14. Vortrag zur Apokalypse des Johannes (Dokumentation)

Von Dr. Wolfgang Peter

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Datum des Vortrags:

Zusammenfassung

Von Mithörer B. G.

Heute werden wir schon einen Blick in die Zukunft werfen, bisher haben wir eher die Vergangenheit betrachtet, durch die Kulturepochen, die den 7 Gemeinden entsprechen, die angesprochen werden in der Apokalypse. Wir stehen heute in der 5. Kulturepoche, der Gemeinde von Sardes und wir werden heute den Blick auf die nächste Kulturepoche werfen. Wir stehen erst im ersten Drittel unserer gegenwärtigen Kulturepoche, die nächste beginnt im Jahre ca. 3100, da haben wir noch Zeit. Wir werden sicher noch einige Inkarnationen in dieser Kulturepoche haben, weil die jetzige Epoche eine ist, die sehr schnelle Änderungen bringt, sowohl im sozialen Umfeld, im technischen Umfeld, auch im Naturumfeld, daher sind heute die Inkarnationen wesentlich häufiger, also sie folgen wesentlich schneller aufeinander, als sie es in der Vergangenheit waren. Es gibt ein von R. Steiner genanntes kosmisches Maß, dass normal während einer Epoche 2 Inkarnationen stattfinden, einmal als Mann, einmal als Frau, im Idealfall genommen, weil es unterschiedliche Perspektiven sind, wie man die Welt wahrnimmt. In der Vergangenheit waren die Veränderungen während einer Kulturepoche nicht so gravierend, als sie heute sind. Wenn man nimmt die altägyptische Zeit, das Wesentliche der altägyptischen Kultur ist schon ganz am Anfang da, und es ändert sich im Grunde bis weit in die griechisch-lateinische Zeit ganz wenig. Es wirkt auch noch nach, es gibt in der Griechenzeit auch noch die Ptolemäer-Herrschaft, die als Pharaonen dann dort herrschen nach den Alexander-Zügen. Im Grunde ist das aber noch immer die altägyptische Kultur, wie es seit mehr als 2000 Jahren war. 

Heute ist das nicht mehr der Fall. Man braucht nur vergleichen die Welt zur Goethe-Zeit und zur heutigen Welt. Da liegen Äonen dazwischen. Den entsprechend liegen bereits ein oder zwei Inkarnationen dazwischen, je nachdem. Das war ein Gesichtspunkt. Der zweite Gesichtspunkt ist, dass wir heute, wenn wir die Zukunft vorbereiten wollen, durch ein geistiges Streben, das wir jetzt angehen, etwa wenn wir uns mit Anthroposophie und der Apokalypse beschäftigen, so wie wir es hier tun, dann bereiten wir im Grunde auch schon die nächste Kulturepoche vor bzw. schaffen wir eine Basis dafür. Die nächste Kulturepoche wird in der Apokalypse repräsentiert durch die Gemeinde von Philadelphia. Philadelphia heißt „Bruderliebe“, der ganze Ablauf dieser Kulturepoche schöpft aus der Bruderliebe. Wir haben heute Ansätze dafür dort, wo man es am allerwenigsten merkt, nämlich im Wirtschaftsleben. Nicht im Geistesleben, nicht im Rechtsleben, im Rechtswesen leben wir noch ganz in der griechisch-römischen, vor allem in der römischen Epoche, da ist noch wenig Gegenwärtiges. Im größten Teil des Geisteslebens leben wir auch noch in der griechisch-lateinischen Kulturepoche drinnen. Erst im 20. Jhdt. ist in der Kunst und in der Wissenschaft etwas aufgebrochen. 

Und natürlich die Anthroposophie, die um 1900  beginnt. Das ist ein ganz neuer Impuls. Daher darf man sich auch nicht wundern, heute in einer Zeit, wo das alte noch unheimlich stark nachwirkt, dass das Neue noch nicht von so vielen Menschen aufgegriffen wird. Obwohl viele äußere Bestrebungen, die dann entstanden sind, die sichtbar in der Welt stehen, wie z. B. biologisch-dynamische Landwirtschaft, die Waldorfpädagogik, die Heilpädagogik, das wird bei vielen Menschen gut angenommen, meist ohne allerdings viel zu wissen über den geistigen Hintergrund aus dem es kommt. Das was die Zukunft vorbereiten wird, das ist dieser geistige Hintergrund. Da gibt es Ansätze in der Anthroposophie, in der zeitgenössischen Kunst, es gibt auch viele Verirrungen, aber die bildende Kunst und die Musik haben im 20. Jhdt. zu neuen Formen gefunden, die sich nicht mehr ableiten von den klassischen griechischen Formen.  Was teilweise unschön empfunden wurde, oder als kunstzerstörend, als hässlich. Aber auch im Mittelalter hat man die Terz als etwas Hässliches empfunden, als Missklang, weil man das innere Empfinden, das für die Terz notwendig ist, noch nicht hatte. In der griechischen Zeit hatte man noch ganz das pentatonische Empfinden.  Mehr geht noch nicht. 

Es steigt von den Himmelssphären als Oktave herunter, kommt in die Pentatonik, kommt zu Beginn der Neuzeit in die Terz hinein. Die ist auch noch nicht das, was in die Zukunft weist. Die Terz ist ein Schritt auf dem Weg, um da auf der Erde anzukommen und als irdischer Mensch Schmerz, Trauer, Freude zu empfinden als ganz innerliches. Dadurch ein bewusstes Seelenwesen zu werden, aber es ist in der Terz noch nicht das drinnen, was uns zum Geistigen weiterführt. Es ist die irdische Seite des  Seelenlebens, also jene Seite des Seelenlebens, die eigentlich mit dem Tod zum größten Teil verschwindet. Wir brauchen etwas, um das Seelische weiter zu entwickeln zu einem unsterblichen Seelischen. Das gab es einmal in alter Zeit in vorchristlicher Zeit bis in die ägyptische Zeit hinein. In der griechisch-lateinischen Zeit beginnt das ganz real zu verschwinden. Es beginnt dort zu verschwinden, wo die alten Kollektive, die Großfamilien, das Kollektivbewusstsein zurückgeht und das Bewusstsein auf den Einzelnen kommt. Der Einzelne wird getrennt von einem wirklich Seelisch-Geistigen, das in einer Gruppenseele lebt, in der Großfamilie, in der Stammesseele. Das hat Bestand gehabt auch über den Tod hinaus, mit diesem Seelischen konnte man sich auch im Leben nach dem Tod umgeben und darin leben. 

Aber das hat immer mehr Platz gemacht im Einzelseelischen. Das beginnt in der ägyptischen Zeit sich zu entwickeln, aber es dauert. Es wird in der griechisch-lateinischen Zeit stärker und strebt heute einem Höhepunkt zu. Heute muss sich der Mensch als seelisches Einzelwesen empfinden zu lernen, der eine eigenständige seelische Innenwelt in sich trägt. Das ist das Ziel der Seelenentwicklung. In der altägyptischen Zeit wurde die Empfindungsseele entwickelt, damit erwacht ein klares Bewusstsein für die Außenwelt und ein dumpfes Bewusstsein für das Innere, d. h. das Seelische ist eigentlich noch sehr dumpf, verglichen mit dem was man früher übersinnlich geschaut hat als kosmische Seelenwelt. Dagegen ist die Innenwelt, die man als Eigenes entwickelt noch etwas sehr Schwaches. Aber die äußere Seelenwelt ist langsam aus dem Bewusstsein verschwunden, immer heller wird das Innere. In der griechischen Zeit wird es schon stärker. Verstandes- und Gemütsseele entsteht dabei. Das Denken leuchtet auf, ist aber noch stark mit dem Gefühl verbunden. Ist aber auch noch nicht etwas, was ein unsterbliches Seelisches begründet. Die Empfindungsseele überhaupt nicht. Die hat vor allem mit den Sinneseindrücken zu tun und mit den Emotionen, die sich daran anknüpfen, also dass man etwas gern hat, sogar eine Gier danach entwickelt, oder Abscheu davor hat und etwas nicht mag, aber das ist das vergängliche Seelische, das auch an das körperliche Werkzeug gebunden ist. 

In der griechisch-lateinischen Zeit kommt das Denken dazu, es kommt etwas aus einem geistigen Bereich herein, aber das seelische Bild davon ist zunächst auch noch etwas Sterbliches. Das was die Verstandesbegriffe sind. Verstandesbegriffe sind das erste, was nach dem Tod weg ist. Da kann man nichts mitnehmen. Verstand ist das Vergänglichste überhaupt. Aber hinter den Verstandesbegriffen steckt ein Denken, das aus dem Geistigen kommt und aus dem Geistigen schöpft, nur wir erleben es, und auch die Griechen haben es so erlebt mit ihrer Verstandes- und Gemütsseele, dass da etwas aus dem Geistigen hereinschneit, aber abstirbt. Es entsteht daher auch in  der griechisch-lateinischen Zeit die große Sehnsucht: Wie kann ich aber verhindern, dass das stirbt? 

Dialog von Platon über die Seele: Phaidon. Da geht es nicht darum zu beweisen wie das Seelische ist, es geht nicht einmal darum zu beschreiben, wie das Seelische ist. Sondern es geht in dieser Schrift darum, einen Schulungsweg zu bilden, dass sich ein unsterblich Seelisches ausbildet. Das ist der eigentliche Sinn. Der Hintergrund. An der Oberfläche gelesen ist es eine philosophische Abhandlung. Aber Platon hatte ein sehr viel tieferes Wissen. Daher steckt hinter dem „Dialog“ für den Wissenden ein Schulungsweg. Der dazu führt: Wie kann ich die Seele zu etwas Unsterblichen machen? 

Das heißt, man ist sich bewusst, dass das Seelische, so wie wir das seit der griechisch-lateinischen Zeit spätestens haben, ist nicht von Haus aus etwas Unsterbliches, sondern diese Unsterblichkeit muss aktiv erworben werden. Den größten Schub dazu gibt mit der Zeitenwende das Erdenleben Christus, der durch das Mysterium von Golgatha durchgeht und dadurch erst dem menschlichen ICH die Kraft verleiht, aus Eigenem heraus das Seelische zu etwas Unsterblichem zu verwandeln. Da fängt das ganz zart an. Früher hat man das so empfunden, wenn ich etwas Seelisch-Geistiges erlebe, dann kommt etwas aus der geistig-seelischen Außenwelt in mich hinein, ergreift mich und ich erlebe das dann. Heute ist es anders! Heute müssen wir uns aus unserem ICH heraus, mit unserer Seele zum Geistigen erheben. Dann nehmen wir auch die geistige Außenwelt wahr. Aber wir müssen zuerst diese Anstrengung durchmachen, und dorthin zu erheben, das wird uns nicht einfach geschenkt. Sondern wir müssen in Tätigkeit kommen, das ist das Wesentliche. 

