da sein.
Wirkliche Imaginationen und luziferische Trugbilder

Viel leichter geht es, dass der Luzifer mir das  Bild vom Christus vorgaukelt. Da muss ich mich nicht anstrengen, er macht es mir leicht. Wir müssen zum Beispiel ganz, ganz stark aufpassen: Aha, es ist ja die Zeit des Erlebens des Christus im Ätherischen. Dann muss ich aber aufpassen, ist es das luziferische Trugbild - oder ist es wirklich der ätherische Christus? Ist es wirklich die Lebenskraft des Christus, die ich in mir erlebe und aus der ich heraus dieses geistig wirkliche Bild des Christus erschaffen kann? Das Bild, die Imagination, muss ich schaffen, aber aus den ganz realen ätherischen, physisch-ätherischen Christuskräften. Es ist ein ganz schwieriges Bild. Das kann sehr, sehr, sehr knapp beisammen liegen. Wie ich gesagt habe, wir müssen uns auf einiges gefasst machen. Da in dem Abgrund, da ist es am Wenigsten, dass ich jetzt Angst haben muss: "Ach, es wird jetzt so wie in einem schlechten Horrorfilm und aus der Geisterbahn kommt so eine schiere Gestalt hervor." Die Gefahr besteht ganz stark, dass die Gestalt, auf die ich mich so freue und wo ich unendlich froh bin, sie zu sehen, dass die ein Trugbild sein könnte und dass die mich in die falsche Richtung lenkt. Der Luzifer ist schon gut darin, diese Gestalten hinzuzaubern. Er ist sehr gut darin. Wir können uns sehr, sehr leicht täuschen. Ich muss mir einfach sehr, sehr bewusst werden meiner eigenen Ich- Kraft und der Freiheit, die drinnen liegt. Überall dort, wo mich so ein Bild einfach überfällt, muss ich schon vorsichtig sein, muss ich zumindest sagen: "Aber jetzt heißt es ganz wach sein." Wenn ich ganz wach bin bei mir: Wenn es ein luziferisches Bild ist, dann verwandelt es sich oder zumindest löst es sich. Es zeigt sich dann das luziferische Gesicht und dann kann ich sagen: "Servus, aber ich weiß, du bist nicht das, als was du dich ausgegeben hast." Da muss ich ganz fest in mir stehen. Da muss ich, wenn ich dem Christus begegnen will, zugleich aus demselben Atemzug dieses "ganz auf mich stehen können" in mir haben, dieses absolute Gefühl zugleich der absoluten Einsamkeit.


Diese eine Seite des Christus-Ausspruches am Kreuz oder die eine Interpretation des Christus Wortes: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen." So steht es da drinnen. Das ist das Interessante: "Eli,eli, lama asabtani?", wie es im Aramäischen heißt. Das Wort kann man aber sehr leicht falsch lesen, weil es gibt ein fast ähnlich lautendes und das aber in der Übersetzung heißt: "Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verklärt." Und beides ist richtig. Beides ist richtig, beides fällt sozusagen in dem Bruchteil einer Sekunde in Eins zusammen. Es ist zugleich im Grunde das Erlebnis der vollkommenen Verlassenheit von allen guten Geistern, ganz auf mich allein gestellt, mutterseelenallein in der Welt, nur ich und zugleich - das ist so paradox, wie kann man das zugleich erleben, aber es ist so, das steckt dahinter - zugleich erlebt man: "Ich bin mit dem höchsten Geistigen und mit all den geistigen Wesen, die mit dieser höchsten Schöpferquelle verbunden sind, Eins ». Wirklich Eins, das ist die andere Perspektive. Nicht nur verbunden, sondern Eins, wirklich Eins. Das heißt zu spüren: Ich bin die Welt - und zwar die ganze Welt.
Auf dem Weg zum Ich und dem Erkennen meiner Einzigartigkeit

Es gibt das schöne Gedicht von Alfons Petzold - ich habe es hier, ich habe es jetzt nicht bei der Hand - wo es so schön heißt: "Ich bin die Welt, in meinem Pulsgetriebe sagt mir dies laut und deutlich jeder Schlag, und was mich ewig macht, das ist die Liebe, mit der ein Gott erschuf den ersten Tag." Da steckt genau dieses Erlebnis drinnen in Worte gefasst. Arbeiterdichter, österreichischer Arbeiterdichter, so um den Beginn des 20. Jahrhunderts ungefähr. Er ist in Wien aufgewachsen in bitterarmen Verhältnissen und hat dann begonnen zu dichten. Er ist der sozialistischen Partei, also der Arbeiterpartei, beigetreten und die haben ihn dann gefördert, weil er auch sehr sozialkritische Gedichte geschrieben hat, aber immer dahinter diese tief geistige Überzeugung, als Erlebnis einfach. Das hat ihn auch durchs Leben gebracht, irgendwo. Er war am Verhungern. Er war erkrankt an Tuberkulose, lungenkrank, aber er ist durchgekommen, weil dieses wirklich Christliche in ihm gebrannt hat. Mit der Kirche hat er jetzt keine grosse Beziehung gehabt, aber er war vollkommen tief…, seine Mutter war tief gläubig. Er hat diese Kraft in seinem Ich gespürt, einfach. Es gibt Menschen, die das haben - und das kann im Grunde heute in unserem Bewusstseinsseelenzeitalter jeder Mensch finden. Das ist auch alles nicht so weit weg, weil oft heißt es: "Naja, wie finde ich jetzt wirklich mein Ich? Oder wer ist es? Ist es doch der Luzifer oder sonst wer? Oder ist es mein Ego? Oder wer oder was ist es?"

Aber wir sind so hauchdünn dran. Wir können es aber eigentlich nur erleben in solchen Schicksalsmomenten, wo es wirklich hopp oder dropp ist in gewisser Weise - oder wo eine Entscheidung zu fällen ist, wo ich mich auf niemanden, auf keine Regeln berufen kann. Ich stehe alleine damit da und ich muss jetzt sagen so oder so. Wenn ich mich dem stelle, dann kenne ich mein Ich - in dem Moment. Dann erkenne ich es, weil dann erlebe ich es in seiner Tätigkeit. Da klopft es deutlich an. Wir haben heute das Problem, dass unser Alltagsbewusstsein, so wir es tagein tagaus haben - man kann das nicht als Ich-Bewusstsein bezeichnen - eigentlich nur die Spiegelung des Ich-Bewusstseins als Ego-Bewusstsein ist. Das ist noch ganz, ganz flau. Die ganzen gescheiten Gedanken, die wir uns machen, die man gelernt hat und die man hin und her wälzt, das ist es alles noch nicht, das ist erst das Spiegelbild. Es ist erst dort, wo ich am Ende mit meinem - ich sage es ganz bewusst - wo ich mit meinem Latein am Ende bin. Das Latein ist ja die Sprache des Verstandeswissens. Wo dann weder der Verstand noch die Logik sagt, so musst du es machen oder so, jetzt habe ich die Regel durchschaut, dann rechne ich es aus und so ist es richtig, sondern wo ich Richter, Geschworener, alles in einem bin und entscheiden muss, wie es passieren soll. Wo ich niemanden fragen kann dazu, außer mich selbst. Wo ich das tue - manchmal vielleicht fast unbewusst, weil die Intuition beginnt noch oft unbewusst, sie sollte aber voll bewusst werden, aber… - also ich beginne, ich tue es, und wenn ich es dann im Tun erhasche: Ja, genau das ist es! und mich darin spüre und sehe, das war genau die Entscheidung, die ich jetzt treffen musste, weil ich sie aus Freiheit so treffen wollte, weil ich aus meinen Fähigkeiten, meinen ganz individuellen Fähigkeiten, genau das beitragen kann dazu. Es nützt mir gar nichts, hausieren zu gehen mit den Fähigkeiten, die ich gar nicht habe. Zum Beispiel, ein Notarzt wird in einer Situation vielleicht anders arbeiten als einer, der mit dem nie was zu tun hatte - und trotzdem kann er versuchen, einem Menschen zu helfen, der einen Unfall hatte, und das wird ihm vielleicht auch gelingen. Es ist nicht gesagt, dass es einem Arzt besser gelingt. Aber der Arzt wird sofort ganz genau professionell wissen, welche Handgriffe er machen muss. Wenn ich es noch nie gemacht habe, dann werde ich anders herangehen müssen, ganz zwangsläufig, und trotzdem kann ich etwas Richtiges machen in der Situation. So ist vieles auch. Es wäre so wichtig in der Medizin, dass es von Arzt zu Arzt verschieden ist. Nicht ein Patient und alle Ärzte machen alle genau das Gleiche mit ihm. Die wirkliche Heilung passiert, wenn so eine Beziehung von Ich zu Ich stattfindet zwischen dem Arzt und dem Patient. Das wäre das Eigentliche. In nicht zu ferner Zukunft wird es dahin kommen, dass Heilung auf dem beruht. Dann wird es vieles von den - wie soll ich sagen - abergläubischen Zauberritualen, die wir jetzt machen in der Medizin, wegfallen. Vieles von dem, was heute gemacht wird, ist in Wahrheit ein Brimborium.

