72. Vortrag zur Apokalypse des Johannes (Dokumentation)

Von Dr. Wolfgang Peter

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Datum des Vortrags: 31. August 2021

Zusammenfassung

Von Mithörerin H. H.

Der 22. Wochenspruch drückt die eigentliche Aufgabe unserer Zeit aus: Erleben, wie der Mensch aus eigener Kraft und eigenem Entschluss zu geistiger Wirklichkeit kommt, wie er das Weltenselbst, in dem der Christus wirkt, selbst aufbaut. Wir bauen unser wirkliches Ich auf, indem wir schöpferisch tätig werden und unser Seelisches umarbeiten, d.h. Negatives in Nichts führen und etwas schaffen, was vorher nicht da war. Unbewusst machen wir es im Grunde genommen gleich nach der Empfängnis: Wir gestalten unsere Leibeshüllen gemäß unserer Individualität und ungefähr ums 3. Lebensjahr haben wir zum ersten Mal ein Bewusstsein unseres Ichs. Vorher tastet das Kind die Welt mit dem Sehsinn ab, beginnt zu greifen, richtet sich auf und beginnt zu sprechen. 

Kleiner Exkurs zu unserer Sprache: Heutiges Sprechen und Sprache ist ganz ungesund, weil es vom Verstand gesteuert wird. Sprache sollte man bis in die kleine Zehe spüren, das beginnt damit, dass man mit richtiger Spannung am Boden stehen sollte. Sprache dient heute dem intellektuellen Austausch und wäre für den geistigen Austausch gedacht.

Wie ist das Ich in die Welt hinein orientiert?

In den Berufen kann sich das verwirklichen, was sich das Ich vorgenommen hat, wobei äußere Bedeutsamkeit  ein Hindernis für geistige Bedeutsamkeit ist, weil die äußere Macht ein Vernichter der geistigen Aufgaben ist. Macht ist angelegt, Druck auszuüben. Erst in der 6. Kulturepoche gibt es keine Machtstrukturen mehr, man handelt aus der moralischen Intuition heraus. Heute aber erhalten wir ein einseitiges Zerrbild von den Medien, das für die Menschen zu Realität wird. Das ist ein Missbrauch, um nicht zur Freiheit des Ich zu kommen.

Wo finde ich mein Ich?

Beobachten, wie ich mich bewege, welche Körperhaltung ich einnehme, wie meine Sprache ist, wie mein Denken? 

Nach dem nochmaligen Lesen des Wochenspruches  leitet Wolfgang Peter zum Denker der Hochscholastik, Thomas von Aquin, über, den die Frage bewegte, was im Christentum an Geist drinnen ist.  Seine Texte zeichnen sich durch  gewaltige Klarheit und Besonnenheit aus. Im Verstandesdenken hatte er höchste Präzision und seine Sprache war im lebendigen Fluss. Er bediente sich der Methode der Scholastiker: These und Antithese ergibt Synthese (= Gleichgewicht).

In der Imagination kann man unendlich viele Zusammenhänge schauen. Es ist aber schwer bis unmöglich, diese Zusammenhänge in Verstandesbegriffe zu fassen. R. Steiner konnte das, allerdings sind seine Werke nur ein „Funken“ von dem, was er dabei erlebt hat. Seine speziellen sprachlichen Wendungen sind dem reichen Erleben geschuldet, die uns das Lesen etwas schwer machen. Worte sind aber nur WEGWEISER bei R. Steiner und in der Apokalypse. – Subjekt und Objekt sind immer verbunden in der geistigen Welt, während die Wissenschaft Objekte untersucht. Man stellt sich den Gegenständen gegenüber. – In der Imagination ist die Trennung zwischen Subjekt und Objekt völlig aufgehoben. Jeder Mensch muss seinen eigenen Zugang dazu finden. Indem der Mensch Imagination erlebt, arbeitet er mit, dass sie Wirklichkeit wird. Dazu muss der Intellekt geopfert werden, der allerdings vorher  vorhanden sein muss. Die Imagination ist dann der Beitrag, den der Mensch zum Gesamtbild leistet. 

Wie finde ich das Neue?

Diese Frage ist gerade in unserer Zeit so wichtig. Ab 1900 ist das finstere Zeitalter zu Ende und es besteht die Möglichkeit zum neuen geistigen Schauen zu kommen, d.h. inneres Erleben der geistigen Welt bei wachem Vollbewusstsein. In unserem Jahrhundert ist es nun möglich und notwendig sowohl hinauf in die geistige reale Welt als auch hinunter in die Widersacherwelt zu schauen. Um die Widersacher erlösen zu können, muss ich ihr Reich kennen und kann ihnen das aufhellen, was ihre Aufgabe ist. Sorat, der von der Gottheit nicht abkommandiert ist, sondern bereits am Beginn der 7 Entwicklungsrhythmen vorhanden war, ist davon ausgenommen. 

Wir Menschen sind dazu berufen, Neues zu schaffen. Seit Golgatha arbeiten wir mit dank unseres Ich, das nicht begrenzt ist. Wir haben die Möglich- und Notwendigkeit, altes Verdorbenes aufzulösen und neue Qualitäten zu entwickeln, die es noch nicht gibt und die eine neue Richtung vorgeben im ganz Kleinen. 

Uns ist die Entscheidung überlassen, welchen Weg wir wählen: Möglichkeit zur Freiheit oder aus der Freiheit heraus die Freiheit nicht zu wollen, sie zu verlieren. Das Ich wäre damit ausgelöscht. 

In der Apokalypse ist jetzt die entscheidende Stelle, wo darüber berichtet wird: Die Schlacht bei Armageddon. 666 – der Name Sorat leitet sich davon ab und bezeichnet den Zeitpunkt, wo die Menschen, die es nicht geschafft haben, sich von den Sorat-Wesenheiten zu lösen, diesen verfallen: Das ist in der 6. Entwicklungsstufe, im 6. Lebenszustand und im 6. Formzustand der Neuen Venus. 

Es ist jetzt an uns, das lebendige Denken zu entwickeln: Wenn wir Bilder aus der Apokalypse betrachten, die Erschütterung rege machen und Mit-Leid mit der ganzen Welt entwickeln, dass es in die gute Richtung gehen kann. Jeder Mensch soll eine Kleinigkeit dazu beitragen. Wir müssen alle mitwirken, dass es eine heilsame Richtung nimmt, weil wir es können: Die gleiche Kraft, die Ihm  vom Vater verliehen ist, steht auch uns Menschen zur Verfügung. 

Die Apokalypse dient dazu, Mut zu machen für die Aufgaben und zur Kraftentwicklung. 

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