Und das spürt der Platon bereits, weil er durchaus ein Eingeweihter war, es dauert aber dann bis weit in die Neuzeit hinein, dass diese Impulse stärker werden. Es gibt dann einzelne Philosophen, die das begreifen, dass Philosophie mehr ist als mit dem Verstand nachdenken über die tiefsten Dinge der Welt, im Grunde aber immer wieder zu scheitern daran, weil wenn ich rein verstandesmäßig über die Welt nachdenke, dann erkenne ich im Grunde nur die Grenzen, an denen der Verstand scheitert, das ist die Grenze wo es ins Geistige geht. Die Philosophie kann im höchsten Fall bis an eine Grenze kommen, wo sie sagt, da ist eine Mauer, an der ich scheitere, aber hinter der Mauer muss etwas sein. Das ist das höchste wo man mit der Philosophie hinkommen kann. Oder auch mit der Theologie hinkommen kann, denn die bedient sich eines ähnlichen Werkzeugs, nämlich der Verstandes- und Gemütsseele. In der heutigen Philosophie geht es fast gar nicht mehr, weil das gemütsmäßige Element heute praktisch weg ist in der Philosophie, es ist nur mehr das Verstandesdenken, das zwar eine hohe Präzision gewonnen hat, aber im Grunde nur mit dem Abgestorbenen arbeitet. 

Was wir heute tun können um das Unsterbliche der Seele zu entwickeln, oder weiter zu entwickeln, ein Fünkchen wird da oder dort schon vorhanden sein, ist unsere Geistestätigkeit, unser Bewusstsein, von der Perspektive nach außen (Sinneswelt und äußerer Verstand) uns umzuwenden zur geistigen Welt. Das geht nur dann, wenn das Denken lebendig wird. Das heißt wenn wir nicht fertige Gedanken im Bewusstsein erleben, sondern beginnen den Denkprozess selber zu erleben. Das ist das Großartige, das R. Steiner mit seiner Philosophie der Freiheit schon begründet hat. Dort zeigt er den Weg vom heutigen durchschnittlichen Verstandesdenken zu einem Erleben des Denkprozesses, das ist das Wichtigste, diese Beobachtung zunächst des eigenen Denkens, damit fang ich an meiner eigenen geistigen Tätigkeit zuzuschauen, das ist das allererste geistige Erleben in Wahrheit, damit fange ich an mich selbst als geistige Wesenheit zu ahnen. 

Von dort geht es weiter, dass man dieses Denken weiter verstärkt, weiter lebendig macht, weiter entwickelt zu einem Imaginativen, zu einem bildhaften Denken, wo dann wirklich eine Wahrnehmung der geistigen Außenwelt beginnt. Da gibt es verschiedene Zwischenschritte, die man erleben kann, ein typisches Gefühl, das viele erleben ist, dass wenn man in diesem durch Meditation herbeigeführten lebendigen Denken drinnen ist, dass man merkt das Denken wird unabhängig vom Gehirn. Das merkt man ganz deutlich. Als ob es einem die Schädelplatte abhebt und man ist draußen irgendwo. Man hat das Gefühl, das Denken ist rundherum. Das ist es auch tatsächlich. In alter Form hatten das tatsächlich noch die Ägypter, aber halt nicht mit dem Bewusstsein, das wir heute haben. Sie haben es so empfunden, dass man mit den eigenen Ätherkräften, dem eigenen Ätherleib beginnt die ätherische Außenwelt abzutasten, tätig zu werden das draußen, das spüre ich, d a ist etwas, es hat etwas Eigenes, da ist etwas, was ich zu ertasten beginne, ätherisch zu ertasten beginne, zu be-greifen, wir schulen unser irdisches Begreifen, dadurch, dass wir mit den Händen greifen, das schult zugleich aber auch die Fähigkeit, im Ätherischen zu greifen. Die eigentliche Tätigkeit kommt aus dem Ätherischen, wenn ich lebendig die Hand bewege, vor allem wenn ich sie durchseelt bewege in der Gestik, in der Kultgestik am Anfang, oder im kultischen Tanz vielleicht, die Bewegungen die kommen  ganz aus dem Ätherischen heraus, und wenn ich diese Kräfte jetzt heraufhebe, und über den Kopf, über das Gehirn hinaushebe, dann beginne ich die ätherische Außenwelt abzutasten. 

Nehmt das als ein Bild, weil das Ätherische ist eigentlich nichts Räumliches sondern etwas Zeitliches. Aber da kann man es überhaupt nicht mehr beschreiben. Wir setzen es daher in ein Bild, das aber gerechtfertigt ist, weil man es in dem Moment so erlebt, man hat das Gefühl mit dem Denken über dem Kopf draußen zu sein, die Schädeldecke hebt ab, etwas Gebildetes, etwas geistig Geformtes sprudelt dann nur so. Die Schwierigkeit ist nicht diese Fülle hereinzubekommen, sondern die Schwierigkeit ist, diese Fülle erfassen zu können, es kommt mehr als man fassen kann, noch schwieriger ist es dann in menschliche Gedanken und Worte zu übersetzen – in unsere Verstandesgedanken. Kann ich das nicht, kann ich auch niemand etwas davon erzählen, dann bin ich mir zwar bewusst, ich hatte dieses Erlebnis, kann es aber nicht mitteilen. Das ist im Grunde schmerzvoll, denn ich habe eine Fülle die millionenfach reicher ist, als die paar Sätze in die ich das hinein pressen kann, es ist eine Reduktion auf fast Null. Das tut weh. 

Man spürt ich muss es im Gehirn ergreifen, denn  ohne das kann ich die äußeren Verstandesgedanken nicht bilden, denn äußere Verstandesgedanken brauchen das Gehirn als Werkzeug. Man merkt den Unterscheid in der Qualität des Denkens, denn „da fängt das Kopfwehdenken“ an, angestrengt über ein schwieriges Problem nachgrübeln, mir zerspringt der Kopf, ich komme aber nicht weiter, weil es fließt nicht so richtig, den Übergang merkt man sehr deutlich wenn man von diesem lebendigen nicht ans Gehirn gebundenes ätherische Denken übergeht zum Verstandesdenken, d. h. zur Spiegelung am Gehirn. Das ist wie ein Zerstörungsprozess. Von dem nur wenig überbleibt, aber mit dem müssen wir uns zunächst begnügen, um es kommunizieren zu können. 

Das sind alles die Dinge, die man in R. Steiners „Philosophie der Freiheit“ schon erleben kann, indem man das Buch nicht nur liest, sondern übt. Über Jahre. Das gefällt den Leuten meistens nicht, weil sie wollen ein Buch an einem Tag lesen und Wissen aufnehmen. Aber dann hat man bei einem solchen Buch im Grunde gar nichts aufgenommen. Man hat dann höchstens ein Missverständnis aufgenommen. Aha, ein interessanter philosophischer Ansatz. Aber dann hat man das Eigentliche nicht ergriffen. 

Weil man es in Wahrheit leben muss. Leben durch eine gewisse Lebensspanne und dann immer weiter, weil man hört dann eh nie damit auf, es begleitet durchs ganze Leben und entwickelt sich weiter. Das sind Ansätze da, wo das heute für jeden Menschen möglich ist einen Zugang zu diesem neuen Denken zu gewinnen. Und was aus diesem lebendigen Denken kommen wird, das formt das Seelische bereits so, dass ein unsterblicher Anteil entsteht. Dieses Seelische, das kann ich mitnehmen auch nach dem Tod und auch in die nächsten Inkarnationen, das ist etwas was uns begleitet. Da beginnt eine neue Unsterblichkeit. 

Einzelne Denker hatten das schon früher, namentlich an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit.  Leute wie Thomas von Aquin. Da gab es bei Thomas von Aquin diesen großen Wettstreit mit den Arabern, mit arabischen Denkern, wie Averroes, der gesagt hat, in gewisser Weise mit Recht gesagt hat, weil er beschreibt die alte Art, wie das Seelische war. Dieses Seelische, das wir in uns hineinnehmen und in dem sich unsere Intelligenz und unser Denken entfaltet, das ist gar nicht unser Individuelles, das ist etwas Überindividuelles, das ist uns während des Lebens zugänglich, aber nach dem Tod gehört uns das nicht mehr. Dann ist es nicht mehr individuell sondern universell. Das war ganz richtig. Es war für ihn und viele seiner Zeit auch noch richtig. Aber Menschen wie Thomas von Aquin haben in ihrem Denken schon gespürt, es ist anders, sie haben es anders erlebt, sie haben erlebt diese geistige Arbeit, die jetzt von ihnen, von ihrem ICH ausgeht und ein eigenständiges Seelisches baut, aber eines das wirklich Unsterblich ist. Das war der große Streit zwischen den arabistischen Denkern und den abendländischen Denkern. Und natürlich hängt es damit zusammen bei dem Bewusstsein, das bei Thomas von Aquin da war, dass hinter dem ICH der Christus-Impuls steht und dass der das Entscheidende dabei ist. Unserem ICH die Kraft gibt, dass das Geistige eine Wirklichkeit wird, was aus dem ICH heraus kommt. 

Bis zur Zeitenwende war das ICH mehr Vorbereitung, ein Versprechen für die Zukunft, aber in Wahrheit noch nicht tätige Kraft, die wirklich geistig schaffen konnte. Das hat sich geändert mit der Zeitenwende. Mit dem Kreuzestod beginnt das bei ganz wenigen einzelnen Menschen. Beim Johannes, dem Schreiber der Apokalypse, der hat das dann und kann darüber sprechen, was für die meisten anderen Menschen noch in der Zukunft liegt. Er spricht sehr viel über die Zukunft. Wir sind jetzt erst in der Apokalypse dort angekommen, wo wir den Blick in die Zukunft wenden. Wir sind im dritten Kapitel von 22 Kapiteln. Wir sind ganz am Anfang. Aber immerhin an der entscheidenden Wende aus unserer Perspektive von jetzt an geht es in die Zukunft. Mit dem Studium der Philosophie der Freiheit, mit dem Johannes-Evangelium, mit der Apokalypse des Johannes können wir dieses Verwandeln des Seelischen zu einem Unsterblichen bereits jetzt weiter fortsetzen: was geschieht ist, dass der Astralleib, der Astralleib ist Träger des Seelischen, unser Seelisches ist ein Teil des Astralleibes, ein Teil ist uns naturgemäß gegeben, aber innerhalb dieses Astralleibs erwerben wir uns ein Eigenes, das von uns bearbeitet ist, zuerst unbewusst, solange es unbewusst ist, ist es noch Vergänglich dieses Eigene, es verweht letztlich mit dem Tode. Aber jetzt, wenn wir die Bewusstseinsseele entwickeln und sie nach dem Geistigen wenden, das beginnt übrigzubleiben, das nehmen wir mit, das wird nicht mehr Astralisches im eigentlichen Sinn, sondern Geistselbst. Geistselbst ist das verwandelte Astralische, also der verwandelte Seelenleib oder überhaupt die verwandelte Seele. 