Man kennt mittlerweile den Placeboeffekt. Mittlerweile weiß man auch, dass damit tatsächlich Heilungen passieren können. Es ist nicht nur, dass der Patient sich das einbildet, weil er sich psychologisch wieder wohl fühlt. Nein, es passieren wirklich auch Heilungen daraus. Nur, man weiß ja nicht wie, wann, warum - und manchmal funktioniert es, manchmal funktioniert es nicht, also daher kann man es noch nicht als medizinische Behandlung so anpreisen, aber es wird dahin kommen. Es wird einfach liegen an den geistigen Beziehungen, die der Patient mit seinem Arzt oder mit einem anderen Menschen hat, wodurch dann irgendwann mit der Zeit jeder Arzt für jeden sein kann, dem anderen helfen kann. Es wird schon notwendig sein. Es wird gerade so sein - und das ist ja gut auch, weil eben gewisse Dinge uns mangeln. Und das ist dann die nächste Erkenntnis: "Okay, wenn ich Individuum bin, bin ich Individuum, aber auch gerade dadurch, dass ich ganz bestimmte einzigartige Fähigkeiten habe, die sonst niemand hat, fehlen mir aber auch eine ganze Menge Fähigkeiten, die die anderen haben, und wir können ein großes Ganzes eigentlich dann schaffen, wenn wir uns zusammen tun. Wenn wir sagen, ja super, du kannst was anderes als ich, du machst das anders als ich. Das ist gerade das Gute, dass du das genauso machst wie ich, das ist unnötig, das kann ja eh ich erledigen, und du könntest es niemals so gut wie ich, weil du eigentlich die Fähigkeit gar nicht dazu hast. Da fehlt etwas dazu. Du brauchst sie auch gar nicht haben, sondern ergänzen wir einander doch." Und da zusammenzuarbeiten! Natürlich machen wir uns dadurch auch die Fähigkeiten des anderen auf eigene Art zu eigen. Wir nehmen etwas herüber in uns, reifen dadurch, aber es wird unser Eigenes. Es ist nicht mehr dasselbe, was von dort ausgegangen ist, aber der andere ist eine Anregung für uns. Das wird dann in der nächsten Kulturepoche - hoffentlich - zumindest bei einem Teil der Menschheit der Fall sein, dass diese Verbindung da ist. Dass jede Begegnung im Grunde von Mensch zu Mensch - zumindest bei den Menschen, die das schaffen und hoffentlich sind es viele - ein Austausch von Anregungen ist, die Fähigkeiten erwecken. Etwas von meinen Fähigkeiten sprüht einen Funken aus, der bei dir zünden kann, und du machst durch deine Individualität, was du daraus machen kannst. Es wird einander bereichern letztlich dadurch. Ich sage es bewusst in der doppelten Bedeutung des "Bereichern".
Die Reichen und Mächtigen in den Fängen Ahrimans

Wir haben heute ein Problem in der Welt, ein riesiges Problem, wie das ganze Finanzsystem läuft, wie der Umgang mit dem Geld läuft. Mittlerweile wird es überall schon erkannt, dass die Schere immer größer wird. Immer weniger Menschen häufen immer mehr Kapital an, die andern haben im Verhältnis immer weniger. Das hat insofern eine ganz starke geistige Bedeutung. Man braucht jetzt nicht die, die es anhäufen, gleich wieder zu den Bösewichten abstempeln. Natürlich sind Einflüsse da, aber es geht nicht erstens darum: "Ach, jetzt kann ich mir alles leisten." Die haben so viel Geld, so viel können sie sich gar nicht leisten oder es für sich gebrauchen, sondern sie gebrauchen es, um die Welt nach ihren Ideen umzugestalten. Da ist an sich etwas Richtiges dran. Das Kapital sollte dazu da sein. Kapital ist Ausdruck der geistigen Fähigkeiten der Menschen. Kapital, Geldfluss bedeutet, es sollten die äußeren Mittel hinfließen zu dem Menschen, dass er seine Ideen für die Menschheit umsetzen kann, sie einbringen kann. Ein Problem wird es nur, wenn es nur einzelne wenige sind und den andern eben diesen äußeren Mitteln entzogen sind, aber sehr wohl die geistige Kraft dazu da wäre. Also das heißt, dass heute das Finanzsystem in Wahrheit ganz, ganz stark daran krankt, dass die Verteilung des Kapitals nicht mit der Verteilung der Fähigkeiten übereinstimmt. Es konzentriert sich in nur ganz wenigen Händen.

Ich will nicht sagen, dass diese Leute keine Ideen haben, das will ich überhaupt nicht sagen, aber es sind einseitige Ideen, klar weil sie ganz individuelle Ideen sind. Es wäre ganz was anderes, wenn jetzt 7 Milliarden andere Menschen - wir haben schon fast 8 Milliarden auf der Erde -  ihre Ideen auch umsetzen können, die vielleicht ganz anders sind. So wie es läuft heute, fördert halt das System gerade die Ideen, durchaus schöpferische Ideen, die aber hauptsächlich aus dem ahrimanischen Bereich kommen. Ich habe das heute schon gesagt, wir brauchen sie, um die Technik zu entwickeln - und die Technik ist fast das Signifikanteste für unser Zeitalter. Die Geisteswissenschaft ist es leider noch nicht, in Wahrheit. Wenn ich in die Welt hinaus schaue, es ist noch nicht zum kulturbestimmenden Faktor geworden, sollte es aber eher baldigst werden, aber es ist bis jetzt noch nicht gegangen. Es ist bis jetzt einfach nur gelungen, dass es diese ahrimanisch-technische schöpferische Intelligenz gibt. Schöpferisch durch den Menschen! Der Ahriman selber, muss man dazu sagen, ist nicht schöpferisch, aber wir können es sein, aber trotzdem halt mit den ahrimanischen Mitteln - und da ist etwas Begrenztes drinnen. Aber durch den Menschen kommt trotzdem ein neuer Impuls rein. Drum ist der Ahriman so interessiert an den Menschen, weil der Mensch bringt trotzdem noch etwas Neues hinein. Der Ahriman sorgt dafür, dass es in seinen Mechanismus in seiner mechanistischen Welt, könnte man sagen, in sein totes Weltgetriebe, dass er das einverleiben kann. Jeder Erfinder, er schöpft aus dem Ahrimanischen, aber wenn er ein wirklicher Erfinder ist, gibt er einen neuen Impuls dazu. Und der Ahriman ist glücklich darüber. Ahriman kann es seinem Reich aber nur dann einverleiben, wenn der Mensch, der diese ahrimanische Inspiration hat, seinen schöpferischen Impuls aus dem Ich dazugibt, aber nicht erkennt, dass er da schöpferisch tätig ist. In dem Moment, wo er das nicht erkennt, gehört es dem Ahriman. Hurra! Und es schwächt zugleich die Ich-Kraft des Menschen. Es kommt noch dazu, weil etwas entzogen wird, was eigentlich sein Werk ist, aber jetzt selbstverständlich einverleibt wird dem ahrimanischen Reich - und plötzlich ist es ahrimanisch geworden. Damit wird etwas von Ich-Kraft abgezogen. Die Kunst ist heute, ein großer Erfinder zu sein, zu sagen: "Ich bin voll begeistert von der Technik." Ja super, mache es, aber wisse, von wo die Quelle ist, die dir diesen Funken gibt, dass das Neue hineinkommt. Wenn du dir dessen bewusst bist, ist die Wirkung eine komplett andere. Also das heißt, als Allererstes müssen alle großen Erfinder oder auch die großen, die reichen Leute der Welt, die diese Sachen fördern, eine Ahnung davon kriegen, wer sie wirklich selber sind, da einmal einen Impuls zu kriegen. Die blöde Geschichte ist, dass das grad da offenbar nicht der Fall ist - nicht, weil ich es irgendwem unterstelle, auch nicht, weil, "ach ja, jetzt habe ich alle Führenden hellsichtig untersucht und ich kann's euch sagen, ich habe es geschaut." Jeder von euch kann's schauen. Man kann es nämlich an Einem sehen: Sie haben fast alle Angst vor dem Tod.


Die Philosophie des Transhumanismus, also den Menschen verbessern mit technischen Mitteln, der Hauptantrieb ist die Angst vor dem Tod und der Auslöschung des Ego-Bewusstseins. Vor dem haben sie Angst. Das treibt sie an: "Ja, ich muss irgendwie zu meinen Lebzeiten schaffen, dass das funktioniert." Und darum haben sie die Fantasie, dass es in den nächsten fünf Jahren passieren muss oder in den nächsten zehn Jahren, aber unausgesprochen steckt dahinter, "dass ich es noch erlebe, weil ich habe tief drinnen diese unglaubliche Angst vor dem Tod, ins Nichts, in die völlige Auflösung zu fallen." Aber so lange ich einen Funken von dieser Angst habe, habe ich noch nicht mitgekriegt, was mein Ich wirklich ist.