Das tun wir ganz individuell, wir bereichern dadurch bereits die geistige Welt damit, da kommt etwas in die Geistige Welt, das vorher nicht da war, was eigenständig durch uns hineinkommt. Diese Möglichkeit fängt in einem gewissen Maßstab in unserer Zeit an und wird die Hauptaufgabe sein in der nächsten Kulturepoche, etwa nach 3.100 n. Chr., die 6. Kulturepoche, R. Steiner nennt sie auch die slawische Epoche, das bedeutet aber nicht, dass sich das nur im Osten bei den Slawen abspielen wird, vor allem auch weil zu diesem Zeitpunkt die Völkervermischung so stark sein wird, dass man das von der Leibesgrundlage her nicht mehr unterscheiden kann. Das ist schon jetzt am Verschwinden. Die Mischung wird größer, aber etwas von der Gemütstiefe, die bei den slawischen Völkern drinnen ist, wird in einer höheren Form erstehen, nämlich in der Form, dass sich das zu einem Geistselbst verwandelt, zumindest zu einem Teil. Heute erfordert das einen strengen Einweihungsweg, dass Einzelne es in einem höheren Maße erringen können, wir anderen können es ein bisschen erringen, aber in der nächsten Kulturepoche wird das einem breiteren Strom von Menschen möglich sein. 

Es wird aber auch da bereits eine Scheidung der Geister beginnen, es wird Menschen geben, die nicht mitziehen können, die an der Stelle der Bewusstseinsseele bleiben, die nach außen in die Sinneswelt gerichtet ist, die eine hohe verstandesmäßige Intelligenz hat, die man aber nicht mitnehmen kann ins Geistige, also auch nicht mitnehmen kann ins Leben nach dem Tod. Diese Scheidung wird sich verschärfen gegen Ende dieser nächsten Kulturepoche, weil bei der letzten darauf folgenden Kulturepoche, bevor dann ein ganz großer Einschnitt kommt, da wird es nicht mehr viele Möglichkeiten geben etwas nachzuholen. Die letzte Epoche eines derartigen Siebener-Zyklus, sei es im Einzelleben oder im großen Maßstab, dient nur dazu, die Früchte dessen was vorher passiert ist, zu ernten und vorzubereiten dafür, wenn man durch den Tod geht bzw. eine neue Kulturepoche anbricht, dass es dann dort fruchtbar werden kann. 

Es ist auch unsere Aufgabe im Alter wirklich die Früchte des geistigen Lebens zu ernten, bereit zu mache für das nächste Erdenleben, dass es dann das Samenkorn ist, aus dem unser nächstes Leben entstehen kann. Das ist ganz wichtig. Es ist überall in der Entwicklung so, es gibt einen Evolutionsprozess, Evolution, „evolvere“ heißt auswickeln, d. h. da wird etwas, das am Anfang schon als Keim da ist, immer mehr ins äußere Leben hineingestellt, ausgewickelt, das erreicht dann einen Höhepunkt, dann beginnt es sich äußerlich wieder zurückzuziehen, es kommt eine Involution, das, was man geistig leistet wird eingewickelt, dass es zu einem Samenkorn wird für die nächste Inkarnation. So ist es auch bei den Kulturepochen. Z. B. was in der griechisch-lateinischen Zeit passiert ist, das hatte seinen Höhepunkt mit der Zeitenwende, damit ist alles Wichtige getan, der Rest ist Ausarbeitung, um es zur Reife zu bringen, aber die wesentlichen Impulse sind alle da. Dann wird es eingewickelt. 

Das stand dann als Keim für unsere gegenwärtige Zeit da, es ist auch viel herausgekommen, aber jetzt sind wir schon so weit, dass ein neues Element dazu kommen muss. Auch während des Prozesses des Auswickelns muss zu einem bestimmten Zeitpunkt beginnen etwas Neues dazuzugeben, sonst wäre es sinnlos, was Altes wird eingewickelt, dann wickle ich es wieder aus, es kommt immer wieder etwas dazu, das ist der richtige Impuls, wir stehen jetzt haargenau in der Zeit drinnen, wo das Alte gründlich ausgewickelt ist, aber wo wir etwas Neues produzieren müssen, das dann eingewickelt werden kann für die nächste Epoche. Das bereiten wir in Wahrheit durch unsere geistige Tätigkeit vor. In ganz verschiedenen Bereichen, die Anthroposophie geht es ganz bewusst und gezielt an, der Weg wird in jedem Fall in der Kunst gegangen, vielleicht nicht immer mit dem Bewusstsein, das wir durch die Anthroposophie erwerben können, aber das wird auch kommen, selbst wenn sie es nicht direkt aus der Anthroposophie haben, dann werden sie auf ihre Art die Anthroposophie selber finden. 

Weil die Anthroposophie ist in Wahrheit nicht etwas, was in Büchern steht, sondern die eigentliche Anthroposophie ist ein geistiges Wesen. Sie ist etwas Wesenhaftes. Aus dem schöpft man sie eigentlich. Die Schriften Steiners dienen dazu, mit dem Wesen in Verbindung zu kommen, um daraus das Eigentliche zu holen. Auch die Gesamtausgabe Steiners ist wie die Apokalypse des Johannes in Wahrheit ein Leitfaden. Ein Leitfaden es selber zu finden, und viel mehr zu finden als da drinnen steht, weil man viele Dinge gar nicht mit unseren Worten hineinschreiben kann. Es gibt die Begriffe dazu nicht. 

Es fängt an in der ägyptischen Zeit, die Schrift, die Entstehung der Bilderschrift, dann die Phönizier, von dem sich unser Alphabet ableitet, es ist die Zeit der Verdunkelung, die Schriftzeichen erfassen zunächst noch irgendetwas Geistiges, Imaginatives, kleiden es in sinnliche Bilder (ägyptische Hieroglyphen), z. B. das Seelische ist ein Vogel. Mit der Schrift, mit den Buchstaben beginnt das Geistige immer mehr zu schwinden, wenn dann noch selbst der Prozess weggeht es selbst zu schreiben, im Schreiben wenigstens das Geistige zu erleben, indem es in die Schrift hinein abstirbt im Geschriebenen, wenn ich das dann durch Buchdruck vervielfältigen kann oder heute auf elektronischen Weg, copy & paste, dann ist keine Möglichkeit mehr da, mich mit dem Geistigen, das dahintersteckt, aus dem es stammt, mich zu verbinden. 

D. h. die Schrift wird irgendwann verschwinden, weil wir sie nicht mehr brauchen, sie ist jetzt schon auf einem Weg des totalen Absterbeprozesses, wie unsere Sprachen. Die alten Sprachen waren viel reicher, komplexer, nicht nur die hohen Kultursprachen sondern auch die sogenannten Primitivsprachen. Die sind viel komplexer, weil es hunderttausend Ausnahmen gibt und jedes seinen eigenen Charakter hat. Das nennen wir heute primitiv. In Wahrheit haben die hinter jedem Begriff, hinter jedem Laut ein geistiges Wesen noch erlebt. Nicht irgendein abstraktes Schema, Grammatik, die das alles in eine bestimmte Verstandesform hineinpresst. Grammatik ist ein Ergebnis der Verstandestätigkeit. Bevor sie ganz als Verstand bewusst wird, fängt man an in die Sprachen die Grammatik hineinzulegen. So findet im Grunde Aristoteles die Logik. Logik, Logos: „das Wort“, Regeln des richtigen Sprechens, das ist die Logik, aus dem ist es entstanden. Heute ist es noch abstrakter geworden. Aber das ist das Absterbende.

Wir werden in der Zukunft zu ganz anderen Ausdrucksformen kommen, die Sprache wird einen anderen Charakter bekommen, die Schrift wird verschwinden. Es wird sich viel wandeln. Es ist gut sich geistig so zu beschäftigen, dass alles einmal ganz anders sein könnte und in der Vergangenheit anders gewesen ist. Das ist ein erster Schritt gerade in dieses lebendig-ätherische hineinzukommen, wo man sich frei in der Zeit bewegen kann, Zeit spielt da nicht die gleiche Rolle wie bei uns im äußeren Erleben. Sich vorstellen, die Dinge können ganz anders sein, sich lebendig vorstellen, wie wäre es in einem Zeitalter, wo es die Schrift noch nicht gegeben hat, wo es noch nicht unseren Verstand gegeben hat, wie anders müssen die Menschen erlebt haben. 

Sich hinein versetzen, wie ist es, wenn das alles nicht da ist, wie ist es, wenn ich die Natur nicht mit wachen Sinnen sehe, hab den modernen Verstand noch nicht, hab nicht dieses innere seelische Erleben, sondern eigentlich ist das alles draußen, jede Pflanze, jedes Tier, jeder Stein ist beseelt, weil ich das Seelische draußen erlebe, daher sehe ich den Stein, die Pflanze, das Tier nicht so, wie wir sie heute sehen. Vom Menschen ganz zu sprechen. Ein Loskommen von dem, wie wir es jetzt erleben. Das ist ein wichtiger Punkt, dass wir loskommen, es müsste immer so sein und wir erklären uns alles nach dem Muster, wie wir heute die Welt erklären. Da müssen wir drüber. Das fällt uns unheimlich schwer, weil das in den Lebensgewohnheiten sitzt. Lebensgewohnheiten sind Ätherkräfte, Lebenskräfte. Dort sitzen heute Gewohnheiten drinnen, die genau ihre lebendige Entfaltung hemmen. Das war durchaus notwendig, um den Verstand zu entwickeln. Daher der Kreuzestod auf der Schädelstätte (Golgatha), das ist nicht zufällig, da stirbt das Leben da oben (Wolfgang zeigt Richtung Schädel). Die Prozesse, die sich da oben abspielen, die dienen dazu das Ätherische soweit absterben zu lassen, dass wir die toten Verstandesbegriffe haben können, haben müssen, haben mussten, wir brauchen das auch heute noch immer, es soll nicht heißen, dass wir den Verstand völlig vergessen, aber wir müssen darüber auch hinweg kommen, etwas dazu entwickeln, das auch lebendig machen können, d. h. zu dem Tod auf Golgatha muss die Auferstehung kommen im Denken zunächst einmal, dort beginnt die Auferstehung. 

Das ist die allererste Auferstehung. Wir werden noch sehen, dass in der Apokalypse später von einer „ersten Auferstehung“ gesprochen wird. Auferstehung ist nicht gleich Auferstehung. Es ist ein sehr komplexer Begriff, der verschiedenste Stadien hat. Ein Punkt ist jedenfalls dieses lebendig werden im Ätherischen, in den Ätherkräften, das fängt mit dem lebendig werden des Denken an. D. h. dass es dann in der nächsten Kulturepoche in der Gemeinde von Philadelphia (Bruderliebe), bei dem Teil der Menschheit, die wirklich auf der Höhe ihrer Zeit ist, die werden ein lebendiges imaginatives Denken entwickelt haben, ein Denken, mit dem sie wirklich die geistige Welt bereits wahrnehmen können. Weil lebendiges Denken wird zur Imagination und Imagination ist die erste Stufe der geistigen Wahrnehmung. Es muss dann noch Inspiration dazukommen, um wirklich zu verstehen, was ich dabei erlebe, auch das wird dann in hohem Maße schon der Fall sein. Und muss auch heute bei den Menschen der Fall sein, die ernsthaft sich jetzt schon dem Geistigen auch zuwenden wollen. Ich sage bewusst „auch“, weil wir ja noch Aufgaben in der äußeren sinnlichen Welt haben. Wir sollen ja das Geistige hineintragen in die äußere Welt, um sie zu verwandeln. Die heilsame Verwandlung unserer Erde wird nur dann erfolgen, wenn wir aus der geistigen, d. h. inspirativ-imaginativen Erfahrung heraus etwas da hinein tragen. Eben nicht mehr alleine aus der Verstandeserkenntnis und der sinnlichen Erkenntnis. 