Weil Ich-Erfahrung heißt, die Erfahrung zu machen, dass ich nicht sterblich sein kann. Diese Erfahrung mache ich unmittelbar damit. Mein Ego-Bewusstsein sehr wohl, das zerflattert - und da ist vieles weg, da ist das meiste weg, was unser Alltagsbewusstsein ausmacht. Aber dann muss ich mich besinnen: Was bleibt dann über? Und dort finde ich mein Ich dann. Ob ich das oder das gelernt habe, studiert habe, den oder den Besitz gehabt habe, das ist alles uninteressant. Das kann höchstens um sieben Ecken interessant sein. Das kann natürlich Ausdruck meines Schicksalsweges sein, natürlich, wird es auch sein, aber das muss ich erst erkennen. Der Besitz als solches und das Wissen als solches und die Ehrungen, die ich vielleicht bekommen habe, das ist für das Ich im Grunde gar nichts. Ein Hilfsmittel vielleicht, manchmal ein gutes, notwendiges, soll alles sein, aber Gott sei Dank, am Lebensende brauche ich es nicht mehr. Es hat ausgedient. Ich gebe es mit Leichtigkeit ab.
Die wirkliche Ich-Erfahrung ist möglich

Wenn ich das nicht… Und zwar nicht als Glaube im alten Sinn: "Ich glaube dran, weil die Kirche hat es gesagt oder irgendwer hat es gesagt und ich glaube dran." Ja, im wirklichen Mittelalter, in der Frühzeit des Mittelalters, haben die Menschen das gespürt in sich. Da war Glaube ein inneres Wissen, das zwar nicht voll rationalisierbar war, aber das eine tiefe Überzeugung, eine Gewissheit war. Also, Glaube war nicht das, was wir heute nennen: «Ich glaube etwas, wo ich es nicht genau weiß, ob es wirklich so ist, aber ich glaube es halt, weil die Autorität, die es mir gesagt hat, der vertraue ich." Heute muss die Autorität im eigenen Ich gefunden werden. Das heißt, wir müssen an uns selbst glauben zunächst einmal, als allererstes. "Glaube an dich selbst und sei nicht zaghaft diesbezüglich." Diese Überzeugung muss man gewinnen, und das ist eine Voraussetzung auch, die letztlich hinführt zu wirklichen Christus-Erlebnissen. Weil, zugleich mit meinem Ich erlebe ich dann den Christus dabei, der in meinem Ich, durch mein Ich, mit meinem Ich in vollkommener Freilassung unseres Ichs wirkt. Das geht in Wahrheit eins in eins. Wir sind nicht weit weg. Jetzt werden sie wieder sagen: "Ja, habe ich das schon erlebt? Ich weiß gar nicht, hmmm, wie komme ich dorthin?" Wir sind alle knapp dran. Wir sind alle so knapp dran. Das sind alles die Dinge, die ein Zehntel Millimeter unter der Oberfläche unseres Alltagsbewusstseins drunter liegen. Es ist nicht weit weg. Es ist nicht weit weg.

Grade die Beschäftigung mit der Anthroposophie, mit der Geisteswissenschaft - oder von mir aus nicht Anthroposophie. Aber alles, was mit dieser Gedankenklarheit, mit dieser Wahrheit an das Geistige herangeht, dann ist es Anthroposophie im weitesten Sinne, weil das ist die Weisheit, die Bewusstheit, die aus dem individuellen Menschen-Ich kommt. Darum geht es. Wie man das nennt, ist egal. Steiner hat irgendwann mal selber gesagt: "Ich würde am liebsten die Anthroposophie jeden Tag anders nennen, nur damit niemand glaubt, es ist ein starres System." Also, damit man immer wieder es neu greifen muss, neu denken, neu erleben muss. Genau das ist es.
Die Gefahren der geistigen Trägheit

Es geht darum, wie soll ich sagen, diese geistige Trägheit loszuwerden. Es ist jetzt ein böses Wort, aber wir können intellektuell sehr rege sein und sehr gescheit sein und trotzdem geistig schlafen. Geistig schlafen. Es gibt diese schöne Szene in dem Mysteriendrama, wo die Menschen gezeigt werden in Ahrimans Reich - und alle schlafen. Nur der Doktor Strader, der Techniker, der Wissenschaftler, durchaus ein sehr rational denkender Mensch, aber ein doch um sein Ich ringender Mensch, der ist zumindest ein bisschen aufgewacht in dieser Welt. Er weiß: "Es ist kein Traum, was ich jetzt erleb, ich bin in einer anderen Welt." Und er kriegt mit, was da passiert, und er erlebt auch die anderen Menschen, die aber schlafen, vollkommen, die nichts mitkriegen und die dann halt offen sind für die Einflüsterungen Ahrimans. Das ist ein vollkommen reales Bild, was dort gezeigt wird in dem Mysteriendrama. Das passiert heute weltweltweit.

Es passiert heut vor allem, das ist das Tragische, ganz besonders bei den Menschen, interessanterweise, die viel Macht und Geld in der Welt haben. Ja warum? Ich meine, dass Menschen so einen großen Einfluss haben, zeigt einerseits schon einmal, dass sie durch ihre früheren Inkarnationen sich sehr viele Fähigkeiten mitbringen. Da ist etwas da. Es fehlt aber eben offensichtlich das, was zu dem vollen Ich-Bewusstsein führt. Und dann sind es gerade so Menschen, die haben große Fähigkeiten entwickelt in ihrem Ich, aber erkennen das nicht, erkennen ihr Ich nicht hundertprozentig. Die haben also den Christus-Impuls noch nicht in der vollen Stärke verspürt. Er ist natürlich da, weil er lebt in jedem Ich-Menschen, aber sie sind mit dem Bewusstsein dem Christus in Wahrheit noch nicht in sich begegnet. Ich meine nicht damit, Schauen des Christus, aber diese innere Begegnung damit. Und die ist anders als dieses Ego. Ich meine, die Menschen, die jetzt mächtig sind, sei es durch ihr Geld oder durch die politische Macht, die sie haben, sind natürlich auch sehr gefährdet durch die Widersacher. Die Widersacher stürzen sich ganz besonders auf Menschen, die hohe Begabungen mit sich bringen und tun natürlich alles dazu, dass sie aber nicht zu ihrem Ich erwachen. Dazu geben sie ihnen viele Mittel in die Hand, damit sie ihre Fähigkeiten, die sie sich mitbringen aus der Vergangenheit, aber auch umsetzen können. Aber jetzt ganz rein folgend - oder ziemlich rein folgend - den Impulsen, die die Widersacher ihnen geben, sei es luziferisch, sei es ahrimanisch. Und dann verbindet sich, und das kann man häufig bemerken heute, eben diese Fähigkeit im Technisch-Organisatorischen, im Wirtschaftlichen - Wirtschaft hat sehr viel mit Organisieren zu tun, Logistik, die dahinter steckt - ...und diese Dinge zu verbinden mit einer echten Begeisterung für diese Technik. Und das kann man verstehen, wenn man sagt, wie diese Dinge dann wirklich funktionieren, das ist ja eine verrückte Idee, das gibt es ja gar nicht, es ist Fantasterei, aber nein, sie setzen es um. Sie setzen es um. Es gibt genug Beispiele. Ich will jetzt gar keinen Namen nennen, aber sie tauchen eh immer wieder auf irgendwo, es sind eh immer dieselben - und die haben die Welt verändert. Also die führenden Leute, die in der Computerbranche tätig sind, in der Weltraumtechnik usw.  - oder in der weltweiten Logistik, wo Waren am nächsten Tag vor deiner Haustür stehen - und das funktioniert. Alle diese Dinge. Dann sieht man, das sind hochbegabte Leute, keine Frage, es ist keine Kleinigkeit, sowas auf die Welt zu stellen, und wo dann hunderttausende Angestellte dahinter arbeiten und dieser Idee folgen und helfen sie umzusetzen.
Das wirkliche Ich-Bewusstsein kann heilen

Aber die nächste Seite ist eine tiefe Angst vor dem Tod und damit verbunden - oder das als Zeichen zu nehmen, da ist irgendwas - es funktioniert nicht mit dem ganz an das Ich-Bewusstsein, an das wirkliche Ich-Bewusstsein, heranzukommen, an das wirkliche Erkennen der eigenen geistigen Individualität, sondern nur sich zu erleben im Spiegelbild des Egos. Das verstärkt der Luzifer sehr stark. Man muss sehen, da hilft der Luzifer mit, der hilft also, dass das Erleben des Ego im Alltagsbewusstsein ganz stark und intensiv wird. Und in Wahrheit ist eben unser Ich-Erlebnis erst dahinter. Aber je stärker, je dominanter dieses Ego-Bewusstsein ist, umso mehr überstrahlt es dieses zarte feine Ich, das wirkliche Ich, das dahintersteckt. Es ist so: Wenn ich eine Taschenlampe habe und gegen das Sonnenlicht ankämpfen will, da fällt mir die Taschenlampe nicht mehr ein. In der tiefen Nacht kann sie leuchten, aber da sorgt also gerade der Luzifer sehr dafür, dass er sein luziferisches Licht darüber breitet und dadurch dieses wirkliche Leuchten des Ichs nicht sichtbar wird. Da muss der Luzifer ganz deutlich mithelfen. Wäre nur der Ahriman da, dann wäre das sozusagen eine völlige geistige Finsternis, in der ein einziges Licht leuchtet, nämlich mein Ich, und das leuchtet in diese Welt hinein. Dann würde ich sofort, sofort erkennen - und da würde es mir der Ahriman sogar leicht machen, das eigene Ich zu erkennen, mich zu erkennen in einer völlig geistlosen Welt. Daher ist es wieder interessant bei manchen Naturforschern, die jetzt sich so ganz in das reine Ahrimanische vertiefen, ist andererseits die Chance da, dass sie genau daran ihr Ich erkennen. Wenn sie wirklich dann bis dorthin schauen: "Schau, dort ist alles Finsternis, woher kommt denn jetzt das Wirkliche? Ah! Ich bin aber nicht diese Finsternis, ich würde gar nichts erkennen von der Finsternis, so finster ist es, wenn ich nicht mein Licht mitbringen würde." Das wird die Naturwissenschaft verwandeln, das wird auch die Technik verwandeln, wo das da ist. Aber gefährlich wird es dort, wo der Luzifer dazu kommt und jetzt einfach das Licht des Egos so stark macht, dass das meinen Ich-Punkt dann, mein kleines Lamperl, überstrahlt. Der Luzifer hat schon ein großes Licht, keine Frage. Unser Licht ist noch klein. Das ist durchaus hell und stark, aber es ist ein Punkt noch, ein ziemlicher. Und den übersieht man gerne, den Punkt. Wir merken ihn im Alltagsbewusstsein im Grunde überhaupt nur mal zunächst durch seine Abwesenheit. Wir haben das Bild schon oft gebraucht in den letzten Vorträgen: Das Ich ist so wie das schwarze Loch in einer weißen Wand. Ich sehe dadurch, dass dort nichts ist. Da ist ein Loch - und keine Ahnung, wo das hingeht, sozusagen. Das sehe ich nicht, aber ich sehe, da ist die weiße Wand und da ist eine Lücke drin, dort ist mein Ich. Ich erkenne noch gar nicht, wie es ist oder was, aber dass es ist, wenigstens. Das ist schon mal der Anfang. Also, dort müssen wir anfangen, bei dem Licht, also bei dem Loch, bei dem Loch eigentlich, und dann lernen, uns geistig so regsam zu machen, dass wir uns durch dieses Loch durchwurschteln - und dann, hoppla, dann stehen wir in dem strahlenden Licht, in der Sonne, die unser wirkliches Ich ist. Aber durch das Loch leuchtet zunächst einmal noch gar nichts, nur die Finsternis, die uns entgegenscheint. Aber das ist was anderes als die ahrimanische Finsternis, ganz was anderes. Das ist das Gegenteil davon. Aber das entsteht, wenn die ahrimanische Welt außen durch das gleißende Licht Luzifers überdeckt wird. Dann habe ich zwar durch den Ahriman die technischen Fähigkeiten, die organisatorische Begabung, und ich habe von Luzifer diesen Enthusiasmus, aber diesen luziferischen, diesen fanatischen Enthusiasmus, um mich zu fühlen als der Retter der Welt geradezu, als der, auf den die Welt gewartet hat, dass ich ihr das schenke.
Wie Ahriman erkennen und ihn von wahrer Geistigkeit unterscheiden?

Ja, die Welt hat auf dich gewartet, aber in einer anderen Form vielleicht - und du könntest noch viel Größeres vollbringen, wenn du dein wirkliches Ich schauen könntest drinnen. Und dann müsstest du überwinden als erstes diese Angst vor dem Tod. Und daher, und das ist auch der Grund, warum heute dieser Abgrund, diese Hölle - wenn man es so nennen will oder die Unterwelt oder wie immer man das nennen will - warum die in so schrecklichen Bildern gezeigt wird: Weil, wir müssen halt den Mut aufbringen, dort hineinzugehen, den Mut aufzubringen und zu sehen halt die Widersacherwelt in ihrer wahren Gestalt. Weil sie verbergen sich. Sie verbergen sich heute hinter den schönsten Bildern einfach - und also der Ahriman heute unter der bestechenden Logik, wo er sagt: "Jeder Mensch, der das liest, muss verstehen, das ist so easy, das ist so logisch, so klar, das ist wie ein mathematische Rechnung so präzise, es kann nicht anders sein." Und alles kann anders sein! Nicht nur es kann, es ist anders, es ist nicht die ganze Wahrheit.


Selbst in der Naturwissenschaft, in der Physik, wo die Formeln, wo sich das ganze Gebäude selbst trägt; es ist aber trotzdem nicht fertig. Da ist viel Gutes drin, aber da ist auch viel Ahrimanisches drinnen. Die Welt wird erst dort dann richtig, wo etwas auftaucht, das nicht berechenbar ist. Es ist interessant, dass in der Physik eben gerade - nicht zufällig - mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, Ende des Kaliyuga, des finsteren Zeitalters, dass da in der Physik dieser Impuls hineingekommen ist, mit der Quantentheorie. Auf der beruht zwar die ganze moderne Elektronik einerseits, aber andererseits ist genau der Impuls hineingekommen, die vollkommene Berechenbarkeit hat ihre Grenzen. Ich kann höchsten noch Wahrscheinlichkeiten angeben, damit kann ich… Das reicht, um alles das Zeug, das elektronische Zeug, das wir jetzt benutzen, um unseren Vortrag zu halten, um das zu bauen, reicht es alles, aber im Hintergrund ist der Zufall, die Statistik irgendwo, mit der ich im Groben etwas abschätzen kann, so wie beim Menschen: Man kann eine Sterbestatistik machen, man kann sagen, in Österreich, oder so, sterben die Frauen im Durchschnitt mit 82 Jahren. Niemand wird jetzt beschließen: "Aha, bei meinem 82. Geburtstag, hoppla, ich muss sterben." Nein, man kann auch 99 oder 105 werden - ohne Weiteres. Das heißt, ob DU als einzelner davon betroffen bist, kannst du nicht sagen, so einfach. Es kann ein Mensch gleich nach der Geburt sterben, das kann genauso sein. Und das lässt sich nicht vorherberechnen. Dieses Element ist eben auch in der Natur drinnen. Die Quantentheorie ist auch ein höchst abstraktes Gebilde, halt, so wie sie heute betrieben wird. Die ist ja voll Mathematik. Es kann sehr spannend sein und sehr begeisternd auch sein, aber es ist alles noch nicht das letzte Wort. Das Entscheidende ist drinnen, dass das einzelne Ereignis nicht vorherberechenbar ist, in Wahrheit. Es ist nicht vorherberechenbar. Das ist immer offen für einen neuen Einschlag. Ich kann sammeln viele Ereignisse zusammen und da kann ich anfangen, Statistik zu machen, dann gibt es diese statistische Verteilung, die kann ich berechnen wie bei der Sterbestatistik. Aber über das einzelne Ereignis kann ich im Prinzip gar nichts aussagen, kann ich gar nichts aussagen. In der Quantentheorie sagt man sogar, es ist nicht Wirklichkeit, solange bis ich es als Mensch, als Beobachter sozusagen, nicht festgelegt habe in gewisser Weise. Das heißt - ich will ja nicht zu viel über Quantenphysik sprechen, aber es ist interessant - dass da ganz wichtige geistige Impulse im Hintergrund da sind, die heut noch sehr abstrakt und sehr - wie soll ich sagen - mathematisch-technisch verpackt sind, irgendwo, dass man die Geistigkeit, die eigentlich dahintersteckt noch nicht merkt, aber das ist ein erster Schritt auf dem Weg, wo sich auch das naturwissenschaftliche Verständnis ändert. Das ist mittlerweile im Weitergehen, es greift auf die Biologie mittlerweile über. Man weiß heute, also zumindest führende Biologen wissen, dass sie eben das Leben nicht etwa aus den Genen - oder aus den Stoffen, die in den Lebewesen drinnen sind, oder aus den ganzen biochemischen Vorgängen, die da drinnen sind - allein heraus erklären kann, sondern dass da der Einfluss der ganzen Umwelt mit eine Rolle spielt, bis hinauf - weiß man mittlerweile - zu kosmischen Einflüssen.


Also, die Chronobiologie weiß das sehr deutlich, dass zumindest Tag und Nachtrhythmen, Mondrhythmen eine Rolle spielen. Niemand, kein Naturwissenschaftler, dürfte heute sagen: "Ja, Mondrhythmen, das ist ein alter Aberglaube." Das wird heute tatsächlich untersucht und man sieht auch, dass da nichts vorherberechenbar ist, was passiert. Ich kann klonen, ich kann ein genetisches Duplikat erzeugen, es wird anders als das Vorbild, trotzdem die Gene eins zu eins identisch sind. Das ist einfach ein Splitter von vielen - und das sagt noch nicht alles aus. Es ist notwendig und es gibt dem Ganzen gewisse Impulse oder gewisse Grundlagen - sagen wir es besser so - aber da ist noch viel, viel anderes möglich. Das müssten wir schleunigst vorantreiben, da hineinzudringen, diese Sachen zu erkennen. Da müssen wir uns auch als Geistesforscher, als Anthroposophen, dranhängen, dass wir da wirklich schleunigst Schritt halten, was mit der Naturwissenschaft draußen passiert! Weil, es braucht auch diese Ergänzung aus dem reinen Geistigen, das gehört dazu: Einerseits das zu finden wirklich durch die sinnliche Beobachtung, durch die Experimente im Sinnlichen, auch die Gesetzmäßigkeiten, die ich verstandesmäßig erkennen kann dabei - die Logik soll keineswegs abgeschafft werden und das wissenschaftliche Denken, wie man es heute versteht - aber es braucht seine Ergänzung durch das Geisteswissenschaftliche. Und in Wahrheit in vielen Bereichen der Naturwissenschaften schreitet das fort. Da ist oft mehr Geistiges drinnen als in manchen esoterischen Zirkeln. Die sind näher dran. Und zwar am meisten gerade die Forscher, die am wenigsten versuchen, Geistiges hineinzuspintisieren. Aber es gibt andere: "Ach ja, Quantentheorie, dann machen wir gleich jetzt Quantenheilung." Und dieses und jenes, und das Fundament ist oft sehr, sehr vage.