Auch in den ganzen Wissenschaftsdisziplinen muss etwas dazukommen. Was die Naturwissenschaften heute machen ist notwendig, es ist notwendig, dass sie bis an die Grenze kommen, an die man mit dem sinnlich-materiellen Denken kommen kann. Bevor sie nicht an der Grenze sind, dürfen sie nicht aufhören weiterzumachen. Sie müssen Streben danach die Welt äußerlich verstandesmäßig zu erklären, bis sie dort sind, wo sie scheitern an dieser Grenze. Wo sie so stark scheitern, dass sie merken, mit der Art des Denkens, die ich habe, komme ich nicht darüber hinaus, aber dann von der anderen Seite etwas herein kommt. Wo diese Erschütterung stark genug ist.

Das hatten auch einzelne äußere Forscher, dort wo große Durchbrüche erzielt wurden, die das alte naturwissenschaftliche Weltbild ins Wanken gebracht haben und es verwandelt haben, das ist mehrmals geschehen, man denke an Kopernikus, Kepler (Weltenharmonie), eigentlich einerseits sehr äußerlich, aber es kommt heraus aus einem starken geistigen Einschlag. Der Kepler war sich dessen im Grunde bewusst. Er spricht davon, dass er aus den goldenen Gefäßen der Ägypter geschöpft hat und das herübergetragen hat. Er war in dieser Zeit tätig und hat das in einer anderen Art erlebt. So etwas wie eine gewisse Erinnerung kommt dann heraus. Das ist nur der Fall, wenn ein imaginativ-inspiratives Erlebnis bereits da ist. Selbst der Newton, der als sehr materialistischer Naturwissenschaftler gilt, die Mechanik begründet, auch da kommen geistige Impulse hinein, jener Newton, gegen den Goethe angekämpft hat in der Farbenlehre. In der Farbenlehre da hat Newton es nicht mehr verstanden, da hat er nur mehr das Äußere gesehen, während Goethe hauptsächlich das Innere sieht. Nämlich durchs Sinnliche hindurch aufs Geistige schaut. Das konnte Newton bei den Farben nicht. Trotzdem hatte er geistige Impulse gehabt, die ihn auf den Weg führen, wo die Naturwissenschaft äußerlich an die Grenzen anstößt. Und Keplers Naturbild ist dann tatsächlich im 20. Jhdt. an die Grenzen gestoßen. Dann hat sich ein neues Tor aufgetan. Mit Einstein, dem großen Überwinder, wieder eine neue Perspektive, wieder neue Grenzen, die aufgerichtet werden. Dort wird man wieder fest anstoßen, bis es so weh tut, dass man irgendwann durchkommt. Manchmal müssen wir mit dem Kopf durch unsere selbst gemachten Wände, an denen werden wir bewusst und wachen dabei auf, der Stoß am Kopf tut uns gut. So funktioniert es in der Praxis. Wir brauchen dieses Erlebnis des Anstoßes.

Gerade durch das Anstoßen entwickeln wir die Bewusstseinsseele für das Geistige, gerade durch das im Letzten scheitern. Was haben wir heute? Wir haben heute einen spirituellen Materialismus, weil er für viele eine tiefe Glaubensüberzeugung ist. Ich glaube an die Materie. Für sie ist das eigentlich Geistige die Materie. Einer der großen Vertreter der materialistischen Evolutionslehre in Deutschland war zu Zeiten R. Steiners Ernst Haeckel. Jener für den R. Steiner glühend eingetreten ist. Er schreibt eine Abhandlung: „Haeckel und seine Gegner“.  Er verteidigt den Haeckel absolut, gegen alle jene, die in die Evolutionslehre irgendwelche spirituellen Phantasien hineintragen wollen. Weil das völlig ungesund ist. Entweder ich komme mit klaren geistigen Wahrnehmungen dazu, zu wissen, welche geistigen Kräfte da gerade wirken, dann ist es gesund. Aber wenn ich sie erspekuliere aus dem Verstand, mit dem Gefühl im Hintergrund, es wäre so schön, ich bin ein gläubiger Christ, also muss es so sein. Nein, das ist der Sache nicht gewachsen, das führt absolut ins Luziferische hinein, es mag erhebend sein und viele Leute begeistern, aber geistig gesehen ist es schwachsinnig, weil es nicht der Realität, nicht der Wirklichkeit entspricht. 

Daher, so leid es mir tut, so sehr ich Sympathie für viele moderne Gehirnforscher hege, die noch dieses Geistige im Glauben hatten, jetzt mit Mühe und Krampf versuchen, das in ihre Forschungsarbeit hinein zu interpretieren. Und an den unmöglichsten Stellen Geisterl hinsetzen, die in Wahrheit aber gar nicht da sind. Das ist Aberglaube. Ich muss dorthin kommen, dass ich erkenne, dass das, was als Materie erscheint selbst etwas Geistiges ist, die äußere Erscheinungsform des Geistigen. Dann muss ich durch diese Barriere durch uns schauen welche geistigen Schichten gibt es, dann komme ich in die Ätherwelt, in die Seelenwelt/Astralwelt komme, und dann erst zu etwas Geistigen. Und dann ist es auch noch nicht gleich das wirklich eigenschöpferische Geistige, sondern ein geschaffenes Geistiges, dann erst komme ich in die Quelle hinein. Da sind eine Menge von Stufen zu überwinden dorthin. Man darf sich aber nicht ersparen den Weg dorthin mit Mühe zu erkaufen und gleich dorthin springen zu wollen, weil dann falle ich in Wahrheit einer luziferischen Phantasieerscheinung zum Opfer. Dann ist es nicht Phantasie, sondern Phantasterei. Das ist der große Unterscheid. Wirkliche künstlerische Phantasie oder auch wissenschaftliche Phantasie schöpft aus der geistigen Wirklichkeit, ohne sie noch bewusst als solche zu erleben, sondern als Phantasiebild. Das gibt es bei vielen Forschern, bei Künstlern immer wieder. Aber Phantasterei darf es nicht sein. 

Phantasterei entsteht dort, wo ich meine Wunschvorstellungen hinein projiziere in die Dinge. Dann wird es ganz falsch. Dann komme ich auf Abwege. Daher sind die, die das alles streng materialistisch erklären wollen, die sind am richtigen Weg, die stoßen irgendwann an die Wand und die Wand ist so real, dass ich sie nicht mehr leugnen kann. Dann wird es ein Leichtes sein, dass sie die ersten sind, die zu geistigen Wahrnehmungen dort kommen. Schon das massive Anstoßen an die Wand ist eine geistige Wahrnehmung. Es ist in Wahrheit schon dieses hinaustasten in die nächst höhere Ebene. Ich muss bis dorthin gehen, wo ich mit dem Verstandesdenken und mit der äußeren, auf das Sinnliche gerichteten Forschung kommen kann, dann stoße ich an die Wand, dann geht es durch. Dann fange ich an wirklich im ätherischen Selbst zu tasten und mir dessen bewusst zu sein.

Bei den Ägyptern ist es so zutreffend geschildert, wenn die den Ätherleib darstellen, den Ätherleib KA. Ka ist ein sehr gutes Wort, weil es darauf hindeutet, dass es die Kraft ist, die den physischen Leib formt, dessen waren sie sich bewusst. Ka, das kantige, das ist richtig, weil sie haben gemerkt, dass es das Äußere durchformt. Wenn sie Ka darstellen, dann stellen sie es in menschlicher Gestalt dar, aber oben über dem Kopf sind zwei abgewinkelte Arme, das ist immer der Ka, weil sie das genau so erlebt haben. Aber noch mit einem anderen Bewusstsein als wir es haben. Wenn wir heute ins lebendige Denken übergehen, das Hinaustasten ins Ätherische, das können wir heute lernen, damit öffnen wir das Tor in die geistige Welt, wir haben dann auch noch das Verstandesdenken aber damit machen wir das Tor zu. Wir müssen wissen, alles was wir in Verstandesbegriffe fassen, damit mache ich das Tor zu. Wenn ich wie R. Steiner Geisteswissenschaft betreibe und anfange sie den Menschen mitzuteilen oder das in Büchern niederschreibe, dann passiert genau das, ununterbrochen, ich schöpfe etwas aus dem Geistigen, mache das Tor zu und übersetze es in etwas Verstandesmäßiges, es geht nicht anders. Es geht jedenfalls so lange nicht anders, als ich nicht unmittelbar durch meine Äußerungen, die anderen dorthin bringen kann, dass sie es selbst auch erleben. 

Wenn mehr Menschen soweit sind, dass sie diese Fähigkeit der geistigen Wahrnehmung haben, dann kann man mit denen anders kommunizieren. Dann erleben sie das gleiche, zwar von ihrem individuellen Standpunkt, aber doch ein Gemeinsames. Aber solange das nicht der Fall ist, muss ich immer etwas herausholen, Tor zu, damit ich nicht irritiert werde, dann in Verstandesbegriffe übersetzen, im Grunde bei jedem einzelnen Satz, den ich niederschreibe, bei jedem Wort, das ich wähle. Ununterbrochen auf / zu. Das Zumachen ist immer der schmerzliche Punkt, man denkt sich, Oh Gott, wie wenig habe ich von dem hereinholen können. Das ist das Problem. Einen winzigen Bruchteil davon. Aber es muss für den Anfang genügen.

Diese Dinge finden wir wieder in der Beschreibung in der Apokalypse des Johannes über die Gemeinde von Philadelphia, der Gemeinde der Bruderliebe. Die Bruderliebe wird sich am stärksten entwickeln aus dem Wirtschaftsleben heraus. R. Steiner hat eine Dreigliederung des sozialen Lebens beschrieben: Geistesleben (Bildung, Religion, Wissenschaft, etc.), Rechtsleben, Wirtschaftsleben.  R. Steiner hat sie verbunden mit den drei großen Idealen der französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Die Zuordnung Freiheit für das Geistesleben kann man ganz gut nachvollziehen. Im Rechtsleben wäre Freiheit nicht das Richtige, weil frei heißt, jeder macht was er will. Ob es einem anderen schadet oder nicht, egal. Das muss das Gesetz der Gleichheit sein. Es darf sich nicht einer anmaßen, das ist meine Freiheit, aber nicht die der anderen. In der Wirtschaft die Brüderlichkeit, die ist zu einem Teil schon im Wirtschaftsleben realisiert heute. Obwohl wir das gar nicht glauben. Es hat nämlich nichts damit zu tun mit dem sentimentalen Gedanken, wir sind alle Brüder uns haben uns alle lieb. Das Gefühl ist ok, aber alleine zu wenig. Wir wissen, wenn man darauf baut, wird es in der Regel nicht funktionieren. Weil es irgendwer aus irgendwelchen Gründen dann doch nicht durchhält. Gerade wenn es um viel Geld geht, dann ist es vorbei mit der Brüderlichkeit. Oder der andere ist ein Bruder, der eine andere Meinung hat, die man selber nicht toleriert. Dann kommt das Berühmte: „Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlage ich Dir den Schädel ein.“ Nein!

Diese Brüderlichkeit, die hier gemeint ist, ist eine, die in der Struktur des modernen Wirtschaftslebens drinnen liegt. Weil wir weggekommen sind von der Selbstversorgung, ich arbeite für meinen Eigenbedarf, als Selbstversorger, Hauswirtschaft, sondern wir arbeiten immer für andere. Wir werden keinen Gewinn machen, wenn wir an den Menschen, die unsere Kunden sein sollen, vorbeiproduzieren. Weil dann wird es keiner kaufen. Man kann ihnen zwar mit Schmäh einreden, dass sie etwas brauchen, was sie gar nicht wollen, aber nachhaltig ist das nicht. Das ist ein Grund für Wirtschaftskrisen, weil vorbeiproduziert an den Menschen. Gesund läuft die Wirtschaft dort, wenn ich weiß, was die Leute wollen, was sie brauchen und ich ihnen das geeignete Produkt zu einem vernünftigen Preis bieten kann. Mit dem werde ich erfolgreich sein. Das wird in der Wirtschaftsentwicklung drinnen sein. Ideale erreicht man nie zu hundert Prozent. Das ist der Polarstern nach dem man navigiert. Er gibt uns die Richtung. Das zur Brüderlichkeit bei der Gemeinde von Philadelphia.

„Und an den Engel der Gemeinde zu Philadelphia schreibe: Es spricht zu euch, der da heilig ist, der Wahrhaftig ist, der den Schlüssel Davids hat, wenn er aufschließt, schließt niemand zu, und wenn er zuschließt, schließt niemand auf. Ich durchschaue dein Tun. Siehe, ich habe bewirkt, dass vor Dir die Türe offen ist, und dass niemand sie verschließen kann.“ Man könnte als Nachsatz sagen: außer Du selbst! Der Schlüssel Davids ist der Schlüssel, der das Tor zur geistigen Welt öffnet oder schließt. Heute in nachchristlicher Zeit, das betrifft auch die Zeit in der der Johannes schreibt, da ist das Mysterium von Golgatha bereits vollzogen, er spürt, dass in dem menschlichen ICH eine Kraft drinnen ist, die über diesen Schlüssel Davids verfügt. Jetzt aus der eigenen Kraft des ICH heraus. Interessanterweise ist in der Bibel nur zwei Mal vom Schlüssel Davids die Rede, einmal im Alten Testament, im Buch Jesaia, 22. Kapitel und das zweite Mal hier in der Apokalypse des Johannes, und zwar wirklich mit Bezugnahme auf diesen Text von Jesaia auch, weil dort geht es auch um das Aufschließen und Zuschließen. Es ist ähnlich formuliert, aber wenn man es sich genauer anschaut, geht es dort darum, dass von der geistigen Welt aus das Tor geöffnet oder geschlossen wird. Jetzt sind wir es selbst, die es öffnen oder schließen. Ein kleiner aber wichtiger Unterschied. 

Für einen größeren Teil der Menschen wird das möglich sein in der nächsten Kulturepoche in der Gemeinde von Philadelphia. Und es wird einen Teil der Menschheit geben, die an das nicht herankommen, die zurückbleiben. Die im Äußeren bleiben. Die dann sogar einen gewissen Abstieg durchmachen, die vielleicht noch genial im Erfinden äußerer Dinge sind, sie werden sicher eine hohe äußere Intelligenz haben, aber sie werden geistig nicht produktiv sein können, sie werden die Wissenschaft nicht weiterbringen können aus eigener Kraft. Sie werden gewisse ahrimanische Inspirationen bekommen, weil der Ahriman ist einer, der dem Menschen seine Inspirationen aufdrängt. Aber wir haben allerdings auch die Möglichkeit mit dem Schlüssel Davids auch das Tor gegenüber ihn zuzumachen. Dort wo er uns fehlleiten will. 

Dieser Schlüssel, der dient auch dazu den Zugang zum Reich der Widersacher zu öffnen und zu schließen. Es geht nicht nur um die obere geistige Welt. Es ist ein Universalschlüssel. Er sperrt auch zum Tor des Abgrunds. Es wird alles geschildert in der Apokalypse. Es geht ganz wesentlich auch darum das Tor des Abgrunds zu öffnen, und das, was wir jetzt nicht brauchen können hineinzusperren, aber auch, das herauszulassen, was wir brauchen als Anregung, eben als Widerstand an dem wir reifen können. Das sind genau die Widerstände. Gesund ist der äußere Forscher, der bis an die Grenze geht, an der er mit seinem Verstand scheitert und dann durchbricht. An dieser Grenze steht der Ahriman. Dann durchbricht er sie und kommt aber nicht ins ahrimanische Reich, wenn er es richtig macht, sondern genau in die obere Welt. Das ist in Wahrheit der ahrimanische Deckel, der da drüber liegt, den kann man dann durchstoßen. 

Das heißt es werden in dieser Gemeinde von Philadelphia, in der nächsten Kulturepoche, tatsächlich die Menschen, die nicht ins Geistige hinein können, angewiesen sein auf die anderen, auch für ihre eigene Entwicklung. Es wird nicht nur eine Spaltung in zwei Reiche sein, sondern es wird bis zu einem gewissen Grad die Einsicht da sein, auch bei Ahriman selber, dass sie die geistig produktiven Menschen brauchen, um da unten neue Impulse hinein zu bringen. Ahriman wir nur versuchen, das so streng zu kontrollieren, dass die Impulse, die hereinkommen, dann nur für seine Zwecke benutzt werden. Er wird wissen, er ahnt es jetzt schon, dass durch ein menschliches ICH, durch die Kraft der menschlichen ICHe, schöpferische Impulse hinein kommen. Die werden gebraucht werden. Da wird die Verwandlung der Natur- und der Erdenwelt schon gigantische Ausmaße angenommen haben. Wenn man die Goethe-Zeit vergleicht mit dem, wie wir die heutige Welt sehen und haben, wie wir sie erleben, namentlich in den Großstädten. Da hat sich schon viel verändert, nicht alles zum Vorteil. Das wird noch in viel höherem Maße geschehen. Ob zum Vorteil oder zum Nachteil, das wird man sehen. Wenn diese schöpferischen Impulse von oben nicht kommen, wird es nur zum Nachteil sein. Dann wird es nur Zerstörung bringen. Denn die ahrimanischen Kräfte zerstören nur das Alte, mechanisieren es, technisieren es, und bringen einen Totenmechanismus hervor. Mehr können sie nicht. Das können hochintelligente Maschinen sein. Indem sie den äußeren Verstand benutzen können. Das lässt sich alles machen. Die Maschinen der KI sind dann alle mit einander vernetzt. Was eine Maschine an einem Ort lernt, kriegen alle anderen Maschinen auf der Welt sofort mit. In ewig steigendem Tempo. Das wird sehr bald kommen. Es ist nur zu hoffen, dass die Menschen mit ihren geistigen Fähigkeiten dem auch gewachsen sind. Daran sieht man, dass wir heute in einem ziemlichen Zugzwang stehen. Weil die von den ahrimanischen Mächten vorangetriebenen Entwicklungen werden sehr schnell kommen. Das kann man heute schon ahnen, wenn man sich das Tempo der technischen Entwicklung ansieht. 

Die Dinge unseres täglichen Lebens, wie lange gibt es die? Das Smartphone gibt es seit 2007. Da hat Apple das erste Internet-Telefon heraus gebracht. Das ist etwa 13 Jahre her. Heute ist es weltweit, in jedem Dorf der dritten Welt, mit allen Plus und Minus. Es kommt nicht darauf an, dass die Technik per se böse ist, sondern böse wird sie, wenn ich sie falsch verwende. Wenn sie richtig entwickelt werden, wenn sie menschengerecht und geistgemäß gebaut werden, sodass sie ein Werkzeug sein können, um geistige Impulse zur Verwandlung der  Erdenwelt herein zu tragen, wenn sie dabei mitwirken können, dann sind sie hochwillkommen. 

Trotzdem – alles was Technik ist hat zerstörende Kräfte. Es ist ein Krankheitsprozess, dem ein Heilungsprozess entgegen gesetzt werden muss. Daher ist die biologisch-dynamische Landwirtschaft ein wichtiger Heilungsprozess in der Landwirtschaft, man kann sprechen von einer Erdheilung. Man wird sehen, dass es für die Zukunft wichtig sein wird, dass ein richtiges Gleichgewicht zwischen den heilenden und den abbauenden Kräften zu haben, wir brauchen beides. So wie wir sie in unserem Organismus auch brauchen. Wir brauchen die abbauenden Kräfte genauso wie die aufbauenden. Für die abbauenden ist der Herr Ahriman vornehmlich zuständig. Das ist eine seiner wesentlichen Aufgaben. Durch ihn wirkt das Todeselement. Das Geistige, das wir entwickeln, also unser freies Geistiges, das wir entwickeln, muss beständig dem Tod abgerungen sein. Daher ist diese Begegnung immer wieder da. Sie ist an sich nichts Böses. Sie ist nur böse, wenn wir uns ganz auf die eine Seite hineinfallen lassen. Wenn nach dem Tod nicht immer wieder die Auferstehung folgt. Im Kleinen ist das immer wieder dort, wo ich mit den Verstandesbegriffen absterbe und mit einem lebendigen Denken wieder auferstehe. Dort fängt es an. Heute. Sofort. Im größere Maßstab zur Zeit der Gemeinde von Philadelphia. Jetzt sind es noch wenige, die voraus gehen können. Das was wir jetzt tun wird in nächster Zeit nicht die ganze Weltbevölkerung antreiben, weil viele Menschen noch durch die starke Absterbephase durchgehen müssen. Die ist notwendig, ist Voraussetzung dafür, um diesen bewussten Schritt ins Geistige tun zu können. Weil sonst wäre es höchstens ein Rückfall in alte Kräfte. Das wäre noch schlechter. 