Da wird dann oft ein naturwissenschaftlicher Begriff missbraucht, um die eigenen vielleicht vorhandenen alten Fähigkeiten zu kaschieren und das als etwas Neues zu verkaufen. Aber wir brauchen neue geistige Kräfte drinnen. Wir sollten nicht das Mäntelchen der neuen Naturwissenschaft bringen, um Altes zu kaschieren, was aber eben nicht aus dem vollen Ich-Bewusstsein herauskommt. Dann geht es schon wieder in die falsche Richtung. Also, sehr mit Vorsicht zu genießen! Es sind oft - man soll es nicht glauben - die geistigeren Naturforscher die, die sagen: "Okay, ich halte mich streng an den Materialismus und ich schaue mal, wo ich damit hinkomme und gehe den Weg einfach konsequent weiter. Bitte spuckt’s mir nicht, bevor ich den nächsten Schritt probiert habe, spuckt’s mir nicht mit dem lieben Gott oder sonst irgendwelchen Geistern hinein, sondern lasst mich denken, lasst mich untersuchen die Dinge, lasst mich meine Intuitionen letztlich auch finden - und dann schauen wir weiter." Daher sind oft durchaus sehr radikal-materialistisch denkende Naturforscher oft die geistigeren als die, die halt jetzt ihre Glaubensüberzeugung oder was da hineinbringen: "Jetzt muss es den lieben Gott geben, da muss ich ihn ja irgendwo finden können drinnen." Aber in Wahrheit bringen sie einfach ihre Glaubensüberzeugung dazu und setzen sie drauf wie ein Sahnehäubchen. Und es hat in Wahrheit keinen besonderen Effekt, außer dass es schön klingt und die Seele beruhigt, aber eigentlich sollte sie nicht beruhigt werden, sondern sie sollte sagen: "Ach, ach, ich muss durch durch das Materielle, ich muss durch, dort." Und nicht: "Ach, es tut derweil schon so weh, wie komme ich weiter, wie komme ich an das Geistige?" Bohren, bohren, bohren… Durch! Durch! Und nicht: "Ach, jetzt bringt mir wer den Balsam, schau, das ist eh alles geistig, der liebe Gott steckt dahinter. Dann brauche ich nicht mehr weiter schauen." Da hat mich der Ahriman, da hat er ein reines Spiel. Das ist wirklich der Ahriman, der baut dort Barrieren auf, möglichst undurchdringliche: "Bitte, gehe nicht dort weiter, bleib da, bleib in der Gestalt da drinnen, gehe nicht weiter, aber wenn du etwas Geistiges haben willst: Luzifer! Komm, zeigt ihm ein bisschen irgendetwas, zeig ihm was, dann wird er abgelenkt sofort davon."
Über Ahriman zum Neuen Jerusalem

Das Eigentliche ist, wenn wir tiefer das Ahrimanische durchschauen, kommen wir letztlich bis zu der Quelle, aus der das gekommen ist. Ich meine, die ahrimanischen Wesen sind nicht eigentlich die Bösen. Sondern, wie wir oft schon gesagt haben, sie wurden zu dieser Rolle bestellt - und weil sie bestimmte Eigenschaften hatten, die geeignet dafür waren, hat man ihnen das übertragen und hat ihnen aber auch viele Fähigkeiten entzogen, damit sie eben richtig Widerstand uns bieten können. Aber das ist zugleich auch eine Opfertat, also ein Opfer wurde es jedenfalls, das da ist. Wenn wir so aber Naturwissenschaft betreiben, dass wir das Ahrimanische erkennen, durchschauen, aber durchblicken können durch das Ganze auf die geistige Quelle, aus der auch das Ahrimanische letztlich gekommen ist, auf den Sinn stoßen, warum es gekommen ist und drinnen sein muss in der Welt, um unserer Freiheit willen und um der Freiheit letztlich des ganzen Kosmos. Das ist nämlich, was wir hinaustragen. Wir tragen das so weit in den Kosmos hinaus, unsere Freiheit, dass einmal ein neuer Kosmos entsteht, der von Haus aus diese Freiheit als Grundelement in sich hat und damit die Fähigkeit zur Liebe. Denn Liebe, wirkliche Liebe, ist nur möglich aus dieser Freiheit heraus. Das ist die wirklich geistige Freiheit. Das ist die Liebe, die nicht mehr ans Blut gebunden ist, die nicht gebunden ist an irgendwelche Begierden oder Sonstiges, sondern die ganz aus der freien Zuwendung von Geist zu Geist entsteht. Das wirklich als Naturgesetz, sozusagen, zu verankern in der Natur, wobei der Ausdruck "Naturgesetz" eben dann ein Blödsinn ist, weil es ist eben kein Gesetz, sondern das heißt auch, dass die Natur dann ihre Regeln verändern wird, schöpferisch verändern wird können. Ein Albtraum für die heutigen Naturforscher: "Oh Gott! Die Naturgesetze, was? Die sollen sich schöpferisch verändern? Morgen dann ist alles schon wieder anders?" Da wird man ins Schwimmen kommen, man sagt mit Recht, das Naturgesetz gibt unserer Welt die Stabilität, so wie sie jetzt ist, das ist auch gut so und wir Menschen sollen daran sogar arbeiten, dass es noch stabiler wird in der Zukunft. Daher gerade das Symbol des festen, des perfekten Systems, des perfekten Räumlich-Körperlichen. Sogar den Würfel sehen wir dann als Musterbild für das Neue Jerusalem, weil das ist das, was wir mitnehmen. Dazu müssen wir diese Fähigkeit haben, damit haben wir dann alles ausgeschöpft, was aus der Vergangenheit kommt, das bringen wir als Geschenk dar - und jetzt: "Mach, Natur, dann aus der Freiheit heraus, etwas damit! Wir werden mitarbeiten als Menschen." Wir tun es jetzt schon, aber dazu müssen wir auch dieses tote, dieses ahrimanische Reich erforschen - aber uns nicht blenden lassen, nicht blenden lassen. Die Fallen sind so groß.
Ahriman, Luzifer und die großen Herausforderungen und Gefahren der Gegenwart

Der Schrecken dieser - wie soll ich sagen - Unterwelt besteht eigentlich darin, dass wir verfallen könnten den schönen Bildern, die sie uns bringt, den schönen Überzeugungen, die sie uns bringt, den technischen Möglichkeiten, die sie uns bringt, den - wie soll ich sagen - moralisch-ethischen Mechanismen, das sie mit sich bringt. Der Ahriman schreibt die neue Ethik jetzt gegenwärtig in unserer Welt. Wir müssen wahnsinnig aufpassen. Wir müssen immer wieder sehen, Ziel für die nächste Kulturepoche ist, dass dann bereits es nicht mehr dieses Gesetz von außen, von oben, gibt, sondern dass die Harmonie der Menschen entsteht durch die geistigen Impulse, die kommen - von Ich zu Ich. Es ist schon klar, wir können das heute noch nicht einführen. Wenn wir jetzt sofort alle Gesetze abschaffen und sagen: "Macht, was ihr wollt, tut es", würde es wahrscheinlich heute noch nicht funktionieren, nein, nicht nur wahrscheinlich, ziemlich sicher nicht. Weil dazu kommen eben die Widersacher, die es sofort ausnutzen und uns in die falsche Richtung bringen. Ja, wenn wir nur mit unserem Ich unterwegs wären, ginge es ja noch, aber Luzifer und Ahriman begegnen uns, außen wie innen. Ununterbrochen Ich-Tätigkeit heißt, ununterbrochen die luziferischen und die ahrimanischen Kräfte draußen in der Natur und in uns ins Gleichgewicht zu bringen - oder besser gesagt umgekehrt: Zuerst müssen wir sie in uns ins Gleichgewicht bringen, damit wir sie draußen in der Welt ins Gleichgewicht bringen können. Damit hängen die ganzen Aufgaben unserer Zeit zusammen.


Ich habe vorher kurz schon mal erwähnt, was der Luzifer zum Beispiel möchte: Die ausgeatmete Luft, das Kohlendioxid, die kohlensaure Luft, so vermehren, dass die Menschheit und das Leben überhaupt auf Erden ersticken würde. Merkt man irgendetwas davon? Da ist heutzutage dauernd das Problem von Kohlendioxid wegen des Klimas. Es sind nur Millimeter. Das ist eine Auswirkung des Ganzen. Natürlich, wir machen es mit unserer Technik, keine Frage. Wir machen es auch - oder es passiert auch durch Naturereignisse, Vulkanausbrüche, solche Sachen, das trägt natürlich auch alles dazu bei, aber wir dürfen nicht glauben, dass nicht bei diesen Dingen wir auch mit dabei sind.
Falsche Impulse durch unheilige Beziehungen

Wir machen es nämlich von zwei Seiten gleich, wir sind ja gründlich. Wir machen es äußerlich durch unsere Technik, durch die Industrie, die wir aufbauen, und wir machen es auch in dem Leben nach dem Tod von der anderen Seite. Weil, es ist auch nicht gesagt, dass wir nur die guten Impulse hineinbringen. Wir haben schon davon gesprochen, wir arbeiten in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt, zumindest zu gewissen Zeiten, an der Natur mit, an der Weitergestaltung der Natur, also vor allem an dem, was an neuen Einschläge kommt, aber die sind nicht immer gut  halt. Es kann auch sein, dass wir heute den Impulsen oder den Wünschen von Luzifer oder Ahriman, oder beiden zugleich, folgen - und das bringen wir auch hinein.