Mit alten geistigen Kräften kann man nicht in die Zukunft gehen. Obwohl vorerst gewisse alte Kräfte aufbewahrt werden müssen. Weil wir mit dem neuen Weg noch gar nicht so weit sind. Naturvölker z. B., dort kommen wir mit den neuen Kräften noch gar nicht hin. R. Steiner sagt, es werden bestimmte alte Naturvölker bewahrt werden müssen für eine spätere Zukunft, weil diese alten Kräfte hängen mit der Leiblichkeit zusammen, es sind geistige Kräfte, die sich auf das Leibliche stützen, so wie das alte Hellsehen auch mit den leiblichen Kräften verbunden war, mit dem Geistigen, das hinter dem Leiblichen steckt. Der Leib ist nicht nur was Stoffliches, dahinter steckt ja auch etwas Geistiges. Mit diesen Kräften haben sie gearbeitet, diese Kräfte werden tatsächlich durch Vererbung weitergegeben, wurden und werden weitergegeben. Diese Kräfte, die wir heute auf dem neuen Weg noch nicht erreichen können, die müssen durch diese Völker aufbewahrt werden. Bis dann ein Zeitpunkt kommt, wo man das auch vergeistigen kann, wo unsere geistige Entwickelung so weit fortgeschritten ist, dass wir auch an das herankommen, an das wir heute noch nicht herankommen. Das werden gerade die wesentlichen Kräfte sein, um die Erde dann vollständig zu verwandeln. Da geht es gerade um die Kräfte, die das Irdische verwandeln. Es ist leichter in höhere, irdische, geistige Bereiche hineinzukommen, als in das, was die Erde verwandelt. Das ist am allerschwersten, das werden wir als letztes lernen. 

Ein erster Weg, eine gesunde Verwandlung zu bringen, die nämlich nicht nur Folgen hat, wenn die Erde besteht, sondern die auch Folgen hat, für die Zukunft. D. h. wenn die Erde einmal vergangen ist und eine nächste Entwicklungsstufe beginnt, die hier in der Apokalypse das Neue Jerusalem genannt wird, das spielt sich nicht mehr auf der Erde in unserem heutigen Sinn ab, sondern das ist eine neue Welt, wo auch die Natur anders aussehen wird. Um diese Welt vorzubereiten, brauchen wir gerade die Kräfte, um die Erde zu verwandeln. Das was wir von der Erde verwandeln für die Zukunft einer neuen Welt, das wird dann unser neuer Planet sein. Es ist daher ganz wichtig, dass die Naturbegabungen, die es bei bestimmten Völkern gibt, die auch leiblich bedingt sind, dass davon etwas bewahrt bleibt. Soviel zu der Art, wie geht man um mit den letzten Resten von Naturvölkern, die es noch gibt. Wie schaut man, dass diese Kräfte bewahrt werden. Wie kann man aber auch von ihnen etwas lernen, es beleuchten mit den im Grunde für diesen Bereich noch geringen geistigen Kräften, die wir heute haben. Wir müssen immer mehr lernen diese Naturkräfte zu durchschauen.  Das sind die stärksten Kräfte. 

Da ist die Komplikation. Da sind die Widersachermächte auch drinnen. Da sind aber hohe positive Hierarchien auch drinnen. Wenn ich sage Positiv / Negativ, meine ich das nicht moralisch, irgendwie wertend, sondern wie bei der Elektrizität Plus / Minus. Das Minus gehört auch dazu. Wir sollten uns nicht wünschen, dass durch irgendeinen göttlichen Ratschluss morgen die Widersacher besiegt wären. Dann wäre es mit unserer Entwicklung vorbei. Dann hätten wir nicht Frieden und Freude und wären an unserem Ziel, sondern dann wäre unsere Entwicklung abgeschnitten. Wir brauchen die Auseinandersetzung mit diesen Kräften. Die brauchen wir noch lange. 

Aber sie wird zum Schluss dazu führen, dass auch die Widersacher erlöst werden, zumindest als Möglichkeit steht das im Raum. Es steht auch im Raum, dass es zumindest ein Teil der Menschheit nicht schafft mit dieser Entwicklung mitzugehen, dann wird auch ein Teil der Widersacherkräfte nicht erlöst. Die bilden dann eine eigene Welt, die aus der weiteren Entwicklung ausschert und einen eigenen Weg geht, wo das eigentlich Schöpferisch-Geistige keine Rolle mehr spielt. Den Zugang dazu haben sie dann endgültig verloren. Das ist in Wahrheit auch die schrecklichste Strafe, die man dem Ahriman antun könnte. Die Strafe dafür, dass er eigentlich das „Opfer“ gebracht hat, die Rolle des Widersachers zu übernehmen. D. h. er hat jetzt schon die ganze Zeit Schwierigkeiten damit und leidet unter einer geistigen Entbehrung, dann wird er noch dazu verdammt, dass er ganz ausschert und nie wieder ans Geistige herankommt. Das wäre was ganz Schlimmes. 

Daher wird gerade in der Gemeinde Philadelphia in der nächsten Kulturepoche bei den Menschen, die bereits das Geistige in hohem Maße erleben können, genau dieses Bewusstsein auftreten, dass ihre Aufgabe ist, zu erkennen, wozu die Widersacher da sind, sich mit ihnen zu verbinden und zu ihrer Erlösung beizutragen. Das wird eine bewusste Erkenntnis sein. Nach R. Steiner, die manichäische Aufgabe der Zukunft. Nicht gegen das Böse zu kämpfen, sondern sich damit zu verbinden und sie von innen her zu erlösen. Wie es Morgenstern sagt: „Liebe das Böse gut!“ Dem wirklich Liebe entgegenzubringen, Liebe nicht als sentimentales Gefühl, sondern als eine wirksame Lebenskraft. R. Steiner nennt nicht den Astralleib oder die Seele, als den Ort der mit Liebe zusammenhängt, das wäre das Liebesgefühl, das soll schon dazugehören, das ist aber die kraftlose Seite davon. Der eigentliche Liebesleib ist der Ätherleib. Ätherkräfte sind Liebeskräfte indem sie Lebenskräfte sind. Sie schaffen leben, sie beleben, sie heilen. 

Wenn ein Mensch aus diesen Lebenskräften heraus lebt, das beginnt schon beim lebendigen Denken, das man schulen kann, durch die Philosophie der Freiheit, und wenn das wirklich beginnt mein Leben zu erfüllen, und ich aus dem schöpfen kann, dann habe ich einen Überschuss an Lebenskräften, die ich anderen schenken kann. Wenn der Wille beim anderen da ist es aufzunehmen. Und die Offenheit. Ich muss selber aufpassen, dass ich nicht anfange jemand mein Geschenk aufzudrängen. Sondern man kann es hinstellen, es ist noch eingepackt, wenn du neugierig bist und es dich interessiert, dann mach auf und schau hinein, ob es für dich interessant sein könnte. Du kannst es aber auch in den Mistkübel werfen. Wenn ich es als Geschenk gegeben habe, dann ist es weg. Tu damit, was du willst. Das darf mir als Schenkender nicht mehr wehtun. Denn sonst hätte ich eigentlich meinen Egoismus drinnen. Das Geistige gibt, ob es angenommen wird oder nicht. Gerade heute. 

In vorchristlicher Zeit hat man den Menschen, die sich vorbereitet hatten, Geschenke einfach gegeben und sie konnten das nehmen. Heute ist das anders, weil, wenn ich heute ein geistiges Geschenk gebe, dann hat das einen Einfluss auf den Menschen, wenn er es aufnimmt. Es verwandelt ihn. Das muss er wollen. Das darf nicht einfach passieren. Sozusagen: „ich behandle Dich jetzt!“ Dann ist es nicht gut. Man muss so lange warten, bis er es nimmt. Vielleicht stellt er es zehn Jahre in eine Ecke irgendwo, irgendwann kommt er darauf, was steht denn da in dem verstaubten Eck, was ist das? Ein Buch, aha, interessant! Dann ist vielleicht der Zeitpunkt reif. Das ist auch ein Aspekt der wirklichen Brüderlichkeit, die erst dann da sein wird, weil dann auch erst die Erkenntnisfähigkeit da ist: was braucht der Andere? Auch Geistig. Ich gebe Dir etwas, von dem ich sehe und spüre, das könntest du brauchen. Da steckt eine geistige Wahrnehmung dahinter, das passt jetzt für dich. In hohem Maße ist das so, wenn ein Geisteslehrer einem Geistesschüler rät bestimmte Dinge zu machen. Dann darf er ihm eigentlich nur etwas raten, bei dem er spürt es ist bei diesem Schüler schon reif, das passt für dich. Wenn er auf das nicht achtet und den Schüler in seiner individuellen Eigenart nicht erkennt, dann geht das schief. Daher ist es heute besser auf einen geistigen Lehrer im alten Sinn zu verzichten. Vielleicht ein Buch herzunehmen, es zu lesen und wieder weglegen. Aber nicht wo ein Meister mich leitet, du musst das tun, du musst jenes tun, aber dabei dieser sogenannte „Meister“ gar nicht spürt, dass der Weg des Schülers ein ganz anderer sein muss. Da ist eine ganz hohe Verantwortung. Die Art, wie man Geistiges weitergibt, muss absolut freilassend sein. Muss ganz auf die Freiheit des Menschen gebaut sein. Kein Druck in irgendeiner Richtung. Man kann von was erzählen, aber wenn ich merke, er tut nicht mit, dann Ende. Man kann über viele schöne andere Dinge auch sprechen. Und ist viel besser. 

In der nächsten Kulturepoche Philadelphia wird es ein ganz entscheidender Faktor sein, wie die Menschen miteinander umgehen können. Es wird die Scheidung der Geister zu dem Zeitpunkt schon sehr deutlich geben. Menschen die sich aus dem ICH heraus ins Geistige erheben können und andere, die das nicht können, die zwar sehr intelligent sind, aber sich nicht für das Geistige öffnen können. Das Wichtige wird sein, dass man da eine Kommunikationsbasis findet, etwas Gemeinsames, wo man sich begegnen kann. Weil sonst endet es letztlich im Krieg aller gegen alle. Wo einer den anderen nicht mehr versteht. Das gilt dann für alle, weil wenn der geistig Entwickelte den geistig weniger Entwickelten nicht mehr verstehen kann, dann ist der auch Schuld, dass die Kommunikation nicht stattfinden kann und diese Auseinandersetzung kommt. Dieser Krieg aller gegen alle, der dann in der Apokalypse geschildert wird, durch das Zeitalter, wo das Buch mit den 7 Siegeln geöffnet wird, da fängt es an dramatisch zu werden, das ist nach der 7. Kulturepoche. Das hat noch ein bisserl Zeit, das geht etwa ins 6.-8. Jahrtausend n. u. Z. hinauf. 

Da wird es notwendig sein, dass diese Verständnis auch da ist, da werden besonders die geistig entwickelten aufgerufen, ein sehr großes Verständnis zu entwickeln, für die, die auf den Weg ins Geistige noch nicht mitkommen, die vielleicht auch nicht das Bedürfnis danach spüren, aber doch einen Weg brauchen, wie sie irgendwann dorthin kommen. Wir sollten sie natürlich nicht endgültig hinuntergehen lassen. Da muss uns bewusst sein, dass diejenigen, die ins Geistige noch nicht hineinkommen einige Lektionen im Äußeren zu lernen haben. Und Dinge in die Welt zu stellen haben, die Verwandlung der Erde, die Technisierung, R. Steiner sagt, dass die Welt im 6.-7. Jahrtausend zu einem selbsttätigen elektrischen Apparat verwandelt wird. 

Die Technologie, dieses ahrimanische Element wird bis dahin ein höchstes Raffinement entwickelt haben. Das wird das Erdenleben stark bestimmen. Alles was Natur ist, wird in diesen elektrischen Apparat mit einbezogen sein. Es wird ein Naturerleben geben und es wird zu dem Zeitpunkt abhängig sein von dieser Technologie. Die Technik, die Industrie zerstört wahnsinnig viel. Umweltzerstörung. Klimakrise. Auch durch die Abgase die kommen. Es sind riesige Einflüsse auf das Klima da. Nicht nur durch die Abgase, sondern auch das, was die Menschen geistig in das Leben nach dem Tod hinübertragen. Das ist in Wahrheit die viel größere Wirkung. Denn wir verändern die Erde nicht nur durch das, was wir hier unten tun, das ist nur die Vorbereitung für das, was wir dann drüben auf der geistigen Seite tun. Das sind die Kräfte, die mittun, die Geschicke des ganzen Erdballs zu bestimmen. Letztlich des ganzen Sonnensystems von der geistigen Seite her. Da helfen höhere Hierarchien mit, aber sie richten sich nach dem, was der Mensch an geistigen Impulsen in den Tod hineinträgt, dort durchträgt und dann in die Natur eingewoben wird. Wir arbeiten ununterbrochen daran, auf Erden wenn wir verkörpert sind mit äußeren Mitteln und von der geistigen Seite wenn wir durch das Leben vom Tod zur neuen Geburt durchgehen. Das gehört zusammen. Wir bereiten uns in Wahrheit die Erde für unsere nächste Inkarnation zu äußerlich. 

Dadurch schaukelt sich das Tempo der Inkarnationen hoch. Wir müssen uns immer schneller anpassen an Veränderungen, die im Außen sind, wir machen auch immer mehr äußere Veränderungen, und wir müssen dadurch immer schneller hereinkommen, damit wir überhaupt Schritt halten können. Um den nächsten Schritt nicht zu verpassen. Weil wenn wir einen auslassen, dann haben wir eine Lücke in unserer geistigen Entwicklung. Das beschleunigt im Moment die Spirale. Man muss dann schnell durch das Geistige durchgehen. Das sind heute oft nur Jahrzehnte. Man kann davon ausgehen heute, dass Menschen des Beginns oder der Mitte des 20. Jahrhunderts schon wieder da sind und schon wieder drinnen stehen. Die Welt hat sich gewaltig verändert seit der Zeit.   

Es wird also wichtig sein für die Menschen, die in einer gewissen Weise vorangeschritten sind, dass das was sie geistig geben, dass das auch den Menschen, den sie empfangen sollen, angemessen ist und ihrer geistigen Entwicklungsstufe entspricht. Wobei es nicht um höher oder niedriger entwickelt geht, weil wir beide Teile brauchen. Wir brauchen diese Zusammenarbeit. Es geht nur darum, dass am Ende beide Strömungen zusammenfinden bzw. möglichst viele zusammenfinden und aus diesen heraus die Entwicklung weitergeht in dem Neuen Jerusalem, in der neuen Erde, die entstehen wird. Das ist das große Thema der Apokalypse, das ist das Ziel, worum es geht. Das ist die Perspektive, die wir haben. 

Da wird in hohem Maße in diesem Zeitalter die Fähigkeit zu entwickeln sein der Intuition, d. h. ein Eins werden mit einem anderen geistigen Wesen, ganz besonders auch in Bezug auf die Mitmenschen. Das ist viel mehr als das, was man heute Mitgefühl oder Empathie nennt. Diese Fähigkeit soll natürlich gepflegt werden, aber sie wird viel weiter gehen, sie wird so weit gehen, dass man wirklich im geistigen Erleben in bestimmten Momenten Eins wird mit dem anderen geistigen Wesen. Das ist die höchste Kraft der Liebe. Sich mit dem anderen geistigen Wesen sich vollkommen vereinigen. Christus hat diese Liebestat für die ganze Menschheit getan. Er verbindet sich ganz mit jedem einzelnen menschlichen ICH. Mit jedem Einzelnen auf individuelle Weise. Die gesamte volle Christuskraft ist für jedes einzelne Menschen-ICH da. Wir können heute davon erst einen Teil ins Bewusstsein heben oder nutzbar machen. Das wird ein Riesenthema sein in der Gemeinde von Philadelphia. 

„Und an den Engel der Gemeinde zu Philadelphia schreibe: Es spricht zu euch, der da heilig ist, der Wahrhaftig ist, der den Schlüssel Davids hat, wenn er aufschließt, schließt niemand zu und wenn er zuschließt, schließt niemand auf. Ich durchschaue dein Tun. Siehe, ich habe bewirkt, dass vor Dir die Türe offen ist, und dass niemand sie verschließen kann.“… Soweit waren wir bereits. …„Deine Kraft ist noch gering, aber du hast mein Wort in deiner Seele bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet“,… das Wort ist der Christus selber und der Name ist es auch, nur die Steigerung dessen, …„Siehe, ich will bewirken, dass einige aus der Gemeinschaft des satanischen Geistes, die sich zu Unrecht und aus lügnerischem Geiste Juden nennen“, … für das Wort Juden könnte man auch Christen einsetzen, das ist damals ja noch Eines, …„zu Dir kommen, um sich zu deinen Füßen zu Boden zu werfen. Sie sollen erkennen, dass ich dich liebe.“ 

Das könnte man jetzt falsch lesen, indem man sagt, das sind eben die Niederen, die sollen sich zu Boden werfen und sollen froh sein, dass man sie erhören, und sehen, wie sehr sie vom Herrn geliebt werden, im Gegensatz zu denen, die sich da zu Boden stürzen. Aber das wäre ein sehr unchristliches Bild, wenn man es so auffassen würde. Nein! 

Sie sollen wirklich erkennen lernen, welche Liebeskraft die Menschen durch den Christus aufnehmen kann, am Beispiel derer, die schon vorangegangen sind. Dass sie sehen, es ist möglich. Es ist möglich! Man muss diese Menschen an diesem Erlebnis teilhaben lassen können. Wie diese Liebe in dieser Christus-Kraft liegt, die aber durch das ICH strömt, dann unsere ganz individuelle Liebeskraft wird, wie die eine wirksame Kraft ist. An diesem Erlebnis die anderen teilhaben lassen, darum geht es vor allem. Man muss sehr vorsichtig sein beim Fassen dieser Bilder. Man kann das sehr leicht falsch interpretieren. 

Man sieht auch, dass es immer dringender notwendig wird, nicht am überlieferten Buchstaben hängenzubleiben, obwohl er so exakt wie möglich ist, aber eben sich zu Bewusstsein kommen zu lassen, das ist der Wegweiser, der mich dorthin führt, wo ich das Eigentliche erst erlebe. Wirklichen Wert hat das, was ich dort erlebe und von dort schöpfen kann. Nicht der Buchstabe der da drinnen steht, das ist mittlerweile zu wenig. Damit kann ich nichts bewirken in der Welt. Da weiß ich im Kopf verstandesmäßig, was notwendig wäre oder glaube es zu verstehen. Wirklich verstehen, erfassen, erleben kann ich es dann, wenn es in mir lebendige Kraft geworden ist. Diese lebendige Kraft zeigt sich in der Form imaginativer Wahrnehmungen. Aus dieser imaginativen Wahrnehmung wird es Lebenskraft. Die steckt dahinter. Das sollen die, die sich jetzt zu Füßen werfen sollen, spüren, dass diese Lebenskraft auf sie überströmen kann. Sie spüren an dem anderen, wie diese Lebenskraft in ihm wirkt, sie spüren, wie sie durch ihn wirkt und weiter strömt. Wo er sie aber in gewisser Weise auch so dosiert, dass sie der Andere aufnehmen kann. 

Wir wissen einen Kranken müssen wir oft stufenweise aufpäppeln. Ich kann ihm nicht sagen, morgen darfst wieder einen Schweinebraten essen, sondern wir müssen ihn langsam auf ein gesundes Niveau hinführen. Ihn langsam anfangen mit dem richtigen zu nähren in dem Maße, wie er es eben verträgt. Das ist gemeint mit dem Wort: „Sie sollen erkennen, dass ich Dich liebe.“ Sie sollen wirklich erkennen im positivsten Sinn nicht nur als Wahrheit, sondern als Wirklichkeit. Als Wirklichkeit, die sie auch an sich selber spüren. Weil diese Kraft überströmt. …„Du hast das Wort meiner Geduld in deinem Herzen bewahrt, und so will ich dich bewahren in der Stunde der großen Versuchung, die über die ganze Menschheit hereinbricht.“… Es wird eine große Versuchung geben auch, sich dieser Widersacher-Strömung anzuschließen, weil man darf sich nicht vorstellen, dass diese „satanischen Geister“ schwächlich sind oder kein Tätigkeitspotenzial hätten, dass die hilflos wären. Nein! Sie haben gewaltige Mächte in sich, sie haben eine gewaltige Kraft entwickelt, weil die Menschheitsentwicklung diese Kraft auch braucht. 

Sie haben sogar Kräfte, die, wenn es ganz schief läuft, ins Schwarzmagische gewendet werden, dann wird es gefährlich, weil dann passiert genau das Umgekehrte, dass sie von der hellen Seite Kräfte zu rauben beginnen, wo es nicht so passiert, dass sie aus Liebe geschenkt werden können, weil sie das gar nicht wollen, das würden sie zurückstoßen, aber sie rauben die Kräfte. Sie haben diese Raffinesse, diese Kräfte von den eigentlich im positiven Sinn entwickelten Menschen abziehen zu können, positiv hier wieder ganz wertungsfrei gemeint, aber in dem Moment, wo es ins Schwarzmagische geht, da wird es schlecht, da wird es böse, das führt dazu, dass etwas wirklich ausscheidet aus der Entwicklung. Dazu führt aber eben auch in letzter Konsequenz, wenn man aus den positivsten Absichten heraus den Anderen eine Entwicklung aufzwingen will, was positiv gemeint ist, ich will euch doch ins Geistige führen, aber wenn es gegen ihren freien Willen verstößt und ich es geistig erzwinge, dann werde ich selber Schwarzmagier. Heute ist die Gefahr dafür noch relativ gering. Weil heute noch wenige Menschen ein großes geistiges Potenzial haben, dass sie es missbrauchen könnten.

Aber zu der Zeit der Gemeinde von Philadelphia, da wird das schon in viel stärkeren Maße entwickelt sein, da wird die Zeit der Schwarzmagier beginnen. Und zwar auf beiden Seiten. Es werden viele aus dem positiven Bereich abrutschen können, wenn sie mit aller Gewalt die ganze Menschheit zum Guten, wie sie es nennen, führen wollen. Das ist fast die noch gefährlichere Verführung, als die durch die ahrimanischen Kräfte von unten her. Weil von oben hole ich Kräfte aus den geistigen Welten heraus, über die Ahriman und seine Scharen gar nicht verfügen, füge sie dann aber in der Konsequenz, die herauskommt, in das untere Reich ein. Da jubelt Ahriman natürlich. Er kann es nicht erzwingen, aber er kann Menschen verführen dazu. Dass sie aus bestem Glauben, trotzdem aus einer Verirrung heraus, es schaffen geistige Kräfte von oben da hinunter zu führen, die dann falsch verwendet werden. Weil dort die Entwicklung gar nicht reif und bereit dafür ist. Da kommt einiges auf uns zu. Wir brauchen uns aber auch nicht fürchten davor, wenn die Herausforderungen gewaltig sein werden, größer als die, vor denen wir heute stehen. Wir werden bis dahin auch mehr Kräfte entwickelt haben. 