Es ist ja nicht gesagt, dass wir jetzt dann, wenn wir drüben sind, nicht auch falsche Impulse hineintragen könnten. Das ist das Problem also. Weil, gerade natürlich die Zeit, wo wir in die Erdensphäre hineinwirken können, ist die Zeit, wo wir halt im Leben zwischen Tod und neuer Geburt noch sehr erdennah oder schon wieder sehr erdennah sind. Und da sind wir genau in der Sphäre, die schon sehr viel mit dem Kamaloka zu tun hat, das sind die Bereiche, wo die niederen Kräfte wirken. Wo der Luzifer namentlich sehr viel Einfluss drauf hat und da mit dem Ahriman, zwangsweise geradezu, halt zusammenwirkt. Also kommen diese Impulse auch ins Spiel bereits von dort und zielen in die Richtung, dass sie den ahrimanischen Kräften auch in die Hände spielen. Das heißt, wir schaffen es, die Erde im Moment nicht nur zu belasten durch unser Erdenleben, sondern auch durch das Leben drüben. Das heißt, Klimakrise und Sonstiges, Umweltverschmutzung und diese ganzen Sachen in den Griff zu kriegen und die Folgen und das Artensterben, das da ist, und um das in den Griff zu kriegen, dazu ist notwendig die richtige, die gesunde Zusammenarbeit von den auf Erde Lebenden mit denen, die drüben sind. Diese Beziehung müsste bewusster werden, als sie jetzt noch im Durchschnitt ist. Das ist ganz wichtig, dass das jetzt in unserer Zeit wirklich immer bewusster passiert und dass man sich aber sehr bewusst ist dabei auch, welche Fehler dabei passieren können!


Es ist was ganz Interessantes oder Wichtiges, was da auch zu sagen ist, da bin ich jetzt schon wieder dabei, beim Nächsten ein bisschen dran zu rütteln: "Ach ja, ich erlebe meine Lieben, die hinübergegangen sind, die erzählen mir alles Mögliche, oder wie auch immer, und ich kriege Impulse von dort." Ich muss trotzdem aufpassen, ob es die richtigen sind! Wenn wir uns anthroposophisch schulen und es ernst nehmen und halt die ganzen Regeln beachten dabei, nämlich moralisch sich zu entwickeln, moralisch in dem Sinn, nicht nach einer Regel, sondern sich selbst im Griff zu haben und zu unterscheiden: Was kommt vom Ich und was kommt vom Ego und was kommt von den Einflüsterungen der Widersacher. Wenn man das tut, ist man auf dem sicheren Weg, aber es kann sehr wohl auch ganz, ganz ungute Beziehungen zwischen den hier auf Erden Lebenden und den Toten geben. Das ist heute bei weitem das Überwiegende.


Es ist nämlich so, dass es im Grunde heute sehr, sehr häufig vorkommt, dass solche - wie soll ich sagen - unguten Beziehungen zwischen den auf Erden Verbliebenen und den Verstorbenen da sind, die vielleicht beiden Seiten nicht voll bewusst sind oder gar nicht bewusst sind, aber wo es dann ganz schief läuft - und der Grund ist der, dass der Mensch also gerade, wenn er durch die Kamaloka-Zeit durchgeht, in dem Bereich der ganz niederen australischen Kräfte ist. Er selber kann trotzdem in sich höhere Kräfte entwickeln, gar keine Frage, aber was sehr leicht zu uns herunter kommt, herunter wirkt, und was wir sehr leicht und am leichtesten aufnehmen, sind diese niederen Impulse.

Gerade was den Menschen drüben Ansporn für das Höchste geben kann, kann für das, was herunter reflektiert wird, oft gar die niedrigsten Instinkte ansprechen. Das betont Rudolf Steiner ganz deutlich und das sind Dinge, die halt die Widersacher ausnutzen können, total, und schüren können.
Übertragung karmischer Verfehlungen von Verstorbenen auf die Lebenden

Das hängt auch damit zusammen - worüber wir auch schon gesprochen haben - die untersten Bereiche der Seelenwelt, der astralischen Welt, überlappen sich mit den höchsten Bereichen der physisch-ätherischen Welt. Gerade die obersten, die feinsten Ätherarten, die feinsten Lebenskräfte, Lebensätherkräfte - zum Beispiel Lichtäther-, Klangätherkräfte, Lichtätherkräfte, die vor allem, diese drei vor allem - überlappen sich mit den untersten Regionen der Seelenwelt. Was heißt überlappen? Sie sind die andere Seite davon. Sie sind die andere Seite davon. Und während, jetzt angenommen, der Tote jetzt glücklich ist und herankommt an die Lebensätherkräfte, dann sind das für uns niedere astralische Kräfte - und wenn das jetzt unmittelbar sich spiegelt im Astralischen des zurückgebliebenen Menschen, auf Erden zurückgebliebenen Menschen, dann kommen gerade die Sachen rein, die der oben los wird. Das heißt, die Gefahr ist sehr groß, dass wir gefüttert werden mit den - wie soll ich sagen - mit den karmischen Verfehlungen, mit den Sachen, die der oben schlecht gemacht hat, die er ablegen muss in der Seelenwelt, in der Astralwelt, und die jetzt zumindest zum Teil, zumindest in ihrer Kräftewirkung, in der Charakteristik ihrer Kräftewirkung, sich einmischen in die Seelenwelt des hier auf Erden Verbliebenen, wenn der nicht wach genug ist dafür. Und umgekehrt der Tote auch nicht wach genug ist. Es bedingt beide. Aber heute ist es sehr oft so in dem materialistischen Zeitalter, das wir haben - haben müssen, um die Bewusstseinsseele zu entwickeln als Grundvoraussetzung dazu, aber halt nicht stehenzubleiben dabei, sondern weiterzugehen - es ist so, dadurch schlafen aber viele Menschen für diese Kräfte, und zwar sowohl hier unten als auch da in dem Leben drüber. Und das ist eine sehr, sehr unheilige Verbindung dann. Die Verbindung von geistig nicht wachen Menschen auf Erden mit geistig nicht wachen Menschen, die hinüber gegangen sind, das ist eine der schlimmsten Dinge, die es geben kann. Und ohne entsprechende Hilfe von anderen Menschen, die diese Situation erkennen und die da vielleicht helfen - sowohl für die hüben wie drüben - eingreifen können, Impulse geben können, also nicht eingreifen im Sinne, die Freiheit dieser Menschen zu beschneiden, aber in dem Sinne eben, Impulse zu geben, selber das zu erkennen, was da für ein Spiel läuft. Das sind also Tore für die schlimmsten Widersacherkräfte heute.
Die Gefahren der 8. Sphäre

Diese Dinge werden auch und können auch missbraucht werden wirklich von Menschen in Verbindung mit den Widersachern, wo es also dann wirklich in die Richtung der schwarzen Magie geht. Wo dann massiv daran gearbeitet wird, dass geistige Impulse aus der regulären geistigen Welt - wenn man so will - herausgerissen werden, einverleibt werden zunächst einmal den ahrimanischen Mächten, aber mit dem Ziel, wirklich es so in das Materielle hineinzubringen, dass es letztlich in diese sogenannte 8. Sphäre, in die Welt dieser Wesenheiten, die hinter dem Sorat-Prinzip stehen, gezogen wird. Das Ziel dieser Sorat-Wesenheiten ist ja, eigentlich eine Art unsterblichen materiellen Kosmos, perfekten materiellen Kosmos, hervorzubringen, der dann nicht mehr in unserem Sinne vergeistigt werden kann, der soviel als möglich an Geistigkeit absorbiert hat, materialisiert hat und in diesem Zustand verbleibt. Und verbleiben muss, weil er in gewisser Weise - und das ist das Verführerische, ich habe das ja eh immer wieder schon gesagt - im materiellen Sinne eine perfekte Welt ist, die auch gar nicht mehr verbessert werden kann als materielle Welt. Die nur verbessert werden kann, wenn sie also als materielle (Welt) zerfällt, durch das Geistige durchgeht - und dann ein neuer Kosmos mit ganz anderen Gesetzmäßigkeiten, eben mit der Gesetzmäßigkeit der Liebe und der Freiheit, entsteht. Das ist dort die größte Gefahr. Liebe und Freiheit ist dort die größte Gefahr für diese Wesenheiten, die hinter dem Sorat-Wesen stehen, nicht für sich selbst, aber dass ihr Werk nicht gelingen könnte, nämlich so viel wie möglich herauszureißen aus unserer Welt. Die Impulse sind ganz stark - und manches von dem, was jetzt passiert, ist eben angetan bereits Dinge herauszureißen. Wir wissen, es kann noch immer umgewendet werden, es kann noch sehr vieles gerettet werden, aber es hat das Tempo, von dem, was herausgerissen werden könnte dauerhaft, zugenommen in der Richtung. Da wird im Moment massiv, massiv herausgerissen. Es entsteht am Allermeisten dort, wo unheilige Beziehungen sozusagen zwischen irdisch Verkörperten und Menschen, die drüben im Leben zwischen Tod und neuer Geburt sind, entstehen. Unheilige Beziehungen! Unbewusst, unbewusst oft. Es gibt natürlich - wie gesagt - ahrimanische Eingeweihte, die das erkennen können, die das auch benützen können, die das fördern können, dass solche Verhältnisse zustande kommen, weil das ihrem Werk nützt. Also, das ist durchaus der Fall und das wird auch stärker werden, also mit dem müssen wir rechnen, einfach irgendwo.


Und die Gefahr ist eben groß, dass gerade hinter solchen Impulsen, auch wie sie jetzt durch Transhumanismus, durch die wenigen mächtigen Reichen, die aus ihrem Nichterlebenkönnen des eigenen Ichs, des wirklich geistigen Ichs, trotz ihrer großen Begabungen, die darauf zeigen, dass sie eigentlich in der Vergangenheit auf einem ganz starken Weg waren, aber die irgendwo an dem wirklichen Christus-Impuls vorbei gegangen sind und ihn noch nicht gefunden haben. Und gerade Menschen, die in der Vergangenheit hohe Begabungen hatten, aber es aus irgendeinem Grund nicht geschafft haben, an den Christus-Impuls heranzukommen, da ist die Gefahr, dass sie, ohne es zu wissen, total zu Werkzeugen der Widersachermächte werden. Das heißt, eine riesige Aufgabe wäre, diesen Menschen das Bewusstsein dafür zu wecken, Impulse zu geben, dass sie das erkennen können. Wahnsinnig schwer, aber das wird notwendig sein. Aber wie kann es passieren? Indem dieses Wissen, dieses Bewusstsein für das Ich, dass es bei mehr und mehr Menschen auftaucht. Irgendwann ist es nicht mehr zu übersehen, dass da etwas anderes ist. Dass da etwas anderes ist.
Wir brauchen heute die voll bewusste Verbindung zum Christus

Dass da Menschen sind, die auch Begabungen aller möglichen Art haben, aber da ist noch etwas anderes dabei. Da ist noch etwas anderes. Anders dadurch, dass sie sich ihres Ichs und der Verbindung des Ichs mit dem Christus voll bewusst sind, dass sie daher eben zum Tode eine ganz andere Beziehung haben, dass sie ja eigentlich den Tod als Begleiter ihres Lebens, und zwar als guten notwendigen Begleiter des Lebens, als Freund, sehen, der ihnen letztlich ihre geistige Entwicklung ermöglicht. Der ist es ja. Wir entwickeln uns nur dadurch, dass wir immer wieder durch diesen Rhythmus durchgehen: irdische Verkörperung, dann Leben zwischen Tod und neuer Geburt, Aufstieg bis über die Grenzen, über die räumlich-zeitlichen Grenzen unseres Kosmos hinaus, und von dort wieder zurück zur nächsten Inkarnation abzusteigen. Und aus dem heraus reift das Ich, immer wieder.  Dann wäre es absurd, Angst zu haben vor dem Tod und nicht verstehen zu können, wie geht es. Fest glauben zu können: "Ja, das Ich, was ich da habe, wenn es tot ist, ist weg, löst sich auf, es kann nicht anders sein."


Das Problem ist, dass es heute bei vielen führenden Menschen auch eine Art Denkzwang ist, dass es anders nicht sein kann, weil, die äußere Beobachtung zeigt mir nichts anderes. Ich meine, ja, der Mensch stirbt, der Leichnam zerfällt früher oder später - und ich finde ihn nicht mehr, er ist weg. Er ist weg, obwohl er vielleicht ganz nahe ist und schon unterbewusst sich mit mir verbindet und mir Impulse gibt. Aber jetzt, in dem Fall, unheilige Impulse, weil weder dem Toten drüben noch mir es in meinem vollen Ich-Bewusstsein klar wird, was da eigentlich abläuft. Weil - auch das ist so, dass gerade die Menschen, die heute viel zu sagen haben, viel zu entscheiden haben in der Welt und auch die finanziellen Mitteln haben, es umzusetzen - da eben auch solche Verbindungen mit eine Rolle spielen. Und das wird diesen Menschen nicht bewusst, sie sind geradezu blind dafür. Vorbereitet natürlich durch dieses materialistische Zeitalter, das wir haben, aber da ist es wirklich systematisch in manchen Fällen. Da kommen wir jetzt wirklich auf das, dass es natürlich auch - wie soll ich sagen - Logen oder Leute gibt, Eingeweihte gibt von der schwarz-magischen Seite her, die so etwas fördern; genauso, wie es die lichten, die weißen Eingeweihten, die weißen Magier sozusagen, gibt, die  Menschen zusammenführen, die schicksalsmäßig etwas miteinander tun können, oder die einfach durch ein paar Worte, die sie fallen lassen, etwas wecken, was an geistiger Kraft in dem anderen Menschen ist - ohne in seine Freiheit einzugreifen, überhaupt nicht. Nur einmal die Glocke anschlagen. Ob er sie hört oder nicht, es ist erstens seine Glocke, also es ist nicht eine fremde Glocke, mit der ich läute, sondern das ist seine, sie wird angeschlagen - und wenn du es hörst, dann wirst du deinen Weg finden, dann hast du einen Anstoß dazu. Solche Anstöße zu geben, ist wichtig. Es wird aber nur gelingen, wenn es mit der entsprechenden geistigen Fähigkeit ist. Also ein Eingeweihter, der das kann - und vielleicht irgendwo in der U-Bahn mit wem fünf Worte wechselt und das hat einen Impuls, dass er zwanzig Jahre später seinen Lebensweg findet und wirklich jetzt einen großen geistigen Impuls in die Welt bringt. Gross oder klein, es ist ganz egal. Die kleinen sind genauso viel wert wie die großen, darf man nicht unterschätzen. Also, dass das äußerlich spektakulär ist, das ist nicht das Wichtige.

Aber genauso kann man es natürlich auch auf der dunklen Seite machen. Und gerade dieses Bewusstseinunterbinden, also lähmend zu wirken auf das Erwachen des Bewusstseins für das eigene Ich - und da spielen sehr viel mit eine Rolle eben solche unheiligen Impulse zu Verstorbenen, die drüben sind. Und wo dann, statt das eigene Ich zu erkennen, etwas hereinkommt - ja, ich sag einmal - von dem Seelenmüll, von dem karmischen Seelenmüll, den der da mitbringt, also von den Dingen, von denen der da besessen war vielleicht in seinem ganzen Leben oder sie getan hat und sie für gut gehalten hat, die aber jetzt hereinschneien und an Stelle der eigenen Ich-Impulse dort wirksam werden in dem Menschen, der hier unten ist. Das wird natürlich durchaus auch von - sag ich mal - schwarz-magischen Eingeweihten so gelenkt, dass es eben Menschen genau trifft, die einerseits brillante Voraussetzungen haben aus der Vergangenheit, also Fähigkeiten, mitbringen, aber aus irgendeinem Grund bis dato an dem Christus-Impuls vorbeigegangen sind - und daher fast mit Notwendigkeit heute eben einem rein materialistischen Glauben verfallen müssen, weil das Alte trägt dem nicht mehr. Das Alte trägt dem nicht mehr.
Von der Naturwissenschaft zum Erleben des Geistigen

Wir müssen alle, alle müssen wir in einer Inkarnation durch so etwas durch, aber es ist halt jetzt der große Unterschied: Wenn das Ich stark genug ist, dann ist es genau das, was ich vorhin von dem Naturwissenschaftler gesagt habe, der sagt: "Okay, ich will es jetzt wissen auf die materialistischen Weise und ich gehe konsequent den Weg, lasse den lieben Gott aus dem Spiel, den kann ich dadrinnen nicht brauchen, ich gehe weiter." Er war offen genug zu sehen, wo er auf dem Weg irgendwo, in Wahrheit immer mehr, auf das Geistige stößt - und das ist tatsächlich bei Naturforschern durchaus der Fall, und zwar ganz selbstständig, ohne dass sie jetzt sich berufen auf ihren christlichen oder sonstigen Glauben, den sie mitbringen, sondern wo die Sache sie zur Einsicht bringt: "Okay, aber da ist jetzt etwas, was nicht mehr materiell ist."


Gerade wenn ich in das Tiefste des Materiellen komme, löst sich eigentlich das Materielle für meinem Blick auf - und ich erkenne, dass es ein Geistiges ist, diese Christus-Erlebnisse, und ich habe ein Beispiel gebracht von dem Teilhard de Chardin. Der hat ja eben ein ganz interessantes Buch geschrieben, auch wenn vieles spekulativ ist bei ihm, muss man auch sagen. Er ist einerseits ein rationaler Wissenschaftler, anderseits ist er wirklich ein Mystiker, aber Mystiker des alten Schlags, der irgendwelche Erlebnisse und Eingebungen hat und das noch nicht hundertprozentig zusammenbringen konnte. Er ist eben kein voll bewusster Geistesforscher, deswegen. Das System hat tolle Aspekte drinnen, weil er wirkliche Erfahrungen hatte, aber er ist nicht zu Ende gegangen den Weg, aber immerhin, er hatte eine Intuition, er sagte: "Christus ist das Herz der Materie". Das Herz der Materie! Und das ist einer der Punkte. Was wird passieren? Also, die ganz materialistischen Forscher, die jetzt durchbrechen bis ins Materiellste und bis ins Innerste des Materiellen, bis eigentlich nichts mehr da ist - und was ist es jetzt? Was ist es jetzt? Dort, die Geistbegegnung… nämlich, um darauf zu kommen, die Geistbegegnung mit sich selbst einmal zu haben.