Das ist das gefährliche aber vielleicht auch das Gute in unserer heutigen Zeit. Sie zwingt uns ein hohes Entwicklungstempo auf. Wir sind heute als geistig strebende Menschen unheimlich gefordert. Die Anthroposophie, die Geistesströmung, die R. Steiner entwickelt hat, ist jetzt auf dem Punkt, wo sie weiterentwickelt werden muss, mit jedem Einzelnen, der sie ergreift. Weil schon wieder so viel passiert ist in der Zwischenzeit, viel auch in der dunklen Welt passiert ist im 20. Jhdt. wenn man es äußerlich anschaut, aber im geistigen Untergrund, nennen wir es ungeistigen Untergrund ist noch viel mehr passiert. Es geht jetzt erst so richtig los. Was alles passiert, das sind äußere Symptome von gewaltigen ungeistigen Kräften, die im Untergrund wirken. Dazu zählt auch die Corona-Krise. Dahinter ist ein gewaltiges Arbeiten dieser dunklen ahrimanischen Kräfte. Sie tun es deswegen, dass wir gefordert sind, die Gegenkräfte zu entwickeln, um mit beiden gemeinsam die Zukunft zu schaffen. Aus beiden Kräften gemeinsam wird die Zukunft bestehen. 

„Alle Bewohner der Erde müssen diese Prüfung bestehen. Ich komme überraschend schnell,…“ Also es kommt auf Geistesgegenwart an bei dem Ganzen. Natürlich müssen wir unser ganzen Leben lang daran arbeiten, müssen heißt natürlich wollen, es schreibt uns niemand vor, wir können es uns selber vorschreiben, wir wissen wie schwer es uns manchmal fällt, uns zu dem zu bringen, was wir tun wollen oder tun möchten, solange wir es nur möchten passiert meistens noch nicht viel, weil wen es anstrengend wird, dann pfeifen wir schon wieder darauf und sagen: morgen ist auch noch ein Tag.

Manchmal ist es aber auch gut, Tage, Wochen, Jahre zu warten. Geduld. Wir müssen uns die Geduld aneignen, zu wissen, wann ist der rechte Zeitpunkt mitzuwirken in der Welt. Das wird auch wichtig sein. Einerseits diese Unermüdlichkeit zu haben sich weiter zu entwickeln, Kräfte zu entfalten, diese Prüfungen zu bestehen- Die Prüfung besteht aber eben auch darin, die geistigen Kräfte zur richtigen Zeit und der richtigen Art in die Welt zu setzen. Sonst ist es sofort wieder vorbei. Sonst richten wir damit Schaden damit an. 

“Halte fest, was du innerlich erreicht hast, damit dir niemand deine Krone raube,…“. Die Krone ist das Geistselbst, über das wir dann verfügen. Auch in alter Zeit war die Krone, die sich der Herrscher aufsetzt, war auch das Geistselbst, das der Herrscher hatte, aus dem er schöpfen konnte, was ihm aber damals von oben verliehen wurde von den geistigen Welten. Heute müssen wir uns die Krone selbst aufsetzen, d. h. wir müssen tätig werden, um diese Kraft zu erwerben, um sie uns zu Eigen machen. Das Geistselbst ist in gewisser Weise in der geistigen Welt schon vorbereitet, wir müssen es das uns nur zu Eigen machen.  Das konnten die Menschen in der Vergangenheit noch nicht. Heute müssen wir es in uns aufnehmen und dann wird es etwas Eigenes. 

„Wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines göttlichen Vaters machen. Er soll diesen Tempel nicht mehr verlassen. Und ich will den Namen meines göttlichen Vaters in sein Wesen einschreiben und den Namen der Gottesstadt, des Neuen Jerusalem, das sich von meinem göttlichen Vater her aus dem Himmel herniedersenkt, und meinen eigenen Namen, den neuen. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht.“  Die Säule im Tempel, was ist die Säule, was ist der Tempel? Die Säule ist ein Bild für den aufgerichteten Menschen, klassischerweise dreigliedrig, mit Kopf, Mitte (Brustbereich) und Sockel. Die Mitte ist sehr groß. Mitte ist sehr wichtig. Die Säule trägt den Tempel. Tempel im alten Sinn ist ein architektonisches Gebäude, ein Geistestempel, so wie R. Steiner das Goetheanum gedacht hat, das erste Goetheanum, oder auch das zweites Goetheanum, ich liebe das erste Goetheanum in seinen Formen, aber das Zeitgemäße ist das zweite. Das erste ist abgebrannt, das zweite steht wirklich in der Gegenwart, diese Kraft ist in den Formen drinnen und im Material, da ist Zukunft drinnen. Das erste Goetheanum war ein Aufbruch, aber zugleich ein Abschluss von etwas Altem, es wäre dort in Wahrheit nicht weitergegangen, das wusste sicher auch Steiner nicht zu dem Zeitpunkt. Das musste erst passieren in der Silvesternacht. Also auch in einer Zeitenwende, etwas Altes in was Neues bringen. Vor dem stehen wir. Auf einer soliden Basis aufbauen, es dann weiter leben lassen. 

Was ist der Tempel? Die Säule sind die Menschen. 12 Säulen, 14 Säulen vielleicht, eine Gemeinschaft von Säulen. Das sind aber nicht mehr die architektonischen Säulen, es sind die Menschensäulen. Die Menschheit selbst ist der Tempel. Auf dem Weg dahin helfen die Bauwerke das aufzunehmen. Das hat schon eine Bedeutung. Es hat eine Bedeutung den griechischen Tempel zu erleben. Die romanischen Kirchen zu erleben, vorher noch aus der Krypta, aus den Katakomben herauszuwachsen. Dann in die romanische burgartige Kirche zu wachsen. Dann die Startrampe mit der Gotik, für das Hinauffliegen und das Licht bricht herein, im Barock hebt alles völlig ab, die Kuppel ist völlig durchlössig, da fliegt es in den Himmel hinaus in Wahrheit. 

Das erste Goetheanum war auch ein Kuppelbau, aber die Wände waren durchlässig obwohl es solide Holzwände waren, von der Gestaltung her durchlässig für das Geistige. Das müssen sie immer mehr werden. Für das Geistige durchlässig. Die Säulen werden immer durchlässiger, bis sie gar nicht mehr da sind, weil es sind die Menschen, die da stehen. Die Menschen sind die Säulen der Zukunft, aus dem Menschentempel entsteht die Gottesstadt, das Neue Jerusalem. Die äußeren Bauwerke, die werden abfallen, die werden zerstäuben ins Nichts. Das erst wird den Weg ins Neue Jerusalem frei machen. D. h. irgendwann wird die Erde physisch verschwinden, dann ätherisch und astralisch verschwinden, sich dann ins Geistige zurückziehen. Dort kommt der große Umschwung. Das ist der Punkt auf den die Apokalypse hinzielt. Bis dorthin geht das. „Und der Bau wird Mensch.“

Der Mensch muss sich in der Welt erkennen, und die Welt in sich und er wird die Welt. Er ist die Welt. Hat zeitweise etwas aus sich herausgesetzt, dem man sich gegenüber stellen kann. Das muss er alles wieder geistig in sich hinein nehmen, verwandeln, daraus entsteht eine neue Welt. Da brauchen wir noch viel Hilfe dazu. Wie sie gestaltet sein wird, hängt von uns ab. Wir werden Hilfe brauchen bei der Umsetzung, so wie ein Architekt den Baumeister braucht, sodass das umgesetzt wird, was er plant. Der Plan, was daraus wird, das liegt an uns. Da arbeiten wir jetzt schon mit. D. h. wir werden immer mehr am Schöpfungsgeschehen beteiligt. Wir sind nicht nur Geschöpf, sondern auch Mitschöpfer. Wir sind in die Pflicht genommen, aber wir können uns nur selber verpflichten. 

Wenn das viele nicht tun, dann wird die neue Welt ärmlich sein. Das ist noch ein weiter Weg, aber und muss bewusst sein, dass jetzt der Anfang zu setzen ist. Sonst kann es viel schneller bergab gehen, als wir uns wünschen. Es geht heute schon in die Verantwortung des Menschen. Daher müssen wir wissen: Wie gehen wir mit der Erde um? Da müssen wir wissen, wir müssen der Erde verwandeln. Es gibt kein Zurück zur Natur, wie sie früher war. Es muss ein Vorwärts sein. Oft wird gesagt, dass die Erde besser dran wäre ohne Menschen, weil die ruinieren alles, dann kann man das aus heutiger Sicht verstehen, aber dann hätte die Erde überhaupt keine Zukunft. Dann würde sie nur den Zerfallskräften unterliegen. Dass wir sehr viel ruinieren, das liegt daran, dass wir uns auch noch viel dieser Zerfallskräfte bedienen. Deshalb müssen wir vermehrt in der Zukunft lebendige Kräfte hineinführen, die aus einem lebendigen geistigen Erleben und am Anfang aus einem lebendigen Denken heraus kommen. 

Dann werden wir auch die Ideen produzieren, die Pläne entwickeln, die heilsam für die Natur sein können. Es muss im Grunde die ganze Erde von der Natur zur Kultur werden. Bis in die einzelnen Lebewesen hinein. Wir werden die Pflanzen umgestalten. Wir werden die Tiere umgestalten. Der Mensch wird das machen. Noch während unserer Erdentwicklung. Aber nicht durch Gentechnik, wie man es heute versucht. Gentechnik ist ein sehr plumper Versuch, der nur Zerstörungskräfte fördert. Aber es wird die Verwandlung da sein. Bis ins kleinste Käferlein, die kleinste Zelle, die kleinste Bakterie hinein, die auch ihren Nutzen hat. Dann werden auch die negativen Bakterien, die Bazillen, verschwinden, weil wir sie in etwas Gutes verwandeln. Dann werden die Viren verschwinden. Die Viren sind nur eine Zersplitterung von Zellen, im Grunde entstehen Viren durch Zersplitterung von Zellkernen. Da bricht etwas heraus, es ist ein zerstörter Zellkern. Das ist der Ursprung. Das bekommt eine eigene Hülle und verteilt sich. Das geht im Grunde aus einem Abbauprozess hervor. Also wenn wir lernen mehr Lebenskräfte in die Welt hinein zu legen, und sie in ein Gleichgewicht mit den Abbauprozessen bringen, dann werden solche Probleme auch aufhören. Es ist weniger von Gott gegeben, noch vom Teufel gegeben, sondern wir haben einen langfristigen Einfluss darauf, durch das, wir uns entwickeln. Wenn wir uns geistig weiterentwickeln, verwandeln wir auch die Natur. Das wird eine wesentliche Aufgabe in der sechsten Kulturepoche Philadelphia sein.  

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