Nahe dran war der Wolfgang Pauli, von dem ich euch schon öfters erzählt habe, mit diesem tollen Ausspruch für das imaginative Erleben - weil er nämlich wirklich solche Imaginationen hatte, und ich habe ja erzählt, er hatte auch wirklich hellsichtige Erlebnisse in Wahrheit. Der C.G. Jung, der Tiefenpsychologe, hat geholfen, diese Erlebnisse wacher im Bewusstsein zu behalten, um sie genauer studieren zu können - und er hat immer wieder da gesprochen, der Pauli, vom "Herrn der Materie" oder vom "Geist der Materie", er hat aber da nicht den Christus gemeint, sondern er begegnete dem andern, der mitspielt, dem Herrn Ahriman. Und das ist immer eine bedrohliche Gestalt, die auftaucht, aber dem Geist der Materie, dem begegnete er - und der hat auch etwas Zerstörerisches drinnen. Der Pauli war sich bewusst, dass er gerade mit diesen Kräften eine gewisse Beziehung hat, er war sich bewusst dieser Beziehung mit dem Ahrimanischen, das er hat - drinnen. Weiter, zum eigentlichen Christus-Erlebnis, kommt er dann nicht, das hat er auch eigentlich abgelehnt, mit dem hat er sich nicht beschäftigt, aber da sieht man, sie kommen heran. Gerade dort durchgehen, aber das ist dann vor allem stark eine Begegnung mit sich selbst, die gehört halt dazu.

Dann ist es nicht nur der Geist der Materie, dem ich begegne, sondern indem ich mir selbst begegne, begegne ich dann dem Christus. "Nicht ich, sondern der Christus in mir", wie es so schön heißt. Oder genauer eigentlich:  "Ich lebe, aber nicht ich, sondern der Christus in mir." Das ist eigentlich das ganz Richtige. Rudolf Steiner hat es oft gekürzt: "Nicht ich, sondern der Christus in mir", aber wörtlich heißt es eigentlich: "Ich lebe, aber nicht ich, sondern der Christus in mir" und das "ich lebe" ist ganz wichtig, weil da der Christus eben ganz stark in den Ätherkräften drinnen wirkt - und da ist es. Und da komme ich mit meinem Ich alleine noch nicht sehr weit. Anfänglich, ja sicher, wenn ich bewusst einen geistigen Schulungsweg gehe und wirklich eine entsprechende Einweihung durchmache, dann bekomme ich eine gewisse Verfügung über diese Ätherkräfte bereits, aber das ist alles noch sehr anfänglich. Also da fängt es an, dass wir das zurückbekommen, was wir mit dem Sündenfall verloren haben, also die Herrschaft über die höheren Ätherkräfte, also Lebensäther, Klangäther und Lichtäther haben wir so ein bisschen zur Verfügung schon jetzt, aber voll auch noch nicht, aber vor allem Lebensäther, Klangäther - der Baum des Lebens. Das bewusst, bewusst in unsere Fähigkeiten einbeziehen zu können, aus dem heraus handeln zu können, dann wird es kommen, dass wir auf gesunde Art Leben erschaffen können. Wir haben heute in der Technologie zum Beispiel, was ein ganzes großes Forschungsgebiet ist und technisch schon angewendet wird, synthetisches Leben. Das ist noch ein bisschen eine Mogelpackung, weil man von tatsächlich lebenden Organismen ausgeht, aber sie halt technisch umbaut und herumbastelt an den Genen und an sonstigen Dingen - und eigentlich dadurch dieses Lebewesen ahrimanisiert, es auf einen ganz bestimmten Zweck, auf eine ganz bestimmte Zweckausrichtung hintrimmt. Das ist immer das Ahrimanische irgendwo, während wirkliches Leben, wo der Christus drinnen wirkt, eben diese Spontanität hat und immer wieder etwas Unvorhergesehenes kommt und sich gerade nicht an einen Plan hält - weil, wir wollen eben das machen und nur das - sondern wo immer alles beweglich bleibt. Aber wenn wir mit der Christuskraft uns verbinden, mit diesen Ätherkräften, dann werden wir auch Leben schaffen können und es wird sogar weitergehen, bis wir Beseeltes schaffen können - aber das werden wir vielleicht ein anderes Mal noch besprechen.
Die Ablenkungsmanöver und der Abgrund - Wir müssen handeln 

Für heute mal ein erster Anriss zu dem also, wo die Gefahren, die eigentlichen Gefahren liegen, wenn wir da in die Tiefe steigen. Die eigentlichen Gefahren sind gar nicht die Schreckensbilder. Die sind nur der erste Anstoß zu erschüttern, aber wir müssen die Bilder heute so lesen, dass sie uns erschüttern. Alles, aber nicht, dass wir davonrennen und sagen, "Brrrr…." Das, nein, sondern wo wir erkennen müssen nämlich: "Aha! Das ist die Ablenkung, die uns geschickt wird heute. Das ist die Ablenkung!" Das ist die Ablenkung, das ist dann die Angst vor dem Tod, die Angst vor dem Bösen, was in der Welt passieren kann, die Angst vor der nächsten Katastrophe, die Angst vor den Gräueln, die passieren, die Angst vor der Krankheit, die kommen, die Angst vor dem Krieg, der kommt, die Angst vor was weiß ich vorher, was kommt. Und wo sie immer schrecklichere Bilder malen. Lest doch die Zeitungen, bitte. Die Zeitungen sind ein Kompendium davon. Also irgendwie ist da der Ahriman der Hauptschriftsteller drinnen, der muss sehr fleißig sein zur Zeit. Und die Iche der Journalisten kommen oft nicht mit das mitzukriegen, woher sie diese Inspirationen kriegen. Ich meine, ja, sie tun sehr vieles bewusst werten und wägen, aber die tieferen Gründe, warum sie das machen? Liegt eben dran, dass dort namentlich der Ahriman wahnsinnig stark ist, wahnsinnig stark. Also, das heißt, wir müssen vorsichtig sein, wo wir überhaupt die Widersacher zu suchen haben. Oft gerade nicht dort, wo wir es als Erstes glauben, sondern das sind immer die Ablenkungsmanöver. Und das wird heute einfach generalstabsmäßig, genial gemacht, weil die riesige Intelligenz Ahrimans dahintersteckt und das bewerkstelligt und es eben auch wirklich schafft, dass Menschen, die jetzt zum Beispiel in den Medien oder was tätig sind, weltweit - ohne voneinander zu wissen oder viel zu wissen oder ohne sich abzusprechen - trotzdem gleich ticken, wo das Rädchen ins Rädchen greift, wo die große Steuerung Ahrimans dahintersteckt, wo er dem die richtigen Inspirationen gibt. Wo äußerlich sie sich vielleicht total im Clinch liegen miteinander, bekämpfen miteinander, bis zum brutalen Krieg miteinander bekämpfen - und in Wahrheit beide genau demselben Herrn dienen, von zwei Seiten, und es selbst nicht merken. Also, für diese Dinge aufwachen! Wenn man das sieht, kann man viele Phänomene unserer Zeit besser verstehen, durchleuchten, was da eigentlich läuft und wo immer diese Unausweichlichkeit gesehen wird heute oder dann die einseitige Verurteilung, die gesehen wird oder was - und den eigentlichen Urheber sieht man gar nicht, der versteckt sich drunter. Weil, für den einen ist immer der andere der Schuldige. Aber in Wahrheit sind beide am Schlafittchen gepackt, ohne das funktioniert es gar nicht. Und das sollten wir durchschauen lernen. Das ist der Weg heraus aus dem Abgrund. Das ist der Weg, der uns irgendwann dann zum Neuen Jerusalem führt, das heißt, eine Welt, bei der Liebe das Naturgesetz, nein, die Gabe ist, die die Natur freiwillig gibt. Gesetz ist es nicht mehr. Gesetz ist dann das, was sich jedes individuelle Wesen selbst gibt. Dort sollte man hinsteuern. Ihr seht, da kündigt sich schon an, die Kraft, mit der wir den Abgrund nicht nur überwinden, sondern auflösen können - oder bis zu einem gewissen Grad auflösen können, hoffentlich in einer fernen Zukunft zu einem höheren Grad auflösen können. Wir haben noch einige Zeit dazu, aber trotzdem ist Handlungsbedarf hier und jetzt gegeben, weil, wenn wir jetzt Schritte versäumen, dann wird es sehr, sehr, sehr viel schwieriger in der Zukunft. Also, jetzt, wirklich hier, heute, in den nächsten Minuten, sozusagen, so dringend ist es. Aber die Ereignisse jetzt unserer Zeit, wir sehen ja, dass alles irgendwie ziemlich schwierig ist. Nicht nur seit zwei Jahren, aber es hat jetzt in den letzten zwei bis zweieinhalb Jahren besonders krass sich begonnen zu zeigen - und es wird noch nicht alles sein, mit dem müssen wir rechnen. Es ist jetzt Handlungsbedarf! Und es ist dazu da, in Wahrheit, um uns aufzuwecken. Wir können es als das gebrauchen, um daran zu erwachen.
Ausklang
In diesem Sinne wollen wir es gut sein lassen für heute. Ich danke euch fürs Dabeisein. Wunderbar hat es funktioniert heute: kein war Mikro offen, ganz toll. Ich möchte gerne alle wieder sehen zum Abschied, danke. Bis zum nächsten Mal. Gute Nacht. Ich verabschiede mich auch beim Livestream. Danke fürs Dabeisein. Bis zum nächsten Mal. 

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